Ukraine, Russland

Tschernobyl: Anlage fĂŒr abgebrannte Brennelemente getroffen

07.06.2026 - 11:26:38 | dpa.de

Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine werden auch immer wieder Atomanlagen getroffen. Nun spricht die IAEA von einem besorgniserregenden Vorfall in der Tschernobyl-Zone.

Die Sperrzone um das havarierte Atomkraftwerk von Tschernobyl dient heute als Lager fĂŒr abgebrannte Brennelemente. (Archivbild) - Bild: dpa
Die Sperrzone um das havarierte Atomkraftwerk von Tschernobyl dient heute als Lager fĂŒr abgebrannte Brennelemente. (Archivbild) - Bild: dpa

Bei einem russischen Drohnenangriff ist nach ukrainischen Angaben ein GebĂ€ude des zentralen Lagers fĂŒr abgebrannte Brennelemente in der Zone um das stillgelegte Atomkraftwerk Tschernobyl getroffen worden. Das GebĂ€ude fĂŒr die Annahme von BehĂ€ltern sei bei dem Angriff in der Nacht teilweise zerstört worden, teilte der Staatskonzern Energoatom mit. Es sei dort kein abgebrannter Kernbrennstoff gelagert worden. Die Strahlenwerte lĂ€gen innerhalb der festgelegten Grenzwerte, hieß es.

Ein Feuer habe sich auf einer FlÀche von 40 Quadratmetern ausgebreitet; es sei gelöscht worden, teilte das Unternehmen weiter mit. In dem zentralen Lager in der Sperrzone um das vor 40 Jahren havarierte AKW Tschernobyl werden abgebrannte Brennelemente aus anderen ukrainischen Kernkraftwerken langfristig gelagert.

IAEA-Chef Grossi: Vorfall Ă€ußerst besorgniserregend

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) teilte mit, dass sie von ukrainischer Seite ĂŒber die «erheblichen SchĂ€den» an dem GebĂ€ude informiert worden sei. Betroffen sind demnach die Fassade, die Fenster und TĂŒren. Auch benachbarte GebĂ€ude seien durch die Druckwelle in Mitleidenschaft gezogen. Ein IAEA-Team werde die Anlage in KĂŒrze besuchen, um die Auswirkungen zu begutachten, teilte die Behörde mit.

IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi erklĂ€rte bei X, der Vorfall sei Ă€ußerst besorgniserregend, da er sich in einer Liegenschaft ereignet habe, wo große Mengen an Kernmaterial gelagert seien - nur wenige Meter vom angegriffenen GebĂ€ude entfernt. Angriffe auf kerntechnische Anlagen seien völlig inakzeptabel und verstießen direkt gegen zentrale GrundsĂ€tze der nuklearen Sicherheit wĂ€hrend eines militĂ€rischen Konflikts, sagte Grossi.

Im Zuge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine, der seit mehr als vier Jahren andauert, kam es bereits mehrfach zu ZwischenfĂ€llen auch an Kernkraftwerken. Besonders betroffen von den KĂ€mpfen ist das AKW Saporischschja im SĂŒden.

Am 26. April 1986 war in der damaligen Sowjetrepublik Ukraine ein Test im AKW Tschernobyl außer Kontrolle geraten, und es trat der grĂ¶ĂŸte anzunehmende Unfall (GAU) ein. Radioaktive Wolken breiteten sich abgeschwĂ€cht bis nach Nord- und Westeuropa aus.

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