Ukraine, Russland

Ukraine-GesprÀche: Rubio sieht «sehr gutes Arbeitsergebnis»

23.11.2025 - 19:08:00

In Genf wollten die Ukraine und ihre europĂ€ischen UnterstĂŒtzer den US-Friedensplan entschĂ€rfen. Nun Ă€ußern sich Beteiligte nach den ersten GesprĂ€chen durchaus positiv.

  • Putin (l) und Trump sehen den US-Plan an Grundlage fĂŒr ein Ende des Ukraine-Kriegs. (Archivbild) - Foto: Jae C. Hong/AP/dpa

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  • Selenskyj steht auch militĂ€risch immer stĂ€rker unter Druck. - Foto: -/Press Service Of The President Of Ukraine/AP/dpa

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  • Kanzler Merz spricht von «außerordentlich schwierigen Verhandlungen» in Genf. - Foto: Michael Kappeler/dpa

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  • Kanzler Friedrich Merz (CDU) Ă€ußert sich nach dem G20-Gipfel im sĂŒdafrikanischen Johannesburg in verschiedenen Interviews auch zu den Verhandlungen ĂŒber den 28-Punkte-Plan der USA fĂŒr einen Frieden in der Ukraine. - Foto: Michael Kappeler/dpa

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  • Marco Rubio (r) und Andrij Jermak Ă€ußerten sich am Rande der GesprĂ€che in Genf vergleichsweise positiv. - Foto: Martial Trezzini/KEYSTONE/dpa

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Putin (l) und Trump sehen den US-Plan an Grundlage fĂŒr ein Ende des Ukraine-Kriegs. (Archivbild) - Foto: Jae C. Hong/AP/dpaSelenskyj steht auch militĂ€risch immer stĂ€rker unter Druck. - Foto: -/Press Service Of The President Of Ukraine/AP/dpaKanzler Merz spricht von «außerordentlich schwierigen Verhandlungen» in Genf. - Foto: Michael Kappeler/dpaKanzler Friedrich Merz (CDU) Ă€ußert sich nach dem G20-Gipfel im sĂŒdafrikanischen Johannesburg in verschiedenen Interviews auch zu den Verhandlungen ĂŒber den 28-Punkte-Plan der USA fĂŒr einen Frieden in der Ukraine. - Foto: Michael Kappeler/dpaMarco Rubio (r) und Andrij Jermak Ă€ußerten sich am Rande der GesprĂ€che in Genf vergleichsweise positiv. - Foto: Martial Trezzini/KEYSTONE/dpa

Nach Kritik aus Europa hat US-Außenminister Marco Rubio Änderungen des Friedensplans fĂŒr ein Ende des Ukraine-Krieges angekĂŒndigt. Bei GesprĂ€chen mit UnterhĂ€ndlern der Ukraine und Europa in Genf sei ein «sehr gutes Arbeitsergebnis» erzielt, sagte er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem ukrainischen VerhandlungsfĂŒhrer Andrij Jermak. Alle Parteien hĂ€tten dazu beigetragen. Auch Jermak sprach von einem «sehr produktiven» ersten Treffen, bei dem gute Fortschritte erzielt worden seien.

Merz hofft auf Feuerpause

Bundeskanzler Friedrich Merz hofft, dass die Verhandlungen ĂŒber den Ukraine-Krieg nun rasch zu einer Feuerpause fĂŒhren. Nach dem G20-Gipfel in der sĂŒdafrikanischen Wirtschaftsmetropole Johannesburg sagte der Kanzler, man mĂŒsse «wenigstens einen ersten Schritt» am Donnerstag tun. 

US-PrĂ€sident Donald Trump hat dem ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj eine Frist bis Donnerstag gesetzt, dem US-Friedensplan grundsĂ€tzlich zuzustimmen. Die UnterstĂŒtzer der Ukraine lehnen den Plan in der ersten Fassung ab. 

Jermak: Bewegen uns auf einen gerechten Frieden zu 

Laut Jermak bewegt man sich auf einen gerechten und dauerhaften Frieden zu. EndgĂŒltige Entscheidungen werden nach seinen Angaben «unsere PrĂ€sidenten» treffen. Er bedankte sich bei den USA und bei US-PrĂ€sident Donald Trump – der Kiew zuvor erneut mangelnde Dankbarkeit vorgeworfen hatte.

