Raketenbeschuss im Iran-Krieg hÀlt an - Offensive im Libanon
16.03.2026 - 14:55:12 | dpa.deZu Beginn der dritten Kriegswoche im Nahen Osten bleibt der Iran Zielscheibe massiver Angriffe von Israel und den USA, ohne dass auf diplomatischer Ebene sichtbar Bewegung in den Konflikt kommt. Der Iran nahm seinerseits erneut Israel und Ziele in den Golfstaaten unter Beschuss.Â
Israels Armee sprach von einer «groĂangelegten Angriffswelle», die in den StĂ€dten Teheran, Schiras und Tabris die Infrastruktur der FĂŒhrung ins Visier nehme. Auch iranische Medien meldeten eine neue Angriffswelle in der Hauptstadt Teheran. Im Osten der Millionenmetropole seien nach israelisch-amerikanischen Angriffen Explosionen zu hören gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur Fars.
Berichte ĂŒber zahlreiche Opfer bei Luftangriffen auf Teheran
Bei den Luftangriffen seien neben stÀdtischer Infrastruktur auch Wohngebiete bombardiert worden, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Es sei eine «betrÀchtliche Zahl von Menschen» getötet oder verletzt worden. Bei einem israelischen Luftangriff in Teheran wurde iranischen Angaben zufolge auch ein GebÀude der stÀdtischen Stromwerke bombardiert. Mehrere Mitarbeiter und Ingenieure kamen demnach ums Leben.
Bei den israelisch-amerikanischen Angriffen im Iran sind nach Regierungsangaben mehr als 61.000 zivile Einrichtungen beschÀdigt oder zerstört worden. Allein in der Hauptstadt seien SchÀden an 18.180 Wohnungen und GeschÀftseinheiten entstanden, sagte Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani bei einer Pressekonferenz.
Israel weiter aus dem Iran unter Beschuss
Israel wurde ebenfalls erneut aus dem Iran mit Raketen angegriffen. Dabei wurde am Morgen eine Frau in einem Schutzraum leicht verletzt, teilte der israelische Rettungsdienst Magen David Adom mit. Berichten zufolge gab es mehrere weitere EinschlÀge von Raketenteilen im Zentrum des Landes. Demnach soll der Iran erneut die international weitgehend geÀchtete Streumunition eingesetzt haben.
Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron appellierte am Sonntagabend an seinen iranischen Kollegen Massud Peseschkian, Angriffe auf LĂ€nder in der Region sofort zu stoppen. «Ich habe ihn aufgefordert, die inakzeptablen Angriffe, die der Iran gegen die LĂ€nder der Region fĂŒhrt - sei es direkt oder ĂŒber Stellvertreter wie im Libanon und im Irak - unverzĂŒglich einzustellen», schrieb Macron nach einem Telefonat mit Peseschkian auf der Plattform X. «Nur ein neuer politischer und sicherheitspolitischer Rahmen kann Frieden und Sicherheit fĂŒr alle gewĂ€hrleisten.»
Angriff auf US-MilitĂ€rstĂŒtzpunkt im Irak
Eine mit dem Iran verbĂŒndete Miliz griff unterdessen nach eigenen Angaben einen US-MilitĂ€rstĂŒtzpunkt im Irak an und tötete dabei sechs US-Soldaten. Vier weitere US-Soldaten seien bei dem Raketenangriff auf die MilitĂ€rbasis in der NĂ€he des Flughafens von Bagdad schwer verletzt worden, teilte die Miliz Saraja Aulija al-Dam mit. Vom US-MilitĂ€r gab es zunĂ€chst keine Informationen zu dem Vorfall.Â
Das MedienbĂŒro der irakischen StreitkrĂ€fte erklĂ€rte, es habe am Abend Angriffe mit fĂŒnf Raketen auf die Gegend rund um den Flughafen gegeben. Mehrere SicherheitskrĂ€fte, Flughafenmitarbeiter und ein Ingenieur seien verletzt worden. Einige der Raketen seien auf dem FlughafengelĂ€nde niedergegangen.
Ein Drohneneinschlag setzte am Flughafen Dubai ein Treibstofflager in Brand und legte den Luftverkehr stundenlang lahm. Am Vormittag durften dann wieder erste Flieger starten und landen, wie die Regierung auf X mitteilte. Zuvor hatten EinsatzkrĂ€fte das Feuer unter Kontrolle gebracht, es gab nach Behördenangaben keine Verletzten.Â
Nahostkrieg legt Flugdrehkreuz Dubai lahm
Dubai gehört zu den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der Airport dort ânormalerweise eines der wichtigsten internationalen Drehkreuze â ist wegen des Iran-Kriegs und der Gegenangriffe Teherans auf Staaten in der Golfregion ohnehin massiv betroffen. Schon vor der jĂŒngsten Attacke galt kein regulĂ€rer Flugplan.
Saudi-Arabien fing in der Nacht mehr als 60 Drohnen im ölreichen Osten des Landes ab. Die Drohnen seien zerstört worden, erklĂ€rte das Verteidigungsministerium. Im Osten des Königreichs liegen um Abkaik die gröĂten Ălfelder und -anlagen des Landes, die im Krieg mit dem Iran schon mehrfach Ziel von Angriffen wurden.
Israel beginnt begrenzte Bodenoffensive im Libanon
Israels Armee begann eigenen Angaben zufolge in den vergangenen Tagen «begrenzte und gezielte BodeneinsĂ€tze» im SĂŒden des Nachbarlands Libanon. Ziel seien aktive Hisbollah-Mitglieder sowie die Infrastruktur der Miliz, teilte Israels Armee mit. Die EinsĂ€tze am Boden seien «Teil umfassenderer VerteidigungsmaĂnahmen», um die Einwohner im angrenzenden Nordisrael zu schĂŒtzen. Die «Times of Israel» sprach von einer «Erweiterung der Pufferzone» im SĂŒdlibanon, «um die Bedrohung durch die Hisbollah von der Grenze fernzuhalten».
Im Libanon sind im Zuge des Iran-Kriegs die KĂ€mpfe zwischen der vom Iran unterstĂŒtzten Hisbollah-Miliz und Israels MilitĂ€r wieder aufgeflammt. In dem Land herrscht nun Sorge vor einer gröĂeren Bodenoffensive Israels. Die Bundesregierung warnte die israelische Regierung vor einer solchen Offensive und Ă€uĂerte sich «enorm beunruhigt» ĂŒber die Entwicklungen im Libanon.
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