Israelische, Soldaten

Israelische Soldaten bei Drohnenangriff aus Libanon getötet

14.10.2024 - 04:45:57 | dpa.de

Immer wieder greifen Israels Feinde mit Kampfdrohnen an. Bei einer Attacke der libanesischen Hisbollah nahe der Stadt Binjamina gibt es viele Opfer. Die Miliz droht Israel noch hÀrtere SchlÀge an.

  • UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres mahnt im Libanon zur ZurĂŒckhaltung. (Archivbild) - Foto: Michael Kappeler/dpa
    UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres mahnt im Libanon zur ZurĂŒckhaltung. (Archivbild) - Foto: Michael Kappeler/dpa
  • Die Hisbollah-Miliz droht Israel mit noch stĂ€rkeren Angriffen. - Foto: Ilia Yefimovich/dpa
    Die Hisbollah-Miliz droht Israel mit noch stÀrkeren Angriffen. - Foto: Ilia Yefimovich/dpa
  • Die USA schicken ein neues Raketenabwehrsystem nach Israel. (Archivbild) - Foto: Ralph Scott via ZUMA/Department Of Defense/ZUMA Wire/dpa
    Die USA schicken ein neues Raketenabwehrsystem nach Israel. (Archivbild) - Foto: Ralph Scott via ZUMA/Department Of Defense/ZUMA Wire/dpa
  • Die Hisbollah hat laut Israels Armee Stellungen gezielt nahe UN-Posten eingerichtet. - Foto: Ilia Yefimovich/dpa
    Die Hisbollah hat laut Israels Armee Stellungen gezielt nahe UN-Posten eingerichtet. - Foto: Ilia Yefimovich/dpa
  • Die Polio-Impfung im Gazastreifen wird fortgesetzt. (Archivbild) - Foto: Marwan Dawood/XinHua/dpa
    Die Polio-Impfung im Gazastreifen wird fortgesetzt. (Archivbild) - Foto: Marwan Dawood/XinHua/dpa
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Bei einem Drohnenangriff der libanesischen Hisbollah-Miliz auf einen israelischen ArmeestĂŒtzpunkt nahe der Stadt Binjamina sind vier Soldaten getötet worden. Wie die Armee in der Nacht bekanntgab, wurden sieben weitere Soldaten schwer verletzt. Insgesamt erlitten bei der Attacke am Sonntag laut Rettungsdiensten mehr als 60 Menschen Verletzungen. Damit ist es ist einer der blutigsten Angriffe auf Israel seit Beginn des Gaza-Kriegs vor gut einem Jahr.

Die Warnsirenen hatten vor der Attacke nicht geheult. «Wir werden untersuchen, wie eine Drohne ohne Vorwarnung eindringen und eine Basis treffen kann», kĂŒndigte der israelische Armeesprecher Daniel Hagari laut Medien kurz nach Mitternacht in einer Stellungnahme an. 

Hisbollah droht Israel mit verstÀrkten Angriffen

Die proiranische Hisbollah reklamierte den Angriff fĂŒr sich. Man habe ein Trainingscamp des israelischen MilitĂ€rs in Binjamina mit einem «Geschwader von Angriffsdrohnen» attackiert. Israels Radarsysteme hĂ€tten die hoch entwickelten Drohnen nicht erfasst, verkĂŒndete die Hisbollah in der Nacht auf Telegram. Die Schiiten-Miliz drohte Israel mit noch heftigeren Angriffen, falls der Nachbarstaat seine Offensive im Libanon nicht stoppen sollte - und «dass das, was er heute im SĂŒden Haifas erlebt hat, nur ein kleiner Vorgeschmack auf das ist, was ihn erwartet, wenn er beschließt, seine Aggression gegen unser edles und geliebtes Volk fortzusetzen».

Armeesprecher: Werden fĂŒr besseren Schutz sorgen 

Nach einer ersten Untersuchung habe die Hisbollah vom Libanon aus zwei Kamikaze-Drohnen gestartet, die vom Meer aus in den israelischen Luftraum eingedrungen seien, meldete die «Times of Israel». Beide Drohnen seien vom Radar geortet und eine vor der KĂŒste nördlich von Haifa abgeschossen worden. Flugzeuge und Hubschrauber hĂ€tten die zweite Drohne verfolgt, sie sei aber vom Radar verschwunden. Es hĂ€tten keine Sirenen geheult, weil davon ausgegangen worden sei, dass die Drohne abgestĂŒrzt oder abgefangen worden war, berichtete die Zeitung weiter. Die Drohne schlug schließlich in der NĂ€he von Binjamina ein.

Israels Armeesprecher Hagari forderte die Öffentlichkeit laut der «Times of Israel» auf, keine GerĂŒchte ĂŒber den Angriff 60 Kilometer nördlich der Stadt Tel Aviv zu verbreiten, solange die Fakten nicht geklĂ€rt seien. «Wir sind verpflichtet, fĂŒr einen besseren Schutz zu sorgen», wurde er zitiert. «Wir werden diesen Vorfall untersuchen, daraus lernen und uns verbessern».

