Aktivisten, Tote

Aktivisten: 25 Tote bei Luftangriff in Syrien

09.09.2024 - 14:06:27 | dpa.de

Immer wieder greift Israel Stellungen proiranischer Milizen in Syrien an. Nun gibt es erneut Tote. Derweil macht sich bei GesprĂ€chen ĂŒber eine Waffenruhe in Gaza laut Medien Pessimismus breit.

  • Immer wieder greift Israel laut Beobachtern Ziele in Syrien an. (Archivbild) - Foto: Leo Correa/AP/dpa
    Immer wieder greift Israel laut Beobachtern Ziele in Syrien an. (Archivbild) - Foto: Leo Correa/AP/dpa
  • EU-Chefdiplomat Borrell reist zu politischen GesprĂ€chen in den Nahen Osten. (Archivbild)  - Foto: Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa
    EU-Chefdiplomat Borrell reist zu politischen GesprÀchen in den Nahen Osten. (Archivbild) - Foto: Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa
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In Syrien sind bei einem mutmaßlich von Israels Luftwaffe geflogenen Angriff laut Menschenrechtsaktivisten mindestens 25 Menschen getötet worden, darunter fĂŒnf Zivilisten. 32 weitere seien verletzt worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle fĂŒr Menschenrechte mit Sitz in London mit. Syriens Staatsagentur Sana berichtete von 14 Todesopfern und 43 Verletzten. Kampfflugzeuge hĂ€tten Waffendepots proiranischer Milizen nahe der Stadt Hama angegriffen, teilte die Beobachtungsstelle fĂŒr Menschenrechte mit. Es habe mehrere Explosionen und BrĂ€nde gegeben. 

Israel kommentiert solche Angriffe in der Regel nicht. Die israelische Armee greift in Syrien aber immer wieder Stellungen von Milizen an, die vom Iran unterstĂŒtzt werden. Dabei werden auch regelmĂ€ĂŸig Soldaten der Regierungstruppen sowie MilizionĂ€re getötet.

Das in der Nacht angegriffene Gebiet liege westlich von Hama und gelte als StĂŒtzpunkt fĂŒr iranische StreitkrĂ€fte und proiranische Milizen, berichtete die «Times of Israel». Es sei in den vergangenen Jahren wiederholt Ziel von Israel zugeschriebenen Angriffen gewesen. Dort befinde sich auch ein Forschungszentrum, das nach israelischen Angaben von iranischen StreitkrĂ€ften zur Herstellung von PrĂ€zisions-Raketen genutzt werde.

Seit Beginn des Gaza-Kriegs zwischen Israel und der vom Iran unterstĂŒtzten Hamas vor elf Monaten hat Israel seine Angriffe in Syrien verstĂ€rkt. Der jĂŒdische Staat will verhindern, dass der Iran seinen militĂ€rischen Einfluss in dem Land mit Hilfe von Milizen ausbaut. Die Islamische Republik ist zusammen mit Russland der wichtigste VerbĂŒndete der syrischen Regierung von PrĂ€sident Baschar al-Assad. 

Schwindende Hoffnung auf Waffenruhe in Gaza

Derweil kommen die Verhandlungen ĂŒber eine Waffenruhe im Gazastreifen seit Monaten nicht voran. Mit einer Waffenruhe ist die Hoffnung verbunden, eine Ausweitung des Kriegs in der Region zu vermeiden. Das US-MilitĂ€r bereitet sich jedoch laut einem Bericht der «Financial Times» auf den Kollaps der GesprĂ€che vor, bei denen die USA, Ägypten und Katar vermitteln. US-Medien hatten kĂŒrzlich ĂŒber einen geplanten letzten Vorschlag fĂŒr ein Abkommen berichtet. 

Der Chef des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, William Burns, sagte daraufhin bei einer Veranstaltung der Zeitung in London: «Wir werden diesen detaillierteren Vorschlag vorlegen, in den nĂ€chsten paar Tagen, wie ich hoffe, und dann werden wir sehen.» Laut israelischen Medien ist es jedoch unwahrscheinlich, dass es dazu kommt. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte dem US-Sender Fox News erst kĂŒrzlich, es sei kein Deal in Sicht. 

Kritiker werfen Netanjahu vor, den Abschluss eines Abkommens ĂŒber eine Waffenruhe im Gaza-Krieg mit ĂŒberzogenen Forderungen - wie etwa der nach einem dauerhaften Verbleib des israelischen MilitĂ€rs an strategischen Stellen des Gazastreifens - zu torpedieren. Netanjahu regiert in einer Koalition mit rechtsextremen Parteien, die jegliche ZugestĂ€ndnisse an die Hamas ablehnen und ihm mit dem Platzen des RegierungsbĂŒndnisses drohen. 

EU-Chefdiplomat reist in den Nahen Osten

EU-Chefdiplomat Josep Borrell will sich nun wĂ€hrend eines Besuchs im Nahen Osten fĂŒr eine Waffenruhe einsetzen. Er wolle dafĂŒr heute in Kairo den Ă€gyptischen PrĂ€sidenten Abdel Fattah al-Sisi treffen und auch den GrenzĂŒbergang Rafah zum Gazastreifen besuchen, teilte der AuswĂ€rtige Dienst in BrĂŒssel mit. Die BemĂŒhungen der Vermittler stĂŒnden bei den GesprĂ€chen «weit oben auf der Agenda». Am Dienstag will Borrell Ägyptens Außenminister Badr Abdel-Atti treffen und an einer Sitzung der Arabischen Liga teilnehmen.

Auch im Libanon will Borrell am Mittwoch und Donnerstag politische GesprĂ€che fĂŒhren. Seit Beginn des Gaza-Kriegs kommt es nahezu tĂ€glich zu militĂ€rischen Konfrontationen zwischen der israelischen Armee und der vom Iran unterstĂŒtzten libanesischen Hisbollah-Miliz im Grenzgebiet beider LĂ€nder.

Kein Besuch in Israel geplant

Ein Besuch Borrells in Israel ist der Mitteilung zufolge nicht geplant. Der Spanier hat Israels Krieg in Gaza mehrfach deutlich kritisiert. Zwar betonte er, dass dieser mit dem«schrecklichen Terrorangriff der Hamas» vom 7. Oktober vergangenen Jahres begann, bei dem in Israel rund 1.200 Menschen getötet und mehr als 250 weitere als Geiseln verschleppt wurden. Allerdings könne «ein Grauen kein weiteres Grauen rechtfertigen», sagte Borrell im Mai dem Magazin «Foreign Policy».

Israel reagierte auf den terroristischen Überfall mit Luftangriffen und einer Bodenoffensive in Gaza. Laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde wurden seither mehr als 40.800 PalĂ€stinenser in dem abgeriegelten KĂŒstengebiet getötet. Die Zahl unterscheidet nicht zwischen KĂ€mpfern und Zivilisten und lĂ€sst sich unabhĂ€ngig kaum ĂŒberprĂŒfen.

Der UN-Menschenrechtsrat kommt heute in Genf zu seiner dritten und letzten Sitzung des Jahres zusammen. Auf dem Programm stehen unter anderem der Hamas-Terror gegen Israel sowie die katastrophalen ZustÀnde nach den MilitÀreinsÀtzen Israels im Gazastreifen.

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