Russland will angeblich Beschuss eiskalten Kiews pausieren
29.01.2026 - 20:20:46FĂŒr die im vierten Kriegswinter schwer in Mitleidenschaft gezogene Ukraine gibt es nach Angaben von US-PrĂ€sident Donald Trump Hoffnung auf eine begrenzte Waffenruhe. Kremlchef Wladimir Putin habe bei einem Telefonat seiner Bitte nach einer einwöchigen Pause der russischen Angriffe auf Kiew und andere ukrainische StĂ€dte zugestimmt, sagte Trump. Der Republikaner fĂŒhrte als Grund fĂŒr seine Initiative bei Putin die extreme KĂ€lte in der Ukraine an. Er habe deshalb persönlich nach der Angriffspause gefragt.Â
Offiziell gab es dafĂŒr aus Moskau zunĂ€chst keine BestĂ€tigung. Aus Trumps AusfĂŒhrungen wĂ€hrend einer Kabinettsitzung in Washington ging nicht hervor, wann genau die angebliche Angriffspause beginnen soll.Â
Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj bedankte sich bei Trump und schrieb auf der Plattform X, dies sei von Trump eine wichtige ErklĂ€rung ĂŒber «die Möglichkeit, wĂ€hrend dieser extremen Winterperiode fĂŒr die Sicherheit in Kiew und anderen ukrainischen StĂ€dten zu sorgen». Die Stromversorgung sei eine Lebensgrundlage. Selenskyj schrieb weiter, dies sei bei den jĂŒngsten Verhandlungen mit russischen und US-Vertretern in den Vereinigten Arabischen Emiraten besprochen worden. «Wir gehen davon aus, dass die Vereinbarungen umgesetzt werden.» Auch er nannte keinen Startzeitpunkt fĂŒr eine mögliche Waffenruhe.Â
Spekulationen um Waffenruhe mehren sichÂ
Trumps Aussagen kommen vor dem Hintergrund zunehmender Spekulationen ĂŒber eine solche Waffenruhe. Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte Stunden vor Trumps ĂuĂerungen Meldungen ĂŒber eine bevorstehende Einigung zu einem Verzicht auf SchlĂ€ge gegen Energieobjekte nicht kommentieren wollen.
Der bislang letzte Luftalarm in Kiew wurde in der Nacht zum Mittwoch ausgelöst. In der Nacht zum Donnerstag flogen die Drohnen bereits an der ukrainischen Hauptstadt vorbei, schlugen aber andernorts im Land ein.
Russische MilitÀrblogger empört
Russische MilitÀrblogger gaben sich bereits empört. Es gebe Informationen, dass den russischen StreitkrÀften bereits seit diesem Donnerstagmorgen (07.00 Uhr (Ortszeit)/05.00 Uhr MEZ) SchlÀge gegen Kiew und das Umland sowie gegen sÀmtliche Infrastrukturobjekte verboten worden seien, schrieb der MilitÀrblogger Romanov Light. Er veröffentlichte mehrere BeitrÀge russischer Soldaten, die in dem Zusammenhang von «Verrat» sprachen.
Der vielgelesene und dem russischen Verteidigungsministerium nahestehende Blog Rybar spekulierte, dass eine mögliche Pause mit der bevorstehenden Verhandlungsrunde in Abu Dhabi zusammenhĂ€ngen könnte, wo Russen und Ukrainer unter Vermittlung der USA ĂŒber ein Ende des seit vier Jahren dauernden Kriegs sprechen. Zugleich hieĂ es bei Rybar, eine Waffenruhe aus humanitĂ€ren ErwĂ€gungen, um die ukrainische Bevölkerung wĂ€hrend des Frostes zu schĂŒtzen, «sinnlos» sei. SchlĂ€ge gegen das ohnehin geschwĂ€chte Energienetz des Nachbarlands seien «ein sehr guter Hebel» gegen Kiew, argumentierte der Blog.
Ukraine stark in Mitleidenschaft gezogen
Russland hat die Ukraine in diesem relativ strengen Winter mit schweren Angriffen aus der Luft ĂŒberzogen. Das ohnehin stark geschwĂ€chte Strom- und WĂ€rmenetz wurde weiter systematisch attackiert. So trafen zwei schwere Angriffe Kiew bereits in der ersten JanuarhĂ€lfte.Â
Nach erneutem Beschuss der Heizkraftwerke am Samstag waren etwa 6.000 Wohnblöcke und damit gut die HÀlfte der Millionenstadt bei teils zweistelligen Minusgraden ohne Fernheizung. Inzwischen sind es «nur noch» etwa 450 Wohnblöcke.
Der Stromversorger musste zu Notabschaltungen greifen. Erst am Donnerstagmorgen wurden wieder planmĂ€Ăige Stromsperren eingefĂŒhrt, wodurch viele Kiewer zumindest wieder fĂŒnf bis acht Stunden ElektrizitĂ€t tĂ€glich haben.Â
Nach zwei Tagen mit leicht ĂŒber null Grad werden fĂŒr das Wochenende wieder starke Fröste mit zum Teil unter minus 20 Grad in der Nacht erwartet. Klitschko hatte die Einwohner bereits aufgefordert, wenn möglich, Kiew zumindest fĂŒr kurze Zeit zu verlassen.
Der von Trump angekĂŒndigten Teilwaffenruhe trauen lĂ€ngst nicht alle in der Ukraine. Der BĂŒrgermeister der Stadt Lwiw, Andrij Sadowyj, rief dazu auf, sich auf den Katastrophenfall vorzubereiten. Der Feind könne versuchen, gerade den starken Frost auszunutzen, um noch einmal gegen das Energienetz loszuschlagen, warnte er bei Telegram.


