USA greifen Irans Atomanlagen an
22.06.2025 - 05:08:55Die USA haben an der Seite Israels in den Krieg gegen den Iran eingegriffen und nach Angaben von US-PrĂ€sident Donald Trump Atomanlagen attackiert. Irans «entscheidende Anlagen zur Uran-Anreicherung» seien komplett zerstört, sagte Trump im WeiĂen Haus. Bombardiert worden seien die unterirdische Uran-Anreicherungsanlage in Fordo sowie die Standorte Natans und Isfahan. Iran mĂŒsse sich jetzt fĂŒr den Weg des Friedens entscheiden, sonst wĂŒrden kĂŒnftige Attacken viel gröĂer, drohte Trump. Ob die Islamische Republik ungeachtet dieser scharfen Drohung Vergeltung gegen US-StĂŒtzpunkte in der Region ĂŒben wird, bleibt abzuwarten.
«Wenn der Frieden nicht schnell kommt, werden wir die anderen Ziele mit PrĂ€zision, Schnelligkeit und Geschick angreifen, die meisten von ihnen können in wenigen Minuten ausgeschaltet werden», warnte Trump die FĂŒhrung in Teheran. Das Ziel der USA sei die Zerstörung der iranischen KapazitĂ€ten zur Anreicherung gewesen und die Beendigung der nuklearen Bedrohung durch den «weltweit gröĂten staatlichen Sponsor des Terrors», erklĂ€rte Trump. Auf den StĂŒtzpunkten des US-MilitĂ€rs in der Region - etwa im Irak, in Katar oder in Kuwait - sind US-Medien zufolge insgesamt gut 40.000 Soldaten stationiert.
UN-Chef warnt vor katastrophalen Folgen fĂŒr die Welt
Der israelische MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu sprach von einer «mutigen Entscheidung» des US-PrĂ€sidenten. «Ihre mutige Entscheidung, die nuklearen Anlagen Irans mit der gewaltigen und gerechten Macht der Vereinigten Staaten ins Visier zu nehmen, wird die Geschichte verĂ€ndern», sagte Netanjahu in einer Video-Botschaft. Vor den Angriffen hatte Trump betont, der Iran dĂŒrfe niemals in den Besitz einer Atombombe gelangen. Eigentlich war er mit dem Ziel zur Wahl angetreten, die USA nicht in neue Kriege zu fĂŒhren.
UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres zeigte sich nach den US-Angriffen «zutiefst beunruhigt» und warnte vor katastrophalen Folgen fĂŒr die Welt. «In dieser gefĂ€hrlichen Stunde ist es von entscheidender Bedeutung, eine Spirale des Chaos zu vermeiden», sagte Guterres in der Nacht. Die Mitgliedsstaaten seien aufgefordert, ihren Verpflichtungen aus der UN-Charta nachzukommen. «Es gibt keine militĂ€rische Lösung. Der einzige Weg nach vorne ist die Diplomatie. Die einzige Hoffnung ist der Frieden», sagte Guterres.
Iran bestĂ€tigt Angriffe auf AtomanlagenÂ
Der Iran bestÀtigte einen Angriff auf die Atomanlagen des Landes. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete allerdings nur, dass ein Teil des Bereichs um die Uran-Anreicherungsanlage Fordo beschÀdigt worden sei. Sie zitierte einen Sprecher des Krisenstabs der betroffenen Provinz Ghom, demzufolge die Lage in den Gebieten nun jedoch wieder ruhig sei. Ein hochrangiger Sicherheitsbeamter der Provinz Isfahan bestÀtigte laut der mit den mÀchtigen Revolutionsgarden verbundenen Nachrichtenagentur Tasnim zudem Angriffe «in der NÀhe» der Atomanlagen von Isfahan und Natans.
Nach dem US-Angriff auf Fordo besteht nach Darstellung einer iranischen Behörde kein Risiko. Es bestehe keinerlei Gefahr fĂŒr die Bevölkerung von Ghom und die umliegenden Gebiete, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf die Krisenmanagementzentrale der betroffenen Provinz. Die Anlage Fordo liegt etwa 100 Meter tief unter der Erde. Es ist unklar, ob bei einer schweren Bombardierung radioaktive Strahlung aus der Anlage austritt. WĂ€rmebilder von Nasa-Satelliten zeigten unterdessen auffĂ€llige WĂ€rmequellen, die auf BrĂ€nde infolge der Bombardierung bei der Anlage hindeuten.
