PalÀstinenser: Viele Tote nahe einem Hilfszentrum in Gaza
19.07.2025 - 10:14:32Israelische Soldaten sollen nach palĂ€stinensischen Angaben mindestens 37 Menschen nahe einem Verteilzentrum fĂŒr humanitĂ€re Hilfe im Gazastreifen getötet haben. Zudem seien rund 100 PalĂ€stinenser bei dem Vorfall im Gebiet von Chan Junis im SĂŒden des KĂŒstenstreifens verletzt worden, hieĂ es aus medizinischen Kreisen im örtlichen Nasser-Krankenhaus. Das israelische MilitĂ€r erklĂ€rte, die SchĂŒsse seien etwa einen Kilometer von dem Verteilzentrum entfernt gefallen, weil sich Soldaten bedroht gefĂŒhlt hĂ€tten.Â
Israels MilitĂ€r teilte mit, in der Nacht hĂ€tten sich in der Gegend VerdĂ€chtige den israelischen Soldaten genĂ€hert und eine Bedrohung fĂŒr sie dargestellt. Die Soldaten seien in einem Einsatz gewesen. Sie hĂ€tten WarnschĂŒsse abgegeben, nachdem die Menschen vorherige Warnungen, sich nicht zu nĂ€hern, ignoriert hĂ€tten.Â
«Die SchĂŒsse wurden etwa einen Kilometer vom Hilfsverteilungsort entfernt abgefeuert, in der Nacht, wĂ€hrend dieser nicht in Betrieb ist», hieĂ es in der Mitteilung der Armee. Dem israelischen MilitĂ€r seien Berichte ĂŒber Opfer bekannt. Der Vorfall werde derzeit untersucht.
Alle Abteilungen des örtlichen Krankenhauses vollÂ
Von palĂ€stinensischer Seite hieĂ es, wegen der vielen Opfer nach dem israelischen Beschuss seien alle Abteilungen des örtlichen Nasser-Krankenhauses voll. Die Zahl der Opfer dĂŒrfte sich noch erhöhen. Die Angaben lieĂen sich allesamt zunĂ€chst nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen.
Um die Verteilung von Lebensmitteln kĂŒmmert sich in weiten Teilen des Gazastreifens die umstrittene Gaza Humanitarian Foundation (GHF). Die Stiftung bestritt, dass es bei ihren Hilfszentren ZwischenfĂ€lle gegeben habe. Der von der Armee gemeldete Vorfall habe sich Stunden vor der Ăffnung der Verteilstellen ereignet, teilte die GHF mit. «Soweit wir wissen, gab es die meisten Opfer mehrere Kilometer vom nĂ€chstgelegenen GHF-Standort entfernt.» Man habe Hilfssuchende bereits mehrfach davor gewarnt, nachts und in den frĂŒhen Morgenstunden zu den Verteilstellen zu kommen.
Die von Israel und den USA unterstĂŒtzte Stiftung GHF hatte Ende Mai ihre Arbeit nach einer monatelangen israelischen Blockade von Hilfslieferungen begonnen. Die UN kritisieren unter anderem, dass die Stiftung zu wenige Verteilzentren betreibe und dass Menschen dort und auf dem Weg dahin groĂen Gefahren ausgesetzt seien.
Immer wieder gibt es Berichte ĂŒber tödliche ZwischenfĂ€llen in der NĂ€he von Verteilzentren. Seit Ende Mai sind nach UN-Angaben bereits Hunderte Menschen bei Verteilzentren und rund um Hilfskonvois getötet worden.


