Epstein-Fall, Trump

Epstein-Fall: Trump will Aufmerksamkeit auf Clinton lenken

25.07.2025 - 19:41:23

In den USA beherrscht die AffÀre um den SexualstraftÀter Epstein und Verbindungen zu Trump weiter die Schlagzeilen. Der US-PrÀsident bringt allerdings einen anderen Namen ins Spiel.

Der wegen der Epstein-AffĂ€re unter Druck stehende US-PrĂ€sident Donald Trump versucht die Aufmerksamkeit auf einen seiner VorgĂ€nger zu lenken. Man solle ĂŒber Bill Clinton sprechen, sagte der Republikaner vor Journalisten vor seinem Abflug zu einem mehrtĂ€gigen Aufenthalt in Schottland. Zugleich sagte er zur Epstein-Causa: «Ich habe nichts mit diesem Mann zu tun.»

Clinton-Sprecher im Jahr 2019: Clinton wusste nichts von Verbrechen

Was Trump genau meint, blieb unklar. Ein Clinton-Sprecher hatte 2019 bekanntgemacht, dass der Demokrat seit mehr als einem Jahrzehnt nichts mehr mit Epstein zu tun gehabt habe und nichts ĂŒber die Verbrechen wisse.

Finanzier Epstein, der ĂŒber viele Jahre systematisch MinderjĂ€hrige missbraucht hatte, beging 2019 mit 66 Jahren in seiner GefĂ€ngniszelle nach offiziellen Angaben Suizid. In Teilen der US-Gesellschaft sorgte der Tod des Superreichen fĂŒr Spekulationen, weil er beste Kontakte in die amerikanische High Society hatte. Prominente und MilliardĂ€re gingen bei ihm ein und aus – auch Trump verbrachte Zeit mit Epstein, wie mehrere Party-Videos belegen. 

Warum will Trump die Akten nicht öffnen?

Trump wird seit Wochen sogar aus den eigenen Reihen der Republikaner dazu aufgefordert, alle Akten öffnen zu lassen. Das war eines seiner Wahlkampfversprechen gewesen. Viele fragen sich, warum der US-PrÀsident die Veröffentlichung nicht veranlasst.

Zugleich berichten Medien ĂŒber Verbindungen von Trump zu Epstein. Das «Wall Street Journal» (WSJ) hatte zuletzt ĂŒber ein GlĂŒckwunschschreiben an Epstein zu dessen 50. Geburtstag aus dem Jahr 2003 berichtet, das den Namen Trumps tragen soll. Der PrĂ€sident bestreitet, Urheber zu sein.

WSJ schreibt: auch GlĂŒckwĂŒnsche von Clinton

Unterdessen berichtete dieselbe Zeitung von weiteren Schreiben fĂŒr das angebliche Geburtstagsalbum, darunter soll eines den Namen Clintons tragen. Laut WSJ lehnte ein Clinton-Sprecher einen Kommentar ab - zugleich habe er auf sein frĂŒheres Statement verwiesen.

BerĂŒchtigte Insel in der Karibik

Epstein besaß eine Privatinsel in der Karibik namens Little St. James, die auch ein Tatort gewesen sein soll. Trump sagte zu Journalisten nun vor seinem Abflug nach Schottland: «Ich war noch nie auf der Insel.» Und behauptete zugleich: Clinton viele Male. 

Dessen Sprecher hatte 2019 hingegen erklĂ€rt, Clinton sei «nie auf Little St. James Island, Epsteins Ranch in New Mexico, oder in seiner Residenz in Florida» gewesen. Clinton habe 2002 und 2003 insgesamt vier Reisen mit Epsteins Flugzeug unternommen - auch im Kontext der Arbeit seiner Stiftung. 2002, so der Sprecher, habe es ein Treffen mit Epstein in dessen BĂŒro in Harlem gegeben, und etwa zur gleichen Zeit sei Clinton mit einem Mitarbeiter und LeibwĂ€chtern bei einem Besuch in Epsteins New Yorker Wohnung gewesen.

@ dpa.de