USA schicken Israel neues Raketenabwehrsystem 

Um die Luftverteidigung Israels nach den jĂŒngsten schweren Raketenangriffen durch den Iran zu stĂ€rken, schicken die USA eine Batterie des hochmodernen Raketenabwehrsystems THAAD und ein dazugehöriges Team des US-MilitĂ€rs nach Israel. Der Schritt unterstreiche das eiserne Bekenntnis der Vereinigten Staaten zur Verteidigung Israels, teilte das US-Verteidigungsministerium mit. Die USA hatten im vergangenen Jahr angesichts des eskalierten Nahost-Konflikts bereits eine Batterie des Raketenabwehrsystems in die Region verlegt, nicht aber nach Israel selbst.

Unterdessen feuerte die Hisbollah nach Angaben der israelischen Armee in der Nacht erneut Raketen auf den Norden Israels ab. Demnach fing die Luftabwehr ungefĂ€hr fĂŒnf aus dem Libanon kommende Geschosse erfolgreich ab. Zuvor hatten in der Bucht von Haifa und umliegenden Gemeinden die Warnsirenen geheult. Laut der «Times of Israel» waren die Explosionen der Abwehrgeschosse am Nachthimmel ĂŒber Haifa zu sehen.

Israels Armee berichtet von Hisbollah-Stellungen nahe UN-Posten

Laut Israels Armee hat die mit dem Iran verbĂŒndete Hisbollah ihre Stellungen im SĂŒden Libanons gezielt nahe Posten der UN-Friedensmission Unifil eingerichtet. Im vergangenen Monat seien etwa 25 Raketen auf israelische Gemeinden und Truppen von Stellungen der Hisbollah in der NĂ€he solcher UN-Posten abgefeuert worden. Bei einem dieser Angriffe seien zwei Soldaten getötet worden. Bei begrenzten und «gezielten» EinsĂ€tzen seien Israels Truppen nur «einige Dutzend bis einige hundert Meter» von Unifil-Posten entfernt auf unterirdische Waffenlager gestoßen, hieß es. Die Hisbollah habe im Laufe der Jahre ihre Angriffsinfrastruktur bewusst in der NĂ€he von Stellungen der UN-Friedensmission aufgebaut.

Nachdem UN-Blauhelmtruppen bei Gefechten zwischen israelischen Soldaten und der Hisbollah beschossen worden waren, mahnte UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres zur ZurĂŒckhaltung. Personal und Posten der Unifil-Truppen dĂŒrften niemals gezielt angegriffen werden, ließ er ĂŒber einen Sprecher erklĂ€ren: «Angriffe auf Friedenstruppen verstoßen gegen das Völkerrecht, einschließlich des humanitĂ€ren Völkerrechts. Sie könnten ein Kriegsverbrechen darstellen.» Zur Aufforderung des israelischen MinisterprĂ€sidenten Benjamin Netanjahu, die Unifil-Truppen aus den Kampfgebieten abzuziehen, sagte Guterres, die Friedenstruppe bleibe auf ihren dortigen StĂŒtzpunkten. 

Erneut Dutzende Tote im Libanon 

Im Libanon wurden derweil bei israelischen Angriffen erneut Dutzende Menschen getötet. Am Samstag seien in verschiedenen Regionen des Landes 51 Menschen getötet worden, teilte das Gesundheitsministerium am Sonntagabend mit. 174 Menschen seien verletzt worden. Auch drei Soldaten der regulÀren libanesischen StreitkrÀfte erlitten nach Angaben der Armee Verletzungen.

Die libanesische Armee ist selbst nicht aktiv an dem Konflikt zwischen der Hisbollah und dem israelischen MilitÀr beteiligt. Nicht sie ist der erklÀrte Kriegsgegner Israels, sondern die Hisbollah. Insgesamt sind seit Ausbruch der Gefechte zwischen der Hisbollah und Israels MilitÀr vor gut einem Jahr nach libanesischen Angaben mehr als 2.300 Menschen im Libanon getötet und knapp 10.700 verletzt worden.

Unterdessen griff Israels Luftwaffe nach eigenen Angaben erneut eine Kommandozentrale der mit der Hisbollah verbĂŒndeten Hamas im Gazastreifen an. Sie habe sich im Zentrum des abgeriegelten KĂŒstenstreifens in einem GebĂ€ude befunden, das frĂŒher als Krankenhaus gedient habe, teilte die Armee in der Nacht auf Telegram mit. PalĂ€stinensischen Berichten zufolge kamen mehrere Menschen ums Leben, mehrere Zelte seien in Brand geraten. Weder diese Angaben noch die der israelischen Armee ließen sich unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen.

Polio-Impfung im Gazastreifen geht in zweite Runde

Heute soll im Gazastreifen die zweite Runde der Impfungen gegen KinderlĂ€hmung beginnen. Nach UN-Angaben sollen rund 590.000 Kinder unter zehn Jahren geimpft werden. Israel und die UN-Organisatoren vereinbarten dafĂŒr gebietsspezifische humanitĂ€re Feuerpausen. Die Polio-Impfungen mĂŒssen in zwei Dosen verabreicht werden, eine erste Runde hatte es bereits Anfang September gegeben. Im Sommer war der erste Polio-Fall seit 25 Jahren in dem abgeriegelten PalĂ€stinensergebiet entdeckt worden, das im Gaza-Krieg zu großen Teilen verwĂŒstet worden ist.

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