Ukraine sieht wachsende UnterstĂŒtzung fĂŒr Friedensplan
14.01.2024 - 20:49:12 | dpa.deDie Ukraine sieht wachsende UnterstĂŒtzung fĂŒr ihren Friedensplan im Krieg mit Russland und strebt perspektivisch einen Friedensgipfel auf höchster Ebene an.
Mit Russland könne man sich aber nur an einen Tisch setzen, wenn das Land ein ernsthaftes Ansinnen fĂŒr einen Frieden im Sinne der Ukraine beweise, sagte der Leiter des ukrainischen PrĂ€sidentenbĂŒros, Andrij Jermak, in Davos in der Schweiz. Hier hatten zuvor mehr als 80 LĂ€nder und internationale Organisationen an einer Konferenz ĂŒber die VorschlĂ€ge der Ukraine fĂŒr einen dauerhaften Frieden teilgenommen.
Der Schweizer AuĂenminister Ignazio Cassis betonte, die VerstĂ€ndigung auf Grundprinzipien fĂŒr eine Friedenslösung auf so breiter Ebene könne dazu beitragen, Russland eines Tages an den Verhandlungstisch zu bekommen. Doch bis zu einer Friedenslösung sei es noch ein langer Weg. Aktuell seien Friedensverhandlungen mit Russland nicht möglich, machte auch Jermak klar.
Russland stellte umgehend eine Reihe von Gegenforderungen fĂŒr eine eventuelle Teilnahme Moskaus an Ukraine-Verhandlungen. An erster Stelle mĂŒsste der Westen seine Waffenlieferungen an Kiew einstellen, sagte AuĂenamtssprecherin Maria Sacharowa nach Angaben der Staatsagentur Tass. Zudem mĂŒssten antirussische Sanktionen eingestellt und «russophobe ErklĂ€rungen» eingestellt werden. «Sollte diese Rhetorik (aus Davos) aber darauf abzielen, Russland in einen psychedelischen Prozess zu ziehen, der die prinzipiellen AnsĂ€tze Russlands beeinflussen soll, werden wir uns nicht in diese Falle locken lassen.»
Das ist die Friedensformel der Ukraine
Im Mittelpunkt der Konferenz stand erneut die sogenannte Friedensformel der Ukraine. Der Zehn-Punkte-Plan sieht den Abzug aller russischen Truppen, Strafen fĂŒr russische Kriegsverbrecher, Reparationen und Sicherheitsgarantien vor. Es war das vierte Treffen dieser Art. Man mĂŒsse den Menschen in der Ukraine Hoffnung geben, sagte Cassis. Moskau hat den Prozess in der Vergangenheit als Farce bezeichnet.
Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj zeigte sich in seiner Videoansprache am Sonntagabend erfreut ĂŒber die groĂe Zahl von Teilnehmern. Durch ihre Teilnahme bestĂ€tigten sie, «dass die auf Regeln basierende Weltordnung wiederhergestellt werden muss - fĂŒr alle Menschen auf der Erde, ohne Ausnahme».
Langer Weg bis zum Frieden
Auch Jermak zeigte sich zufrieden, dass zuletzt mehr LĂ€nder ihre UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine signalisiert und an den GesprĂ€chen auf Ebene der Sicherheitsberater teilgenommen hĂ€tten. In wichtigen Fragen sei man sich hier einig. Uneinigkeit herrschte unter den UnterstĂŒtzerstaaten der Ukraine demnach aber darĂŒber, wie man Russland an den Tisch bringen kann. Ziel sei, dass bis zu einem Gipfel der Staats- und Regierungschefs ein ausgearbeiteter Friedensplan vorliege.
Auch China, das am Sonntag nicht teilnahm, mĂŒsse möglichst eingebunden werden, sagten Cassis und Jermak ĂŒbereinstimmend. Am Weltwirtschaftsforums könnte es Schritte in diese Richtung geben. Denn nicht nur der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj wird in Davos erwartet. Auch der chinesische Premier Li Qiang hat seine Teilnahme angekĂŒndigt.
Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit dem 24. Februar 2022 gegen einen russischen Angriffskrieg. Noch sei keine Seite zu irgendwelchen ZugestÀndnissen bereit, sagte Cassis.
Mit solchen Konferenzen, auf denen eine einheitliche Sprache gefunden werde, sei die Welt auf den Dialog mit Russland besser gewappnet. «Die Arbeit ist mit dieser Konferenz nicht zu Ende», sagte er. In Davos berieten hohe Beamte und nationale Sicherheitsberater. Aus Berlin war ein Berater des Bundeskanzlers fĂŒr AuĂen- und Sicherheitspolitik dabei.
Angesichts stockender Hilfen fĂŒr die Ukraine dienen solche Treffen Kiew auch dazu, UnterstĂŒtzerlĂ€nder bei der Stange zu halten und neue hinzuzugewinnen. Er sei zuversichtlich, weitere UnterstĂŒtzung der westlichen Partner - auch aus den USA - zu erhalten, sagte Jermak.
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