Mindestens 40 Tote nach Bombenexplosion in Pakistan
30.07.2023 - 15:17:32 | dpa.de
In Pakistan sind nach einer Bombenexplosion mindestens 40 Menschen in den Tod gerissen worden. Mindestens 150 weitere Teilnehmer einer politischen Veranstaltung in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa seien verwundet worden, sagte ein Krankenhausarzt am Sonntag. Die Explosion ereignete sich wÀhrend einer Veranstaltung der konservativ-islamischen Partei Jamiat Ulema-e Islam (JUI-F).
Bilder im pakistanischen Fernsehen zeigten Bilder der VerwĂŒstung: Leichen auf dem Boden, umgestĂŒrzte StĂŒhle und blutĂŒberströmte Opfer, die von Helfern in Sicherheit gebracht wurden. Hubschrauber sollen Verwundete im kritischen Zustand in KrankenhĂ€user der Provinzhauptstadt Peschwar fliegen.
Die HintergrĂŒnde der Bombenexplosion sind nach wie vor unklar. Die Sicherheitsbehörden vermuteten nach ersten Erkenntnissen jedoch einen Selbstmordanschlag, wie ein lokaler Polizeichef sagte. Bereits in der Vergangenheit war die Gruppe JUI-F Ziel von AnschlĂ€gen. Hunderte Menschen nahmen an der Versammlung teil.
«Ein Angriff auf unsere Partei»
Unter den Toten war auch ein lokaler AnfĂŒhrer der Partei, wie ein Sprecher sagte. «Das ist jetzt ein Angriff auf unsere Partei. Es ist ein Angriff auf Pakistan, auf die Demokratie», sagte Parteisprecher Hafiz Hamdullah wĂ€hrend einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Islamabad. Premierminister Shehbaz Sharif drĂŒckte den Angehörigen der Opfer sein MitgefĂŒhl aus. «Terroristen sind die Feinde Pakistans, und wir werden sie vernichten», sagte Sharif laut einer Mitteilung.
Wie der pakistanische TV-Sender Geo berichtete, wurde ein Kameramann des Senders schwer am Kopf verletzt. «Er wurde in einem Ă€uĂerst kritischen Zustand in ein Krankenhaus in einer nahe gelegenen Stadt gebracht. Wir sind in Sorge um ihn und seine Familie und beten fĂŒr seine Genesung», teilte Geo mit.
Schwere AnschlĂ€ge erschĂŒttern Pakistan
Immer wieder kam es in den vergangenen Jahren zu schweren AnschlĂ€gen in Pakistan. Einen wesentlichen Konflikt tragen die pakistanischen Taliban (TTP) mit der Zentralregierung in Islamabad aus. Diese unterscheiden sich in ihrer Organisation von den Taliban in Afghanistan. BemĂŒhungen ĂŒber eine Waffenruhe waren in der jĂŒngsten Vergangenheit gescheitert. Auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat viele AnschlĂ€ge auf Zivilisten und Soldaten verĂŒbt.
Der PrĂ€sident der islamischen Gruppe, Maulana Fazalur Rehman, fĂŒhrt das RegierungsbĂŒndnis mehrerer kleiner Parteien an. Er gilt als BefĂŒrworter der Taliban-Herrschaft im Nachbarland Afghanistan. Im Herbst 2023 stehen die nĂ€chsten Parlamentswahlen in der Atommacht Pakistan an. In der Vergangenheit verĂŒbten Terroristen rund um Wahlen schwere AnschlĂ€ge auf politische Veranstaltungen.
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