Schusswechsel, Indien

Schusswechsel zwischen Indien und Pakistan an der Grenze

08.05.2025 - 10:36:48

Im Konflikt zwischen den AtommÀchten ist keine Entspannung in Sicht. Indien meldet Artilleriefeuer, Pakistan den Abschuss indischer Drohnen.

  • Zerstörungen nahe Lahore in Pakistan - Foto: Sajjad/XinHua/dpa

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  • Die Spannungen zwischen Indien und Pakistan halten an. - Foto: M.D. Mughal/AP/dpa

    M.D. Mughal/AP/dpa

Zerstörungen nahe Lahore in Pakistan - Foto: Sajjad/XinHua/dpaDie Spannungen zwischen Indien und Pakistan halten an. - Foto: M.D. Mughal/AP/dpa

Nach Luftangriffen des indischen MilitÀrs auf mehrere pakistanische Ziele bleibt die Lage zwischen den beiden AtommÀchten angespannt. In der Nacht zum Donnerstag kam es nach Berichten indischer Medien in der Himalaya-Region Kaschmir erneut zu Schusswechseln zwischen Soldaten beider LÀnder sowie zu Artilleriebeschuss. Pakistan erklÀrte, es habe seit der Nacht 25 indische Drohnen abgeschossen. 

Die Schusswechsel erfolgten erneut im Grenzgebiet Kaschmirs. Die Region ist zwischen Pakistan und Indien geteilt, beide beanspruchen aber das ganze Gebiet fĂŒr sich. 

Von pakistanischer Seite wurden entlang der militĂ€rischen Kontrolllinie neben SchĂŒssen aus Kleinwaffen auch Granaten abgefeuert, wie die Nachrichtenagentur PTI sowie andere indische Medien unter Berufung auf das MilitĂ€r und das Verteidigungsministerium meldeten. Indiens MilitĂ€r sprach demnach von «unprovozierten» SchĂŒssen. 

Irans Außenminister Abbas Araghtschi fĂŒhrte inmitten der militĂ€rischen Spannungen GesprĂ€che in Neu-Delhi: Er traf seinen indischen Kollegen Subrahmanyam Jaishankar, wie iranische Staatsmedien berichteten. Der Besuch sei lĂ€nger geplant gewesen, sagte Araghtschi bei seiner Ankunft. Daher stĂŒnden auch wirtschaftliche Themen auf der Agenda. «Unsere Region braucht Ruhe», fĂŒgte er hinzu. Deshalb wolle der Iran auch vermitteln.

Tote durch Artilleriebeschuss

In der Nacht zuvor waren bei pakistanischem Artilleriebeschuss nach Angaben des indischen MilitÀrs mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen, darunter auch ein indischer Soldat. Davor hatte das MilitÀr von zwölf Zivilisten, darunter auch Frauen und Kinder, gesprochen. Mehrere GebÀude in grenznahen Orten wurden demnach zerstört.

Das pakistanische Artilleriefeuer begann nach Angaben Indiens in der Nacht zum Mittwoch – nach Angriffen der eigenen StreitkrĂ€fte auf Ziele in Pakistan und dem pakistanisch kontrollierten Teil Kaschmirs. Bei den gezielten indischen Angriffen seien neun Einrichtungen von «Terrorgruppen» zerstört worden, hieß es. Pakistan, das von Raketenangriffen sprach, drohte Indien mit Vergeltung.

Durch indische Angriffe kamen auf pakistanischer Seite nach Angaben des MilitĂ€rs mehr als 30 Menschen ums Leben, 57 weitere wurden demnach verletzt. Zudem seien durch den Abschuss der indischen Drohnen in der vergangenen Nacht durch die herabstĂŒrzenden TrĂŒmmerteile eine Person getötet und fĂŒnf weitere verletzt worden, darunter vier Soldaten. 

Die Angriffe Indiens gelten als Reaktion auf einen Terroranschlag vom 22. April im indischen Unionsterritorium Jammu und Kaschmir, bei dem 26 Menschen – ĂŒberwiegend indische Touristen – getötet wurden. Neu-Delhi wirft Pakistan eine Beteiligung vor, was Islamabad zurĂŒckweist. 

Pakistan: Abschuss von Drohnen

Bei den Drohnen, die in Pakistan abgeschossen worden seien, handelte es sich um unbewaffnete Drohnen, wie die Deutschen Presse-Agentur aus Geheimdienstkreisen erfuhr. Solche unbemannten Flugkörper können etwa der Überwachung dienen. 

Nach Angaben der zivilen Luftfahrtbehörde in Pakistan wurden am Donnerstag zudem mehrere FlughĂ€fen vorĂŒbergehend geschlossen. Demnach war der Betrieb an den FlughĂ€fen in den MillionenstĂ€dten Islamabad, Karachi, Lahore sowie in der nordöstlichen Stadt Sialkot nahe der indischen Grenze bis zum Mittag Ortszeit eingestellt. Pakistan hatte auch in der Nacht zu Mittwoch seinen Luftraum vorĂŒbergehend geschlossen und den Betrieb an den FlughĂ€fen Islamabad und Lahore zeitweise eingestellt. 

Umstrittenes Kaschmir 

Die UrsprĂŒnge des Konflikts reichen bis in die Kolonialzeit zurĂŒck. 1947 entließen die Briten den indischen Subkontinent in die UnabhĂ€ngigkeit und teilten diesen auf. Aus der Teilung entstand neben dem ĂŒberwiegend hinduistischen Indien der neue Staat Pakistan fĂŒr Muslime. Die gewaltvoll verlaufene Teilung nĂ€hrt bis heute eine erbitterte RivalitĂ€t. Seit ihrer UnabhĂ€ngigkeit fĂŒhrten beide LĂ€nder drei Kriege gegeneinander, zwei davon um Kaschmir.

@ dpa.de