Verteidigung: «PrÀsident Trump ist unschuldig»
22.04.2024 - 18:06:55Im Prozess um Schweigegeldzahlungen an eine Pornodarstellerin hat Donald Trumps Anwalt den ehemaligen US-PrĂ€sidenten als rechtschaffen dargestellt und ihn gegen Wahlbetrugs-VorwĂŒrfe verteidigt.
«PrÀsident Trump ist unschuldig. PrÀsident Trump hat keine Verbrechen begangen», sagte Verteidiger Todd Blanche in New York in seinem EröffnungsplÀdoyer im ersten Strafprozess gegen einen ehemaligen PrÀsidenten in der amerikanischen Geschichte. Es sei völlig legal, Geheimhaltungsvereinbarungen einzugehen. Der im Saal anwesende Trump drehte sich seinem Anwalt wÀhrend dessen Rede zu und hörte offensichtlich aufmerksam zu.
In dem Strafprozess gegen Trump geht es um dessen Schweigegeldzahlungen an Pornostar Stormy Daniels - angeklagt ist er unter anderem wegen FÀlschung von GeschÀftsunterlagen. Der 77-JÀhrige, der im November erneut zum US-PrÀsidenten gewÀhlt werden will, hat auf nicht schuldig plÀdiert. Schlimmstenfalls drohen Trump mehrere Jahre Haft, die aber zur BewÀhrung ausgesetzt werden könnten. Dem Fall wird Einfluss auf den Fortgang des gegenwÀrtigen US-Wahlkampfes zugesprochen.
Anwalt hebt menschliche Seite Trumps hervor
Blanche wandte sich gegen VorwĂŒrfe der Staatsanwaltschaft, Trump habe Berichte ĂŒber Sexskandale unterdrĂŒcken und dadurch die US-PrĂ€sidentenwahl 2016 beeinflussen wollen. «Es ist nichts Falsches daran, Wahlen zu beeinflussen, das nennt man Demokratie», sagte der Anwalt. Die bezahlten Gelder seien rechtmĂ€Ăig geflossen.
Blanche griff dabei auch den Kronzeugen der Verteidigung, Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen, scharf an: Dieser sei ein unglaubwĂŒrdiger Krimineller, der bereits unter Eid gelogen hĂ€tte. Gleichzeitig hob er auch eine menschliche Seite an Trump hervor. Dieser möge manchmal gröĂer als das Leben selbst erscheinen, doch das sei nicht alles: «Er ist auch ein Mann, er ist ein Ehemann, er ist ein Vater und er ist ein Mensch, genau wie Sie und wie ich.»
Anklage wirft Trump Straftat vor
Die Anklage hatte Trump zuvor unerlaubte Beeinflussung der PrÀsidentenwahl 2016 vorgeworfen. Trump habe sich mit seinem Anwalt und dem Herausgeber einer Boulevardzeitung «verschworen, um Einfluss auf die PrÀsidentschaftswahl 2016 zu nehmen», sagte Staatsanwalt Matthew Colangelo in seinem EröffnungsplÀdoyer.
Trump habe dabei die UnterdrĂŒckung negativer Geschichten ĂŒber seine auĂerehelichen AffĂ€ren unter anderem mit einer Pornodarstellerin veranlasst und in der Folge GeschĂ€ftsunterlagen entsprechend gefĂ€lscht. «In diesem Prozess geht es um eine kriminelle Verschwörung und eine Vertuschung, die der Angeklagte Donald Trump inszeniert hat», sagte Colangelo. «Es war Wahlbetrug.»
Der Prozess hatte bereits am vergangenen Montag mit der Auswahl einer zwölfköpfigen Jury begonnen. Ein Urteil könnte im Juni gefÀllt werden.


