Trump-Anruf, Thailand

Trotz Trump-Anruf: Thailand und Kambodscha kÀmpfen weiter

27.07.2025 - 04:53:09

In den Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kambodscha hat sich nun auch US-PrÀsident Donald Trump eingeschaltet. Aber die geforderte Waffenruhe lÀsst auf sich warten. Es gibt immer mehr Vertriebene.

  • In Kambodscha sollen mittlerweile 80.000 Menschen wegen der KĂ€mpfe vertrieben worden sein. - Foto: Anton L. Delgado/AP/dpa

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  • Die KĂ€mpfe gingen auch am Sonntag weiter. - Foto: Heng Sinith/AP/dpa

    Heng Sinith/AP/dpa

  • Die Menschen auf beiden Seiten leben derzeit in Angst vor dem Artilleriefeuer. - Foto: Sakchai Lalit/AP/dpa

    Sakchai Lalit/AP/dpa

In Kambodscha sollen mittlerweile 80.000 Menschen wegen der KĂ€mpfe vertrieben worden sein. - Foto: Anton L. Delgado/AP/dpaDie KĂ€mpfe gingen auch am Sonntag weiter. - Foto: Heng Sinith/AP/dpaDie Menschen auf beiden Seiten leben derzeit in Angst vor dem Artilleriefeuer. - Foto: Sakchai Lalit/AP/dpa

Trotz der Forderungen von US-PrĂ€sident Donald Trump nach einer Waffenruhe zwischen Kambodscha und Thailand ist es am Morgen in der Grenzregion erneut zu KĂ€mpfen gekommen. Das Außenministerium in Bangkok zitierte die Aussage eines MilitĂ€rsprechers, Kambodscha habe die Gefechte begonnen und bei dem Beschuss auch zivile WohnhĂ€user getroffen. Der thailĂ€ndischen Zeitung «Khaosod» zufolge ereignete sich der Angriff im Distrikt Phanom Dong Rak in der nordöstlichen Provinz Surin. 

Kambodscha warf dem Nachbarland hingegen vor, das Feuer am frĂŒhen Morgen eröffnet zu haben. «Trotz TelefongesprĂ€chen zwischen den Regierungschefs der beiden LĂ€nder und US-PrĂ€sident Donald Trump dringen thailĂ€ndische Soldaten bis jetzt weiterhin aggressiv in kambodschanisches Territorium ein», schrieb die Zeitung «Phnom Penh Post» auf X. Nach Angaben des kambodschanischen Verteidigungsministeriums sollen dabei auch zwei bekannte Hindu-Tempel ins Visier genommen worden sein. 

Seit Beginn der ZusammenstĂ¶ĂŸe am Donnerstag beschuldigen sich die sĂŒdostasiatischen Nachbarstaaten gegenseitig, die Eskalation ausgelöst zu haben.

Trump hatte am Samstag nach den Telefonaten auf der Plattform Truth Social geschrieben: «Sie haben zugestimmt, sich unverzĂŒglich zu treffen und schnell eine Waffenruhe und letztendlich FRIEDEN auszuarbeiten!» Er fĂŒgte hinzu: «ZufĂ€lligerweise verhandeln wir gerade mit beiden LĂ€ndern ĂŒber unsere Handelsbeziehungen, aber wir wollen mit keinem der beiden LĂ€nder einen Deal schließen, wenn sie kĂ€mpfen – und das habe ich ihnen auch gesagt!»

Wie reagieren die LĂ€nder auf Trumps Forderung?

Der kambodschanische MinisterprĂ€sident Hun Manet erklĂ€rte in einer Mitteilung, sein Land stimme Trumps Vorschlag eines sofortigen und bedingungslosen Waffenstillstands zwischen den beiden StreitkrĂ€ften zu. Er dankte dem US-PrĂ€sidenten fĂŒr dessen Initiative und die Vermittlung in dem Konflikt. 

Auch Thailand ÜbergangsministerprĂ€sident Phumtham Wechayachai betonte, seine Regierung sei «grundsĂ€tzlich mit einem Waffenstillstand einverstanden». Jedoch mĂŒsse die kambodschanische Seite zunĂ€chst ernsthafte Friedensabsichten zeigen.

Zahl der Vertriebenen steigt

Der seit der Kolonialzeit schwelende Grenzkonflikt war zuletzt gefÀhrlich eskaliert. Nach Schusswechseln an der Grenze hatte das thailÀndische MilitÀr eigenen Angaben zufolge Kampfjets gegen kambodschanische Stellungen eingesetzt. Kambodscha reagierte mit Artilleriefeuer, auch auf Wohngebiete. Auf beiden Seiten gab es Tote und Verletzte, darunter vor allem Zivilisten.

In Thailand sind Regierungsangaben zufolge mehr als 130.000 Menschen auf der Flucht. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Phnom Penh ist die Zahl der Vertriebenen in Kambodscha mittlerweile auf 80.000 gestiegen. Mehr als 500 Schulen im Grenzgebiet sind geschlossen.

@ dpa.de