Niederlande, Regierung

Niederlande: Regierung zerbricht im Streit um Migration

07.07.2023 - 20:53:26

In mehreren AnlĂ€ufen hatte die niederlĂ€ndische Regierung ĂŒber eine restriktivere Migrationspolitik gerungen. Nach einer Krisensitzung jetzt der Knall: Die Regierung ist zerbrochen.

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  • Mark Rutte, MinisterprĂ€sident der Niederlande, geht ĂŒber den Binnenhof vor dem wöchentlichen Ministerrat. - Foto: Robin Utrecht/ANP/dpa

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Mehr zum Thema in KĂŒrze. - Foto: ---/dpa-Infografik/dpaMark Rutte, MinisterprĂ€sident der Niederlande, geht ĂŒber den Binnenhof vor dem wöchentlichen Ministerrat. - Foto: Robin Utrecht/ANP/dpa

Die niederlĂ€ndische Regierung von MinisterprĂ€sident Mark Rutte ist im Streit um die Migrationspolitik zerbrochen. Die Spitzen der vier Regierungsparteien hĂ€tten sich am Freitagabend nicht auf Schritte zur angestrebten EinschrĂ€nkung des FlĂŒchtlingszuzugs einigen können, berichtete die Nachrichtenagentur ANP unter Verweis auf Regierungskreise.

Knackpunkt bei der Krisensitzung war eine BeschrĂ€nkung des Familiennachzugs von FlĂŒchtlingen, die sich bereits in den Niederlanden aufhalten und die Ruttes rechtsliberale Partei VVD gefordert hatte. Diese Forderungen gingen den anderen Parteien zu weit. Offenbar ging die Initiative zur AufkĂŒndigung der Regierung von der konservativen ChristenUnie aus. Nach einer außerordentlichen Ministerratssitzung am Abend wollte der Premier ĂŒber die Lage informieren.

Bund von vier Parteien

Mark Rutte (56) ist seit knapp 13 Jahren MinisterprĂ€sident der Niederlande und damit einer der am lĂ€ngsten amtierenden Regierungschefs der EU. Seit Januar 2022 fĂŒhrte er sein viertes Kabinett nach Koalitionsverhandlungen, die gut neun Monate gedauert hatten und damit die lĂ€ngsten in der Geschichte des Landes waren. Insgesamt vier Parteien waren nötig, um eine Mehrheit in der Zweiten Kammer des Parlaments zu erreichen, das waren Ruttes rechtsliberale VVD, die linksliberale D66, die christdemokratische CDA und die kleine ChristenUnion.

Nach zahlreichen Krisen waren die Umfragewerte der Koalition stark gesunken. Bei der jĂŒngsten Provinzialwahl im MĂ€rz, bei der auch die Erste Kammer des Parlaments - vergleichbar dem Bundesrat - gewĂ€hlt wurde, hatten alle Regierungsparteien deutliche Verluste verbucht. Großer Wahlsieger wurde die rechtspopulistische BauerbĂŒrgerbewegung BBB, die auf Anhieb stĂ€rkste Kraft wurde. In der Zweiten Kammer ist die BBB nur mit einer Abgeordneten vertreten. Bei einer Neuwahl wird der Partei großer Erfolg vorhergesagt.

@ dpa.de