US-Senator, Netanjahu

US-Senator: Netanjahu zeigt Biden quasi den Mittelfinger

31.03.2024 - 20:14:26

In den USA wÀchst der innenpolitische Druck auf PrÀsident Joe Biden, seinen Kurs mit Blick auf den Gaza-Krieg anzupassen. Kritik kommt auch aus der eigenen Partei.

US-Senator Chris van Hollen hat die Nahost-Politik von PrĂ€sident Joe Biden sowie die Haltung des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu scharf kritisiert. «Wir haben eine Situation, in der Netanjahu dem PrĂ€sidenten der Vereinigten Staaten quasi den Mittelfinger zeigt», sagte der Demokrat beim Sender ABC. «Und wir schicken noch mehr Bomben. Das ergibt keinen Sinn.» Israel habe das Recht, sich gegen die Hamas zu verteidigen, aber die Partnerschaft mit den USA dĂŒrfe «kein einseitiger Blankoscheck mit amerikanischen Steuergeldern sein». 

Es mĂŒssten im Gegenzug klare Forderungen gestellt und mehr Hilfe fĂŒr die Zivilbevölkerung im Gazastreifen zur Bedingung gemacht werden, forderte der Senator aus dem US-Bundesstaat Maryland. «Es muss gesagt werden, "hey, wir haben Forderungen: Lasst keine Menschen verhungern"», sagte er. Im Norden des abgeriegelten KĂŒstengebiets droht internationalen Experten zufolge eine Hungersnot. Biden mĂŒsse seinen zuletzt kritischeren Worten gegenĂŒber Israels Regierung Taten folgen lassen, forderte der Senator ĂŒber seinen Parteifreund.

Van Hollen zĂ€hlt bei den Demokraten zu den Kritikern der US-MilitĂ€rhilfen fĂŒr Israel. Heute wiederholte er die Aussage, die israelische Regierung blockiere aktiv und im Widerspruch zum Völkerrecht humanitĂ€re Hilfe fĂŒr die palĂ€stinensische Zivilbevölkerung. Auch die Vereinten Nationen und Hilfsorganisationen werfen Israel vor, ausreichende Hilfslieferungen nach Gaza zu verhindern. Israel bestreitet diesen Vorwurf. 

Innenpolitisch wĂ€chst der Druck auf den Demokraten Biden wegen seines Umgangs mit Israel. Die US-Regierung verschĂ€rfte zuletzt auf mehreren KanĂ€len ihre Kritik an Israel, etwa mit der eindringlichen Warnung vor der von Israel geplanten Bodenoffensive in der Stadt Rafah. Dort haben wegen des Gaza-Kriegs Hunderttausende PalĂ€stinenser Schutz gesucht. Gleichzeitig berichtete die «Washington Post» jĂŒngst unter Berufung auf namentlich nicht genannte Beamte im Pentagon und im US-Außenministerium, dass Washington auch weiter Waffenhilfe in Milliardenhöhe an Israel liefere.

@ dpa.de