Trauerfeiern, Irans

Trauerfeiern fĂŒr Irans PrĂ€sident und Außenminister

21.05.2024 - 15:22:28

Im Iran werden nach dem Tod des PrĂ€sidenten und des Außenministers Trauerfeiern in mehreren StĂ€dten abgehalten. Bundeskanzler Scholz kondoliert ungewöhnlich kurz.

  • Nach dem Tod Raisis ist das Land gespalten: WĂ€hrend einige Iraner trauern, reagieren andere in den sozialen Medien mit Schadenfreude. - Foto: Mukhtar Khan/AP

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  • Ein iranischer Geistlicher kĂŒsst den Sarg des verstorbenen PrĂ€sidenten Ebrahim Raisi wĂ€hrend des Trauerzuges. - Foto: Iranian Presidency/ZUMA Press Wire/dpa

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  • Der Trauerzug durch die Stadt Qom. - Foto: Ali Mohammadian Ahrabi/dpa

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  • Nach dem Tod von PrĂ€sident Ebrahim Raisi und Außenminister Hussein Amirabdollahian zieht ein Trauerzug durch Teheran. - Foto: Saeid Zareian/dpa

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  • Abschied von PrĂ€sident Ebrahim Raisi, Außenminister Hussein Amirabdollahian und den weiteren beim Hubschrauberabsturz Getöteten: Irans ReligionsfĂŒhrer Ajatollah Ali Chamenei (M.r.) spricht in Teheran an den mit Flaggen bedeckten SĂ€rgen ein Gebet. - Foto: Uncredited/Office of the Iranian Supreme Leader/AP/dpa

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  • Frauen erinnern mit Plakaten an den verstorbenen PrĂ€sidenten. - Foto: Vahid Salemi/AP/dpa

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Nach dem Tod Raisis ist das Land gespalten: WĂ€hrend einige Iraner trauern, reagieren andere in den sozialen Medien mit Schadenfreude. - Foto: Mukhtar Khan/APEin iranischer Geistlicher kĂŒsst den Sarg des verstorbenen PrĂ€sidenten Ebrahim Raisi wĂ€hrend des Trauerzuges. - Foto: Iranian Presidency/ZUMA Press Wire/dpaDer Trauerzug durch die Stadt Qom. - Foto: Ali Mohammadian Ahrabi/dpaNach dem Tod von PrĂ€sident Ebrahim Raisi und Außenminister Hussein Amirabdollahian zieht ein Trauerzug durch Teheran. - Foto: Saeid Zareian/dpaAbschied von PrĂ€sident Ebrahim Raisi, Außenminister Hussein Amirabdollahian und den weiteren beim Hubschrauberabsturz Getöteten: Irans ReligionsfĂŒhrer Ajatollah Ali Chamenei (M.r.) spricht in Teheran an den mit Flaggen bedeckten SĂ€rgen ein Gebet. - Foto: Uncredited/Office of the Iranian Supreme Leader/AP/dpaFrauen erinnern mit Plakaten an den verstorbenen PrĂ€sidenten. - Foto: Vahid Salemi/AP/dpa

In der iranischen Hauptstadt Teheran sind nach Angaben des Staatsfernsehens Millionen Menschen zur Trauerfeier fĂŒr den verunglĂŒckten PrĂ€sidenten Ebrahim Raisi geströmt. ReligionsfĂŒhrer Ajatollah Ali Chamenei leitete zum Auftakt der Zeremonie ein Gebet vor den SĂ€rgen der UnglĂŒcksopfer, wie TV-Aufnahmen zeigten. Raisi und Außenminister Hussein Amirabdollahian waren am Sonntag bei einem Hubschrauberabsturz mit sieben weiteren Insassen ums Leben gekommen.

Der Trauerzug machte sich daraufhin von der UniversitĂ€t Teheran in der Stadtmitte auf den Weg Richtung Freiheits-Platz im Westen der Stadt. Die Straßen waren ĂŒberfĂŒllt mit trauernden RegierungsanhĂ€ngern, die Abschied von den StaatsmĂ€nnern nahmen. Neben zahlreichen hochrangigen Vertretern der Politik und des MilitĂ€rs nahmen laut Agentur Isna auch auslĂ€ndische GĂ€ste an der Zeremonie teil, wie etwa Hamas-Auslandschef Ismail Hanija. Chamenei hatte eine fĂŒnftĂ€gige Staatstrauer bis zum Freitag angeordnet.

