Donald Trump, USA

New Yorker Prozess gegen Trump fĂŒr MĂ€rz 2024 angesetzt

24.05.2023 - 07:47:27

Im November 2024 stehen die nĂ€chsten US-PrĂ€sidentschaftswahlen an - fĂŒr die republikanische Kandidatur bewirbt sich auch Ex-PrĂ€sident Trump. Der hat rund acht Monate zuvor nun noch einen anderen Termin.

Der ehemalige US-PrĂ€sident Donald Trump soll sich nur etwa acht Monate vor der PrĂ€sidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten vor Gericht verantworten. Der Beginn seines Prozesses im Zusammenhang mit Schweigegeldzahlungen an einen Pornostar wurde am Dienstag vorlĂ€ufig auf den 25. MĂ€rz 2024 festgelegt, wie die Sender CNN und CNBC berichteten. Das sei «sehr unfair» und ein Eingriff in die Wahlen, beschwerte sich Trump auf der von ihm mitbegrĂŒndeten Plattform «Truth Social».

Laut CNN betonte der zustĂ€ndige Richter Juan Merchan, er wolle Trump in keiner Weise vom Wahlkampf abhalten. Der 76-JĂ€hrige wurde in der nur wenige Minuten dauernden Anhörung demnach vom Richter aber unterrichtet, dass er interne Gerichtsdokumente nicht veröffentlichen dĂŒrfe. Trump war per Video zugeschaltet, trug einen Anzug, saß vor zwei US-Flaggen und Ă€ußerte sich nicht ausfĂŒhrlich.

In 34 Punkten angeklagt

Trump ist in New York seit Anfang April in 34 Punkten angeklagt: Die Staatsanwaltschaft legt dem Republikaner FĂ€lschung von GeschĂ€ftsunterlagen zur Last. Er habe damit schĂ€dliche Informationen und rechtswidrige AktivitĂ€ten vor und nach der PrĂ€sidentenwahl 2016 verbergen wollen, um seine Chancen bei der Abstimmung zu verbessern. Nach den New Yorker Wahlgesetzen ist es strafbar, einen Komplott zu schmieden, um einen Kandidaten bei einer Wahl mit unrechtmĂ€ĂŸigen Mitteln voranzubringen.

Der Hintergrund des Falls ist vor allem, dass Trump kurz vor seiner Wahl zum PrĂ€sidenten 130.000 Dollar Schweigegeld an die Pornodarstellerin Stormy Daniels hatte zahlen lassen. Sie hatte behauptet, sie habe Sex mit ihm gehabt. Trump bestreitet eine AffĂ€re, nicht aber, dass Geld geflossen ist. Schweigevereinbarungen zwischen zwei Parteien sind an sich nicht illegal. Trump wird aber vorgeworfen, er habe die Zahlungen unrechtmĂ€ĂŸig verbucht, auf illegale Weise zu verschleiern versucht und damit andere GesetzesverstĂ¶ĂŸe vertuschen wollen.

Trump ist der erste Ex-PrĂ€sident in der US-Geschichte, der sich in einem Strafverfahren verantworten muss. Der Bewerber fĂŒr die republikanische Kandidatur fĂŒr die PrĂ€sidentenwahl 2024 hatte auf «nicht schuldig» plĂ€diert.

Weitere juristische Auseinandersetzungen

Auch in mehreren anderen FĂ€llen muss sich Trump derzeit mit Gerichten auseinandersetzen. Unter anderem hat US-Justizminister Merrick Garland einen Sonderermittler eingesetzt, weil Trump nach seinem Auszug aus dem Weißen Haus in großem Umfang vertrauliche Regierungsunterlagen in sein privates Anwesen in Florida mitgenommen haben soll. Trump wird zudem vorgeworfen, die Ermittlungen behindert haben zu wollen. Seine AnwĂ€lte schrieben einen Brief an Garland, den Trump in der Nacht zum Mittwoch auf Truth Social veröffentlichte, in dem sie Garland um ein Treffen baten. Trump werde unfair behandelt, hieß es in dem Brief.

Anfang Mai hatte in einem anderen Fall eine New Yorker Geschworenenjury es als erwiesen angesehen, dass Trump die US-Autorin E. Jean Carroll 1996 in einem New Yorker Nobelkaufhaus angegriffen und sexuell missbraucht hatte. Strafrechtlich sind die VorwĂŒrfe verjĂ€hrt, zivilrechtlich stand Carroll der Rechtsweg jedoch offen. Die Jury ordnete auch wegen Verleumdung an, dass Trump insgesamt fĂŒnf Millionen Dollar (rund 4,56 Millionen Euro) an die heute 79-JĂ€hrige zahlen muss.

Trump legte Berufung gegen das Urteil ein - und Ă€ußerte sich in einem CNN-Interview nach dem Urteil erneut abfĂ€llig ĂŒber Carroll. Die baute daraufhin eine weitere Verleumdungsklage um diese Äußerungen von Trump aus, wie US-Medien ĂŒbereinstimmend berichteten. Demnach fordere sie nun eine weitere «sehr substanzielle» Summe.

@ dpa.de