Trump-AnklÀgerin, Ermittlungen

Trump-AnklĂ€gerin darf Ermittlungen in Georgia weiterfĂŒhren

15.03.2024 - 19:12:41

In Georgia wird Ex-PrÀsident Trump versuchte WahlfÀlschung vorgeworfen, doch die Schlagzeilen dominierte zuletzt die zustÀndige StaatsanwÀltin. Sie wird vorerst nicht von dem Fall abgezogen.

Die leitende StaatsanwĂ€ltin im Wahlbetrugsverfahren gegen Ex-PrĂ€sident Donald Trump im US-Bundesstaat Georgia darf ihre Ermittlungen in dem Fall weiterfĂŒhren. Die Belege der Gegenseite reichten nicht aus, um Fani Willis einen Interessenkonflikt nachzuweisen, der es rechtfertige, sie von dem Fall abzuziehen, urteilte der zustĂ€ndige Richter, Scott McAfee. Durch ihre frĂŒhere romantische Beziehung zu einem anderen Staatsanwalt in dem Fall, Nathan Wade, bleibe aber der «Anschein der Unangemessenheit» bestehen. Dieser mĂŒsse ausgerĂ€umt werden, entweder indem sich Wade oder sie aus dem Verfahren zurĂŒckzögen, hieß es in der UrteilsbegrĂŒndung. 

Wade gab am Nachmittag (Ortszeit) seinen RĂŒckzug bekannt. «Ich bin stolz auf die Arbeit, die unser Team (...) in diesem Fall geleistet hat», hieß es in einer Mitteilung, die US-Medien vorlag. Willis akzeptierte Wades RĂŒckzug von dem Fall demnach.

Trump und mehrere andere sind in Georgia wegen ihrer Versuche angeklagt, den Ausgang der PrĂ€sidentenwahl 2020 in dem Bundesstaat umzukehren. Der Republikaner hatte damals gegen den Demokraten Joe Biden verloren und auf verschiedenen Wegen versucht, das Wahlergebnis nachtrĂ€glich zu Ă€ndern, unter anderem durch Druck auf politische Verantwortliche im Bund und in Bundesstaaten wie Georgia. Einige von Trumps ehemaligen WeggefĂ€hrten gingen nach der Anklage eine Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft ein und bekannten sich schuldig. Der 77-JĂ€hrige will nach der PrĂ€sidentenwahl im November wieder ins Weiße Haus einziehen.

Fokus auf Willis anstelle von Trump

Zuletzt stand bei Verfahren in Georgia aber nicht mehr Trump im Mittelpunkt, sondern StaatsanwĂ€ltin Willis selbst. Die AnwĂ€lte Trumps und weiterer Beschuldigter warfen ihr vor, von einer romantischen Beziehung zu einem anderen Staatsanwalt in dem Fall unrechtmĂ€ĂŸig finanziell profitiert zu haben. Der Vorwurf lautete unter anderem, der Staatsanwalt sei in seiner Position ĂŒberbezahlt worden und habe Willis zu gemeinsamen Luxusurlauben eingeladen. Bei einer stundenlangen Anhörung im Februar verteidigte sich Willis. 

Willis hatte eigentlich einen schnellen Prozessbeginn angekĂŒndigt, angepeilt hatte sie dafĂŒr August. Der Richter in dem Fall hat bislang aber keinen Termin festgesetzt. Ob und wann der Prozess nun beginnen kann, ist offen. Der Prozess in Georgia ist fĂŒr Trump aus verschiedenen GrĂŒnden heikel: Trump muss fĂŒrchten, dass sich Mitangeklagte gegen ihn stellen, um eine geringere Strafe auszuhandeln. Anders als bei den Prozessen auf Bundesebene könnte sich Trump bei einem Schuldspruch auch nicht selbst begnadigen, sollte er noch einmal PrĂ€sident werden. Ihm droht eine lange Haftstrafe. Er hat ein Interesse daran, ihn möglichst weit hinauszuzögern.

Willis, die sich als Demokratin in einem gewĂ€hlten Amt befindet, war aus Trumps Lager von Beginn an hart angegangen worden. Auch Trump legte es immer wieder darauf an, die GlaubwĂŒrdigkeit der StaatsanwĂ€ltin zu untergraben.  

@ dpa.de