Epstein, USA

Ex-PrĂ€sident Clinton weist VorwĂŒrfe bei Anhörung zurĂŒck

27.02.2026 - 18:59:15 | dpa.de

In der Epstein-AffĂ€re muss sich Ex-PrĂ€sident Clinton Fragen zu FlĂŒgen, Fotos und Kontakten stellen. Gleich zu Beginn weist er jegliche Kenntnis krimineller AktivitĂ€ten Epsteins entschieden zurĂŒck.

  • Nach Ex-Außenministerin Hillary Clinton hat nun ihr Mann, der frĂŒhere US-PrĂ€sident Bill Clinton, vor einem Ausschuss des US-Kongresses ausgesagt. (Archivbild) - Foto: Andres Kudacki/FR170905 AP/dpa
    Nach Ex-Außenministerin Hillary Clinton hat nun ihr Mann, der frĂŒhere US-PrĂ€sident Bill Clinton, vor einem Ausschuss des US-Kongresses ausgesagt. (Archivbild) - Foto: Andres Kudacki/FR170905 AP/dpa
  • Sie habe Epstein nie getroffen - sagt die ehemalige Außenministerin Hillary Clinton nach ihrer Befragung vor Journalisten.  - Foto: Yuki Iwamura/AP/dpa
    Sie habe Epstein nie getroffen - sagt die ehemalige Außenministerin Hillary Clinton nach ihrer Befragung vor Journalisten. - Foto: Yuki Iwamura/AP/dpa
  • Der Kongressausschuss will ĂŒber eine Befragung Antworten. - Foto: Yuki Iwamura/AP/dpa
    Der Kongressausschuss will ĂŒber eine Befragung Antworten. - Foto: Yuki Iwamura/AP/dpa
  • Epstein war in der High Society bestens vernetzt. (Archivbild) - Foto: ---/AP/dpa
    Epstein war in der High Society bestens vernetzt. (Archivbild) - Foto: ---/AP/dpa
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Ex-US-PrĂ€sident Bill Clinton hat zu Beginn seiner Befragung vor dem Kontrollausschuss des ReprĂ€sentantenhauses jede Kenntnis von Straftaten des 2019 gestorbenen SexualstraftĂ€ters Jeffrey Epstein zurĂŒckgewiesen. In einer in sozialen Medien verbreiteten ErklĂ€rung schrieb der 79-JĂ€hrige, er habe «nichts gesehen und nichts Falsches getan». Seine Bekanntschaft mit Epstein sei nur kurz gewesen und habe geendet, Jahre bevor dessen Verbrechen ans Licht gekommen seien.

Er habe wĂ€hrend seiner begrenzten Kontakte «keinerlei Anzeichen» fĂŒr das tatsĂ€chliche Geschehen wahrgenommen. «Sie werden mich oft sagen hören, dass ich mich nicht erinnere», erklĂ€rte Clinton. Das möge unbefriedigend wirken, doch er werde unter Eid nichts sagen, dessen er sich nicht sicher sei. 

Spekulationen oder Mutmaßungen lehne er ab – er werde «nicht 24 Jahre spĂ€ter Detektiv spielen». WĂ€re ihm auch nur ein Verdacht gekommen, hĂ€tte er Epstein nach eigenen Angaben gemeldet. Zugleich verteidigte er seine Frau Hillary Clinton. Sie habe «nichts mit Jeffrey Epstein zu tun» gehabt, sei nie mit ihm gereist und habe keine seiner Immobilien besucht.

