Ukraine-GesprÀche: Rubio sieht «sehr gutes Arbeitsergebnis»
23.11.2025 - 19:08:00Nach Kritik aus Europa hat US-AuĂenminister Marco Rubio Ănderungen des Friedensplans fĂŒr ein Ende des Ukraine-Krieges angekĂŒndigt. Bei GesprĂ€chen mit UnterhĂ€ndlern der Ukraine und Europa in Genf sei ein «sehr gutes Arbeitsergebnis» erzielt, sagte er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem ukrainischen VerhandlungsfĂŒhrer Andrij Jermak. Alle Parteien hĂ€tten dazu beigetragen. Auch Jermak sprach von einem «sehr produktiven» ersten Treffen, bei dem gute Fortschritte erzielt worden seien.
Merz hofft auf Feuerpause
Bundeskanzler Friedrich Merz hofft, dass die Verhandlungen ĂŒber den Ukraine-Krieg nun rasch zu einer Feuerpause fĂŒhren. Nach dem G20-Gipfel in der sĂŒdafrikanischen Wirtschaftsmetropole Johannesburg sagte der Kanzler, man mĂŒsse «wenigstens einen ersten Schritt» am Donnerstag tun.Â
US-PrĂ€sident Donald Trump hat dem ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj eine Frist bis Donnerstag gesetzt, dem US-Friedensplan grundsĂ€tzlich zuzustimmen. Die UnterstĂŒtzer der Ukraine lehnen den Plan in der ersten Fassung ab.Â
Jermak: Bewegen uns auf einen gerechten Frieden zuÂ
Laut Jermak bewegt man sich auf einen gerechten und dauerhaften Frieden zu. EndgĂŒltige Entscheidungen werden nach seinen Angaben «unsere PrĂ€sidenten» treffen. Er bedankte sich bei den USA und bei US-PrĂ€sident Donald Trump â der Kiew zuvor erneut mangelnde Dankbarkeit vorgeworfen hatte.
Rubio sagte, dass nun die Differenzen mit Russland verringert und eine Lösung ausgearbeitet werden solle, mit der sowohl die Ukraine als auch die USA zufrieden wĂ€ren. Er zeigte sich zuversichtlich, dass Trump am Ende sein EinverstĂ€ndnis fĂŒr den neuen Plan geben werde.
FĂŒr Putin ist der Plan eine Grundlage
In Genf trafen sich UnterhĂ€ndler Deutschlands, Frankreichs, GroĂbritanniens, Italiens, der EU, der Ukraine und der Vereinigten Staaten. Der 28 Punkte umfassende US-Friedensplan verlangt dem von Russland angegriffenen Land groĂe ZugestĂ€ndnisse ab.
Der russische PrĂ€sident Wladimir Putin hĂ€lt den Plan fĂŒr eine Grundlage, Frieden zu erreichen. Russland hatte die Ukraine auf Befehl Putins am 24. Februar 2022 angegriffen.Â
Rubio hatte sich am Vortag gezwungen, klarzustellen, dass der Plan tatsĂ€chlich von den USA verfasst wurde und keine Wunschliste des Kremls ist.Â
Trump: Ukraine zeigt «keinerlei Dankbarkeit» - EU hat Mitschuld
Trump warf der Ukraine erneut Undankbarkeit vor und gab Europa eine Mitschuld, dass der Krieg andauere. «Die ukrainische "FĂŒhrung" hat keinerlei Dankbarkeit fĂŒr unsere BemĂŒhungen gezeigt, und Europa kauft weiterhin Ăl aus Russland», schrieb er in GroĂbuchstaben auf seinem Online-Sprachrohr Truth Social.Â
Trump und sein Vize JD Vance hatten Selenskyj im Februar im WeiĂen Haus vor laufenden Kameras zurechtgewiesen und mehr Dankbarkeit gefordert. Das GesprĂ€ch endete in einem Eklat.
Der EuropĂ€ischen Union hingegen warf Trump vor, den Krieg indirekt weiter zu finanzieren, indem sie weiterhin Ăl von Russland beziehe.Â
Merz: Schwierige Beratungen in GenfÂ
Zur AtmosphĂ€re in Genf sagte Merz in der Sendung «:newstime»: «Ich höre, dass es auĂerordentlich schwierige Verhandlungen sind, weil es jetzt auch unter groĂem Zeitdruck darum geht, möglichst bald wenigstens einen Waffenstillstand zu erreichen.»Â
Er hoffe, dass es am Ende der Woche eine Verhandlungsposition gebe, «auf die sich die russische Regierung einfinden kann». Dem ZDF-«heute journal» sagte Merz: «Und dann muss am Ende etwas stehen, was Putin an den Verhandlungstisch bringt. Das ist jetzt das gemeinsame Ziel und da gibt es zwischen Amerika, Europa und der Ukraine ĂŒberhaupt keinen Dissens.»
In EU-Kreisen wurden die Verhandlungen als sehr schwierig beschrieben. Die USA ĂŒbten erheblichen Druck auf die Ukraine aus, hieĂ es.Â
Europa beim G20-Gipfel im Krisenmodus
Der US-Vorschlag sieht zum Beispiel vor, dass die Ukraine bislang noch verteidigte Gebiete an Russland abtritt, ihre militĂ€rischen FĂ€higkeiten beschrĂ€nkt und die Nato einen Verzicht auf jegliche Erweiterung erklĂ€rt.Â
Russland mĂŒsste dagegen nur vergleichsweise geringe ZugestĂ€ndnisse machen und unter anderem auf in der EU eingefrorenes Staatsvermögen verzichten. Dieses wĂŒrde fĂŒr den Wiederaufbau der Ukraine genutzt werden.
Die VerbĂŒndeten der Ukraine stellten deshalb nach dem Krisentreffen in Johannesburg in einer ErklĂ€rung klar, dass der Entwurf nur eine Grundlage sein könne, an der gearbeitet werden mĂŒsse.Â
Merz: Ukraine-Krieg gefÀhrdet Europas politische Ordnung
Merz zeigte sich im Interview mit der ARD in Johannesburg sehr besorgt. «Es ist eine prekĂ€re Situation, sowohl innenpolitisch fĂŒr die Ukraine als auch militĂ€risch fĂŒr die Ukraine.» Insgesamt sei die Lage eine Gefahr fĂŒr die politische Ordnung des europĂ€ischen Kontinents.