Rubio sagte, dass nun die Differenzen mit Russland verringert und eine Lösung ausgearbeitet werden solle, mit der sowohl die Ukraine als auch die USA zufrieden wĂ€ren. Er zeigte sich zuversichtlich, dass Trump am Ende sein EinverstĂ€ndnis fĂŒr den neuen Plan geben werde.

FĂŒr Putin ist der Plan eine Grundlage

In Genf trafen sich UnterhĂ€ndler Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens, Italiens, der EU, der Ukraine und der Vereinigten Staaten. Der 28 Punkte umfassende US-Friedensplan verlangt dem von Russland angegriffenen Land große ZugestĂ€ndnisse ab.

Der russische PrĂ€sident Wladimir Putin hĂ€lt den Plan fĂŒr eine Grundlage, Frieden zu erreichen. Russland hatte die Ukraine auf Befehl Putins am 24. Februar 2022 angegriffen. 

Rubio hatte sich am Vortag gezwungen, klarzustellen, dass der Plan tatsÀchlich von den USA verfasst wurde und keine Wunschliste des Kremls ist. 

Trump: Ukraine zeigt «keinerlei Dankbarkeit» - EU hat Mitschuld

Trump warf der Ukraine erneut Undankbarkeit vor und gab Europa eine Mitschuld, dass der Krieg andauere. «Die ukrainische "FĂŒhrung" hat keinerlei Dankbarkeit fĂŒr unsere BemĂŒhungen gezeigt, und Europa kauft weiterhin Öl aus Russland», schrieb er in Großbuchstaben auf seinem Online-Sprachrohr Truth Social. 

Trump und sein Vize JD Vance hatten Selenskyj im Februar im Weißen Haus vor laufenden Kameras zurechtgewiesen und mehr Dankbarkeit gefordert. Das GesprĂ€ch endete in einem Eklat.

Der EuropĂ€ischen Union hingegen warf Trump vor, den Krieg indirekt weiter zu finanzieren, indem sie weiterhin Öl von Russland beziehe. 

Merz: Schwierige Beratungen in Genf 

Zur AtmosphĂ€re in Genf sagte Merz in der Sendung «:newstime»: «Ich höre, dass es außerordentlich schwierige Verhandlungen sind, weil es jetzt auch unter großem Zeitdruck darum geht, möglichst bald wenigstens einen Waffenstillstand zu erreichen.» 

Er hoffe, dass es am Ende der Woche eine Verhandlungsposition gebe, «auf die sich die russische Regierung einfinden kann». Dem ZDF-«heute journal» sagte Merz: «Und dann muss am Ende etwas stehen, was Putin an den Verhandlungstisch bringt. Das ist jetzt das gemeinsame Ziel und da gibt es zwischen Amerika, Europa und der Ukraine ĂŒberhaupt keinen Dissens.»

In EU-Kreisen wurden die Verhandlungen als sehr schwierig beschrieben. Die USA ĂŒbten erheblichen Druck auf die Ukraine aus, hieß es. 

Europa beim G20-Gipfel im Krisenmodus

Der US-Vorschlag sieht zum Beispiel vor, dass die Ukraine bislang noch verteidigte Gebiete an Russland abtritt, ihre militÀrischen FÀhigkeiten beschrÀnkt und die Nato einen Verzicht auf jegliche Erweiterung erklÀrt. 

Russland mĂŒsste dagegen nur vergleichsweise geringe ZugestĂ€ndnisse machen und unter anderem auf in der EU eingefrorenes Staatsvermögen verzichten. Dieses wĂŒrde fĂŒr den Wiederaufbau der Ukraine genutzt werden.

Die VerbĂŒndeten der Ukraine stellten deshalb nach dem Krisentreffen in Johannesburg in einer ErklĂ€rung klar, dass der Entwurf nur eine Grundlage sein könne, an der gearbeitet werden mĂŒsse. 

Merz: Ukraine-Krieg gefÀhrdet Europas politische Ordnung

Merz zeigte sich im Interview mit der ARD in Johannesburg sehr besorgt. «Es ist eine prekĂ€re Situation, sowohl innenpolitisch fĂŒr die Ukraine als auch militĂ€risch fĂŒr die Ukraine.» Insgesamt sei die Lage eine Gefahr fĂŒr die politische Ordnung des europĂ€ischen Kontinents.

@ dpa.de

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