Betrugsverfahren, Trump

Betrugsverfahren: Trump zahlt 175 Millionen Dollar Kaution

02.04.2024 - 04:29:20

Im November will Donald Trump erneut zum US-PrÀsidenten gewÀhlt werden. Im Weg stehen ihm Joe Biden - und einige Prozesse.

Im Betrugsprozess gegen Donald Trump in New York hat der ehemalige US-PrĂ€sident eine BĂŒrgschaft von 175 Millionen Dollar (etwa 160 Millionen Euro) hinterlegt. Damit ist die fĂ€llige Zahlung einer Gesamtstrafe in Höhe von rund 450 Millionen US-Dollar zunĂ€chst ausgesetzt, bis es eine weitere Entscheidung in dem Fall gibt, wie US-Medien ĂŒbereinstimmend unter Berufung auf Gerichtsunterlagen berichteten.

Trump wendet damit auch eine Beschlagnahmung seines Vermögens zur Begleichung seiner Schulden ab. Sollte das Urteil gegen Trump bestĂ€tigt werden, muss er die gesamte Summe zahlen. Wenn er den Prozess gewinnt, bekommt er die bereits gezahlte Kaution zurĂŒck.

Im Februar war Trump, der im November erneut zum US-PrĂ€sidenten gewĂ€hlt werden will, in dem Betrugsprozess zu einer Strafe von mehr als 350 Millionen Dollar verurteilt worden. Mit Zinsen belĂ€uft sich die fĂ€llige Gesamtsumme inzwischen auf mehr als 450 Millionen US-Dollar. Eine Frist von 30 Tagen fĂŒr die Hinterlegung des Geldes war vor einer Woche ausgelaufen. Ein Berufungsgericht rĂ€umte Trump aber weitere zehn Tage Zeit fĂŒr die Zahlung der Strafe ein und reduzierte die fĂ€llige Kaution auf 175 Millionen Dollar. Es war lange unklar gewesen, ob Trump das Geld rechtzeitig aufbringen kann.

In dem Zivilprozess war Trump, dessen Söhnen und Mitarbeitern vorgeworfen worden, den Wert der Trump Organization jahrelang manipuliert zu haben, um an gĂŒnstigere Kredite und VersicherungsvertrĂ€ge zu kommen.

Wirbel auch um Schweigegeld-Prozess

Der Richter im bevorstehenden Schweigegeld-Prozess gegen Trump hat öffentliche Aussagen des ehemaligen US-PrĂ€sidenten weiter eingeschrĂ€nkt, nachdem dieser die Tochter des Juristen in sozialen Medien angegangen war. Die Äußerungen Trumps dienten keinem legitimen Zweck und stellten einen Angriff auf die Rechtsstaatlichkeit selbst dar, schrieb Richter Juan Merchan in seiner VerfĂŒgung, wie US-Medien ĂŒbereinstimmend berichteten. 

Der Ex-PrĂ€sident hatte demnach Merchans Tochter, die als Beraterin fĂŒr die Demokratische Partei gearbeitet hat, in seinem Social-Media-Netzwerk Truth Social kritisiert und sie als «Trump-Hasserin» bezeichnet. Dadurch sei auch der Richter selbst gegen ihn voreingenommen. Merchan untersagte den Berichten zufolge auch öffentliche Bemerkungen ĂŒber die Familie des zustĂ€ndigen Staatsanwalts Alvin Bragg. Dessen BĂŒro hatte den Richter demnach gebeten, gegen die Äußerungen des Ex-PrĂ€sidenten vorzugehen.

Ein Sprecher Trumps kritisierte die VerfĂŒgung im Sender CBS News als verfassungswidrig. Sie hindere den Republikaner daran, sich politisch zu Ă€ußern. Bereits vergangene Woche hatte Richter Merchan öffentliche Aussagen des 77-JĂ€hrigen ĂŒber Zeugen, Geschworene und Mitarbeiter der Justiz eingeschrĂ€nkt. Der Prozess soll am 15. April beginnen. 

Trump, der im November erneut fĂŒr die Republikaner ins Weiße Haus gewĂ€hlt werden will, ist in dem Schweigegeld-Verfahren unter anderem wegen FĂ€lschung von GeschĂ€ftsunterlagen angeklagt. Der Hintergrund des Falls ist, dass er 2016, kurz vor seiner Wahl zum PrĂ€sidenten, 130.000 US-Dollar Schweigegeld an die Pornodarstellerin Stormy Daniels zahlen ließ. Sie hatte behauptet, sie habe Sex mit ihm gehabt. 

Trump bestreitet eine AffĂ€re, nicht aber, dass Geld geflossen ist. Schweigevereinbarungen zwischen zwei Parteien sind in den USA nicht illegal. Trump wird aber vorgeworfen, er habe die Zahlungen unrechtmĂ€ĂŸig verbucht und illegal zu verschleiern versucht.

@ dpa.de