Befragung von Ex-PrĂ€sident Ă€ußerst seltener Vorgang

Die nicht öffentliche Anhörung findet in Chappaqua im US-Bundesstaat New York statt, wo die Clintons leben. Es ist ein Ă€ußerst seltener Vorgang: Erstmals seit Jahrzehnten sagt ein frĂŒherer US-PrĂ€sident vor einem Kongressausschuss aus. Der republikanische Vorsitzende des Kontrollausschusses, James Comer, hatte vor Beginn erklĂ€rt, man werde Clinton zu Fotos, E-Mails und Reisebewegungen im Zusammenhang mit Epstein befragen. Bekannt sei unter anderem, dass Epstein wĂ€hrend Clintons PrĂ€sidentschaft 17 Mal im Weißen Haus war und der Ex-PrĂ€sident mindestens 27 Mal mit Epsteins Flugzeug reiste.

Nach Angaben der Republikaner hatte Hillary Clinton bei ihrer rund sechsstĂŒndigen Befragung am Vortag bei mindestens einem Dutzend Fragen auf ihren Mann verwiesen. Dabei sei es um Fotos und Korrespondenzen gegangen, die einen engen Kontakt zwischen Bill Clinton und Epstein nahelegten. Auch Fragen zu Epsteins angeblicher Rolle im Umfeld der Clinton Foundation – einer von den Clintons gegrĂŒndeten gemeinnĂŒtzigen Stiftung – sowie der «Clinton Global Initiative» seien offen geblieben. Nach der Befragung betonte sie aber, sie sei sich sicher, dass ihr Mann nichts ĂŒber Epsteins Verbrechen wisse.

Republikaner werfen Hillary Clinton merkwĂŒrdiges Verhalten vor

Republikanische Ausschussmitglieder warfen Hillary Clinton zudem vor, bei Fragen zu bestimmten Fotos «geschrien» zu haben. Eine Abgeordnete bezeichnete ihr Auftreten als «unhinged» (etwa: außer Kontrolle oder hysterisch) und Ă€ußerte die Hoffnung, Bill Clinton werde bei seiner Befragung «weniger unhinged» reagieren. Belege fĂŒr diese Darstellung wurden nicht vorgelegt; die Republikaner kĂŒndigten an, die Videoaufzeichnungen der Anhörungen «so schnell wie möglich» vollstĂ€ndig zu veröffentlichen.

Demokraten werfen Comer ein politisch motiviertes Vorgehen vor und fordern, stĂ€rker mögliche Verbindungen anderer Akteure – darunter Handelsminister Howard Lutnick oder US-PrĂ€sident Donald Trump – in den Fokus zu rĂŒcken. 

Comer betonte, derzeit werde den Clintons kein Fehlverhalten vorgeworfen. Ziel der Untersuchung sei es, zu klĂ€ren, wie Epstein zu Einfluss und Reichtum gelangte und welche Netzwerke ihn möglicherweise schĂŒtzten. Hillary Clinton sei auch ausfĂŒhrlich zu möglichen Kontakten von Lutnick zu Epstein befragt worden, so Comer. Ihre Antworten darauf werde die Öffentlichkeit «interessant» finden. 

Was ĂŒber die Verbindung Bill Clintons zu Epstein bekannt ist 

Bill Clintons Name wird in den USA schon lĂ€nger mit Epstein in Verbindung gebracht. Laut einer BBC-Recherche gibt es bereits Fotos von Clinton und Epstein aus den frĂŒhen 1990er-Jahren. Öffentliche Aufzeichnungen sollen demnach beispielsweise zeigen, dass Epstein im Jahr 1992 fĂŒr Clintons damaligen PrĂ€sidentschaftswahlkampf spendete.

Damals war von Epsteins Verbrechen noch nichts öffentlich bekannt. Der Finanzier hatte beste Kontakte zur High Society. Der Kontakt zwischen Clinton und Epstein hielt zumindest in den frĂŒheren 2000er-Jahren an. In den bisher veröffentlichten Epstein-Akten taucht Clinton mehrmals auf: Auf einem Bild ist der Demokrat etwa beim Schwimmen in einem Pool mit Epsteins Gehilfin Ghislaine Maxwell zu sehen. Auf anderen Fotos sieht man ihn ohne Bezug zu den beiden.

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