Selenskyj erwartet stÀrkere Flugabwehr im Juli
02.07.2024 - 05:11:34Kiew (dpa) â Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj erwartet im Juli eine StĂ€rkung der Flugabwehr in seinem Land gegen die russischen LuftschlĂ€ge. Die versprochenen Kampfjets vom Typ F-16 in ausreichender Menge und QualitĂ€t, Flugabwehrsysteme vom Typ Patriot und Raketen mit gröĂerer Reichweite hĂ€tten auf den Verlauf des Krieges einen entscheidenden Einfluss, sagte Selenskyj in seiner am Montag in Kiew verbreiteten abendlichen Videobotschaft. Die Ukraine könne in diesem Monat noch mehr Schutz ihres Luftraums vor dem Aggressor Russland erhalten.
Selenskyj fordert seit Monaten mehr UnterstĂŒtzung durch die westlichen VerbĂŒndeten beim Schutz des Luftraums vor russischen Bomben, Raketen und Drohnen. Das Land sei auf dem Weg, echte Sicherheit zu erhalten, meine der Staatschef weiter. Mehrere Staaten haben der Ukraine F-16-Kampfjets versprochen und auch ukrainische Piloten an den Maschinen ausgebildet. Russland sieht darin eine neue Eskalationsstufe in dem Krieg.
«Dieser Monat kann der Ukraine mehr StĂ€rke bringen, vor allem beim Schutz unseres Luftraums und bei der echten Sicherheit fĂŒr unser Land», sagte er. Dabei setze das Land vor allem auf die USA als VerbĂŒndete.
Selenskyj dankt US-Delegation in Kiew fĂŒr Hilfe
Bei einem Treffen mit Vertretern des US-Kongresses in Kiew dankte Selenskyj Washington fĂŒr die andauernde Hilfe im Abwehrkampf gegen die russische Aggression. «Es ist sehr wichtig, einen unerschĂŒtterlichen Glauben daran zu haben, dass das Leben diesen russischen Krieg und alle feindlichen Ambitionen Putins besiegen muss», sagte er. DafĂŒr brauche es nicht nur den Mut der Ukrainer, sondern auch den der westlichen Partner.
Selenskyj sagte, dass ĂŒber Grundsatzentscheidungen gesprochen worden sei, um den Besatzern mehr Verluste bei der Logistik und AusrĂŒstung zuzufĂŒgen sowie Hoffnungen Moskaus auf eine Ausweitung des Krieges zu zerstören. «FĂŒr Russland muss all dies in einer Niederlage enden â und nur dann wird diese ganze Idee von einem Krieg gegen die Ukraine besiegt werden», sagte Selenskyj.
Der US-Republikaner Mike Turner sagte beim Treffen mit Selenskyj, dass Washington die Menschen in der Ukraine in ihrem Kampf um Demokratie unterstĂŒtze. Er deutete an, dass auch ĂŒber mögliche SchlĂ€ge der ukrainischen StreitkrĂ€fte mit US-Raketen gegen Stellungen auf russischem Staatsgebiet gesprochen worden sei. Details wurden nicht genannt.
Selenskyj setzt auf zusÀtzliche Patriot-Lieferungen
Selenskyj sagte, dass die USA nicht nur mit Waffen helfen, sondern auch mit finanzieller UnterstĂŒtzung fĂŒr die Wirtschaft des Landes. Einmal mehr betonte er, dass das Land vor allem mehr Hilfe bei der Luftverteidigung brauche. «Das ist extrem wichtig, weil die Patriot-Systeme uns helfen, Leben zu retten und die Infrastruktur zu schĂŒtzen. Wir setzen darauf, dass wir zusĂ€tzliche Lieferungen dieser Systeme in der Zukunft erhalten», sagte Selenskyj.
Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als zwei Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. Russland hat seit Beginn der Invasion am 24. Februar 2022 weite Teile im Osten und im SĂŒden der Ukraine besetzt.
Moskau meldet weitere Gebietseroberungen
Russlands Angriffskrieg in der Ukraine erstarrt mehr und mehr in StellungskĂ€mpfen. Das russische MilitĂ€r hat nach eigenen Angaben zwei Ortschaften im Osten der Ukraine erobert. Einheiten der Gruppierung «West» hĂ€tten die Ortschaft Stepowa Nowoseliwka im Gebiet Charkiw erobert und bessere Stellungen eingenommen, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau in seinem Lagebericht mit. Zudem sei im Gebiet Donezk die Ortschaft Nowopokrowske erobert worden. Kiew hat den Verlust der beiden Siedlungen offiziell bislang nicht bestĂ€tigt. Von unabhĂ€ngiger Seite waren die Angaben nicht ĂŒberprĂŒfbar.
Das dem Verteidigungsministerium in Kiew nahestehende Portal Deepstate hat die Erfolgsmeldungen aus Moskau hingegen teilweise bestĂ€tigt. So wird Nowopokrowske dort bereits seit geraumer Zeit als besetzt markiert. Die russischen Truppen sind dort nach dem Fall von Awdijiwka, das die Ukrainer zur Festung ausgebaut hatten, auf dem Vormarsch.Â
Stepowa Nowoseliwka nahe der Kleinstadt Kupjansk im Gebiet Charkiw hingegen ist bei Deepstate noch als unter ukrainischer Kontrolle gekennzeichnet. Die russische Armee versucht seit Monaten den im Herbst 2022 bei der ukrainischen Gegenoffensive verloren gegangenen strategisch wichtigen Eisenbahnknoten zurĂŒckzuerobern.
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