Anhörung, Abtreibungspille

Anhörung zu Abtreibungspille - Proteste vor Supreme-Court

26.03.2024 - 17:16:29 | dpa.de

In den USA ist die Abtreibungspille Mifepristone seit mehr als 20 Jahren auf dem Markt. Abtreibungsgegnern ist sie ein Dorn im Auge. Nun befasst sich das oberste Gericht des Landes mit der Arznei.

Hunderte Menschen demonstrieren vor dem Supreme Court in Washington. Dort beginnt heute eine Anhörung zur weiteren Zulassung einer Abtreibungspille. - Foto: Amanda Andrade-Rhoades/AP/dpa
Hunderte Menschen demonstrieren vor dem Supreme Court in Washington. Dort beginnt heute eine Anhörung zur weiteren Zulassung einer Abtreibungspille. - Foto: Amanda Andrade-Rhoades/AP/dpa

Begleitet von Protesten beginnt vor dem obersten US-Gericht eine Anhörung zu ZugangsbeschrĂ€nkungen fĂŒr die Abtreibungspille Mifepristone. Der Fall gilt als einer der wichtigsten aktuellen FĂ€lle zum Abtreibungsrecht in den USA. Vor dem Supreme Court in der US-Hauptstadt Washington versammelten sich Hunderte Demonstrierende.

Abtreibungsgegner und Vertreter der Pro-Choice-Bewegung, die sich fĂŒr die Wahlfreiheit von Frauen einsetzt, versuchen sich mit Sprech-Chören gegenseitig zu ĂŒbertönen. Die Stimmung ist etwas aufgeheizt, es bleibt grundsĂ€tzlich aber zunĂ€chst friedlich.

Mifepristone wurde im Jahr 2000 in den USA zugelassen und wird ĂŒblicherweise mit dem Medikament Misoprostol fĂŒr den Schwangerschaftsabbruch eingesetzt. Es ist der US-Arzneimittelbehörde FDA zufolge ein zuverlĂ€ssiges Medikament. Abtreibungsgegner haben gegen die Zulassung von Mifepristone geklagt. Damit wollen sie den Zugang zu medikamentöser Abtreibung erschweren.

«Roe vs Wade» bereits 2022 aufgehoben

Der Supreme Court hat vor knapp zwei Jahren mit seiner konservativen Mehrheit das landesweite Recht auf Abtreibung gekippt. In der Folge können die Parlamente in den Bundesstaaten per Gesetz regeln, ob Abtreibungen erlaubt sind. Sollen die Richterinnen und Richter den Zugang zu Mifepristone einschrĂ€nken, hat das auch Konsequenzen fĂŒr Bundesstaaten, in denen Abtreibung erlaubt ist.

«Die Menschen mĂŒssen die Möglichkeit haben, selbst zu entscheiden, was zu einem bestimmten Zeitpunkt das Beste fĂŒr sie ist», sagte die 60 Jahre alte Demonstrantin Jennifer am Dienstag vor dem Gericht. Sie hoffe, dass der Supreme Court zu dem Ergebnis komme, dass die Arzneimittelbehörde FDA ein fĂ€higes Expertengremium sei und Entscheidungen auf der Grundlage der Wissenschaft treffe. Die 25 Jahre alte Abtreibungsgegnerin Savannah Rose Deterich sagte hingegen: «Ich glaube, dass das Recht auf Leben das wichtigste aller Menschenrechte ist und dass es das wertvollste Geschenk ist, das uns gegeben wurde.»

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