Russland, Ukraine

Russland setzt Reservisten im Kampf gegen Kiewer Drohnen ein

28.10.2025 - 15:20:02

In ihrem Abwehrkampf zerstört die Ukraine mit DrohnenschlĂ€gen immer wieder Infrastruktur beim Angreifer Russland. Nun verstĂ€rkt Moskau den Schutz solcher Objekte - und zieht dafĂŒr Hilfe heran.

Russland setzt zum Schutz vor ukrainischen Drohnenangriffen gegen wichtige Anlagen etwa der Energieinfrastruktur nun erstmals Reservisten ein. Im Leningrader Gebiet um die Millionenmetropole St. Petersburg (frĂŒher Leningrad) hat die erste Einheit, die auch Sabotageakte verhindern soll, ihre Arbeit aufgenommen, wie die Zeitung «Kommersant» unter Berufung auf Gouverneur Alexander Drosdenko berichtet. 

Demnach sollen in einem ersten Schritt dort 105 Reservisten zum Einsatz kommen. Zugleich verabschiedete das russische Parlament im Eilverfahren ein Gesetz, um dieses neue Modell zum Schutz strategisch wichtiger Objekte durch Reservisten zu legalisieren.

Die Ukraine greift in ihrem Abwehrkampf gegen die seit mehr als dreieinhalb Jahren andauernde Moskauer Invasion immer wieder Ziele in Russland an. Dabei gibt es oft Treffer in Treibstoffdepots und Ölraffinerien. Zwar meldet die russische Flugabwehr tĂ€glich den Abschuss von Drohnen. Die Initiative des russischen Verteidigungsministeriums, nun Reservisten fĂŒr den Schutz von Objekten heranzuziehen, deutet aber auf die Sicherheitsprobleme im Land hin.

Laut Gouverneur Drosdenko werden die Reservisten im Leningrader Gebiet mit Waffen und Fahrzeugen ausgestattet – praktisch als eine VerstĂ€rkung der Flugabwehr. Im Leningrader Gebiet mit seiner wichtigen Hafen-, Energie- und Industrieinfrastruktur gab es wie in anderen Regionen Russlands bereits mehrfach folgenreiche DrohnenschlĂ€ge der Ukraine.

Sicherheitsrat: Zunahme ukrainischer Angriffe

Die Zahl der Drohnenangriffe ist auf beiden Seiten des Krieges massiv gestiegen. Noch vor zwei Jahren seien Drohnenangriffe der Ukraine EinzelfĂ€lle gewesen, nun gehe die Zahl in die Hunderte, sagte der SekretĂ€r des nationalen russischen Sicherheitsrates, Sergej Schoigu, der russischen Agentur Interfax zufolge. Demnach ist besonders der Föderationsbezirk Wolga am gleichnamigen Fluss mit seinen vielen strategisch wichtigen RĂŒstungsbetrieben zunehmend Ziel ukrainischer Angriffe.

Schoigu warnte, der Ausfall der Infrastruktur, darunter Schienen- und Verkehrswege, könne schwere Folgen fĂŒr den militĂ€rischen Nachschub fĂŒr den Krieg gegen die Ukraine haben. FĂŒr einen besseren Schutz wichtiger Anlagen sollten deshalb dort auch Gruppierungen mit Freiwilligen entstehen. Kremlchef Wladimir Putin unterstĂŒtze das, sagte Schoigu.

@ dpa.de