Nahost, Westjordanland

Israel zerstört militantes Einsatzzentrum: Zwei Tote

24.09.2023 - 09:58:45

In der palÀstinensischen Stadt Tulkarem haben israelische Truppen ein Einsatzzentrum angegriffen. Die Folgen: mehrere Verletzte und Tote.

  • Israels Armee hat in der Vergangenheit bereits mehrere Ziele im Gazastreifen angegriffen. - Foto: Tsafrir Abayov/AP/dpa

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  • PalĂ€stinenser inspizieren nach dem Einsatz der israelischen Armee ein beschĂ€digtes GebĂ€ude. - Foto: Majdi Mohammed/AP

    Majdi Mohammed/AP

Israels Armee hat in der Vergangenheit bereits mehrere Ziele im Gazastreifen angegriffen. - Foto: Tsafrir Abayov/AP/dpaPalÀstinenser inspizieren nach dem Einsatz der israelischen Armee ein beschÀdigtes GebÀude. - Foto: Majdi Mohammed/AP

Israelische SicherheitskrĂ€fte haben nach Armeeangaben in der palĂ€stinensischen Stadt Tulkarem ein Einsatzzentrum militanter PalĂ€stinenser zerstört. Es seien dort auch Dutzende von SprengsĂ€tzen gefunden und neutralisiert worden, hieß es.

WĂ€hrend des Einsatzes in der Ortschaft im Westjordanland seien die Truppen unter Feuer geraten und hĂ€tten zurĂŒckgeschossen. Dabei wurden nach Angaben des palĂ€stinensischen Gesundheitsministeriums zwei PalĂ€stinenser im Alter von 21 und 32 Jahren getötet. Sie hĂ€tten Schusswunden am Kopf erlitten. Die islamistische Hamas benannte den jĂŒngeren Mann als Mitglied ihres bewaffneten Arms. Er sei wĂ€hrend des Schusswechsels getötet worden.

Die israelische Armee teilte mit, ein Soldat sei wÀhrend des Beschusses durch Splitter mittelschwer verletzt und in ein Krankenhaus gebracht worden.

In dem Kommandozentrum seien unter anderem ÜberwachungsgerĂ€te und Computer gefunden worden, hieß es in der Mitteilung der Armee. Die Truppen seien mit schweren GerĂ€ten unterwegs gewesen, um unter den Straßen versteckte SprengsĂ€tze zu finden. Dabei seien viele SprengsĂ€tze explodiert.

Bei einem anderen Einsatz im Westjordanland wurden unterdessen acht mutmaßlich militante PalĂ€stinenser festgenommen. Nach Angaben der israelischen Armee planten die Studenten der Birzeit-UniversitĂ€t nahe Ramallah in der unmittelbaren Zukunft einen Anschlag. Es handele sich um eine Zelle der Hamas, die im Gazastreifen herrscht und von EU, USA und Israel als Terrororganisation eingestuft wird.

Hintergrund

Die Sicherheitslage in Israel und dem Westjordanland ist seit langem angespannt. Seit Jahresbeginn wurden 27 Israelis, eine Ukrainerin und ein Italiener bei AnschlÀgen getötet. Im gleichen Zeitraum kamen 196 PalÀstinenser bei israelischen MilitÀreinsÀtzen, Konfrontationen oder nach eigenen AnschlÀgen ums Leben.

Israel hatte 1967 das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Die PalĂ€stinenser beanspruchen die Gebiete fĂŒr einen unabhĂ€ngigen Staat PalĂ€stina mit dem arabisch geprĂ€gten Ostteil Jerusalems als Hauptstadt.

Anschlag an Jom Kippur?

Rund 100.000 Menschen beteten indes vor Jom Kippur, dem höchsten jĂŒdischen Feiertag, an der Klagemauer. Die Kulturerbe-Stiftung Klagemauer teilte am Sonntag mit, die Bußgebete Selichot seien am Vorabend live auf großen LeinwĂ€nden ĂŒbertragen worden.

Die Klagemauer gilt als heute wichtigstes Heiligtum von Juden weltweit. Sie ist Überrest der StĂŒtzmauer eines jĂŒdischen Tempels, der im Jahr 70 von den Römern zerstört wurde.

Angesichts von Warnungen vor AnschlĂ€gen an den jĂŒdischen Feiertagen hat die Polizei Israelis mit Waffenschein dazu aufgerufen, an Jom Kippur ihre Waffen bei sich zu tragen. Die PalĂ€stinensergebiete werden wĂ€hrend des Feiertags abgeriegelt. Nach Medienberichten ist die Polizei in erhöhter Alarmbereitschaft, vor allem in Jerusalem.

@ dpa.de