Irans Atomenergieorganisation verurteilte die US-Angriffe auf ihre Nuklearanlagen scharf. Die Organisation rief die Weltgemeinschaft auf, die Bombardierungen ebenfalls zu verurteilen. Die Angriffe auf die Atomanlagen Fordo, Natans und in Isfahan bezeichnete die Organisation als «barbarischen Aktion», die gegen internationales Recht verstoĂe.
VorwĂŒrfe machte Teheran auch der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA. Die Angriffe seien «unter der GleichgĂŒltigkeit oder gar Mitwirkung» der IAEA erfolgt. Irans Atomorganisation erklĂ€rte, dass trotz der «bösartigen Verschwörungen der Feinde» Irans Nuklearprogramm nicht gestoppt werde.
Wie sich der Krieg entwickelt hat
Israel greift seit Tagen Ziele im Iran an - darunter Atomanlagen, fĂŒhrende MilitĂ€rs, Atomwissenschaftler, Verteidigungsstellungen, Ziele in StĂ€dten und Ăl- und Erdgasfelder. Das erklĂ€rte Hauptziel ist es, die Islamische Republik an der Entwicklung von Atomwaffen zu hindern. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel.
Trump hatte am Donnerstag erklĂ€ren lassen, innerhalb von zwei Wochen eine Entscheidung ĂŒber eine mögliche Beteiligung der USA an dem Krieg zu treffen. Zuvor hatte er auf dem Verhandlungsweg versucht, den Iran von seinem umstrittenen Atomprogramm abzubringen. Eine weitere Runde der vom Oman vermittelten GesprĂ€che zwischen den USA und dem Iran war ursprĂŒnglich fĂŒr den vergangenen Sonntag geplant gewesen - doch Israels Angriffe machten den Plan zunichte.Â
Der Krieg zwischen den beiden Erzfeinden ist eine bedeutsame Eskalation der ohnehin dramatischen Lage im Nahen Osten. Israel fĂŒhrt seit dem Hamas-Massaker in Israel vom 7. Oktober 2023 Krieg gegen die Islamisten im Gazastreifen. Zwischenzeitlich bombardierte Israel auch die mit dem Iran verbĂŒndete Hisbollah-Miliz im Libanon.Â
Bericht: USA setzten Tarnkappenbomber einÂ
Der israelische Armeesender berichtete unter Berufung auf israelische ReprĂ€sentanten, die USA hĂ€tten Israel vor dem Angriff ĂŒber den Plan informiert. Es seien Tarnkappenbomber vom Typ B-2 eingesetzt worden, berichtete der israelische Journalist Barak Ravid auf der Plattform X unter Berufung auf einen ranghohen israelischen Beamten. Diese Flugzeuge sind als einzige in der Lage, schwere sogenannte Bunkerbrecher-Bomben abzuwerfen, die laut Experten nötig sind, um die unterirdische Uran-Anreicherungsanlage in Fordo zu treffen.
Das US-MilitĂ€r hatte in den vergangenen Tagen schrittweise seine PrĂ€senz im Nahen Osten verstĂ€rkt und nach und nach zusĂ€tzliche Ressourcen in die Region verlegt. Das US-MilitĂ€r hatte bisher nur Israel bei der Verteidigung unterstĂŒtzt, aber betont, dass man nicht an den Kampfhandlungen zwischen Israel und dem Iran beteiligt sei. Das hat sich jetzt geĂ€ndert - mit unvorhersehbaren Folgen.Â
Israel verschĂ€rft Zivilschutz-RegelnÂ
Israel hat nach den US-Angriffen auf Atomanlagen im Iran die Zivilschutz-Regeln fĂŒr seine eigene Bevölkerung verschĂ€rft. Mit Billigung des Verteidigungsministers Israel Katz und nach einer LageeinschĂ€tzung sei beschlossen worden, dass in allen Landesteilen nur noch essenzielle AktivitĂ€ten erlaubt seien, hieĂ es in einer Mitteilung der Armee. Die Ăffentlichkeit mĂŒsse sich an Anweisungen des Heimatschutzes halten.