Raisi soll am Donnerstag im schiitischen Zentrum seiner Heimatstadt Maschhad, dem Heiligtum von Imam Resa, beigesetzt werden. Zum BegrĂ€bnis Raisis werden auch hochrangige Vertreter befreundeter Staaten erwartet. Laut der Staatsagentur Irna sind bereits 15 StaatsoberhĂ€upter und mehr als ein Dutzend weitere Regierungsvertreter eingetroffen, unter ihnen auch Chinas Vizepremier Zhang Guoqing. In Teheran ist bereits fĂŒr Mittwochnachmittag eine Veranstaltung mit internationalen GĂ€sten geplant. Irans staatliche Eisenbahngesellschaft hat fĂŒr die Strecke von Teheran nach Maschhad SonderzĂŒge eingerichtet, die bereits am Dienstagabend ausgebucht waren.

WĂ€hrend RegierungsanhĂ€nger um Raisi trauern, begrĂŒĂŸen andere im Land den Verlust eines Politikers, den sie als wichtige Figur der politischen FĂŒhrung in Teheran sahen, die Andersdenkende unterdrĂŒckt und hinrichten lĂ€sst. Unter Raisis Regierung wurden die Repressionen im Land verschĂ€rft, zahlreiche Journalisten und Aktivisten inhaftiert. Auch Schadenfreude wurde ausgedrĂŒckt.

PrĂ€sidentschafts-Neuwahlen fĂŒr Ende Juni fixiert

Teheran verlor zwei seiner bekanntesten Politiker zu einem schwierigen Zeitpunkt. Das Land steckt in einer massiven Wirtschaftskrise, viele Iranerinnen und Iraner sind unzufrieden mit der politischen FĂŒhrung. Dazu kommt, dass die Spannungen in der Region infolge des Gaza-Kriegs enorm stiegen - zuletzt war es auch zu direkten Angriffen zwischen Teheran und seinem Erzfeind Israel gekommen.

Die AmtsgeschĂ€fte des PrĂ€sidenten hat Raisis erster Vize, Mohammed Mochber, ĂŒbernommen. Neuwahlen sollen am 28. Juni stattfinden. Kandidaten können sich laut der Staatsagentur Irna vom 30. Mai bis 3. Juni registrieren lassen.

Der WĂ€chterrat, ein erzkonservatives Gremium besetzt mit islamischen Geistlichen und Juristen, entscheidet dann ĂŒber die Eignung der Bewerber. Insbesondere Politiker des Reformlagers wurden in der Vergangenheit oft vor der Wahl ausgeschlossen. Das politische System des Irans vereint sowohl republikanische als auch theokratische ZĂŒge.

Nach einer historisch niedrigen Wahlbeteiligung von 41 Prozent bei den Parlamentswahlen könnte der WĂ€chterrat unter Druck stehen, mehr Wettbewerb im Wahlkampf zuzulassen, um ausreichend LegitimitĂ€t fĂŒr den neuen PrĂ€sidenten sicherzustellen. Ein iranischer Professor im Ruhestand vermutete jedoch, dass dies inzwischen keine große Rolle mehr spiele und das System noch autokratischer werde.

Anders als in vielen LĂ€ndern ist der PrĂ€sident im Iran nicht das Staatsoberhaupt, sondern bloß Regierungschef. Die eigentliche Macht konzentriert sich auf den ReligionsfĂŒhrer, der in allen strategischen Belangen das letzte Wort hat. Seit 1989 ist das Ajatollah Ali Chamenei.

Scholz kondoliert ungewöhnlich kurz

In einem ungewöhnlich kurzen Kondolenzschreiben an den VizeprĂ€sidenten Mohammed Mochber teilte Bundeskanzler Olaf Scholz der Regierung in Teheran und den Familien der Toten sein Beileid mit. «Unser Beileid gilt der Regierung der Islamischen Republik Iran und den Familien der beim Absturz Getöteten», hieß es darin.

@ dpa.de