Moldaus PrÀsidentin vor Wahl: «Enormer Druck aus Moskau»
27.09.2025 - 05:00:07Unmittelbar vor der Parlamentswahl in Moldau beklagt die proeuropĂ€ische PrĂ€sidentin Maia Sandu massive russische Einflussnahme. «Es geht hier um die territoriale IntegritĂ€t und die UnabhĂ€ngigkeit unserer Republik. Und was wir sehen, ist ein enormer Druck aus Moskau, sich in die Wahlen einzumischen und die Wahlen zu beeinflussen», sagte Sandu dem Nachrichtenportal «ZDFheute.de».Â
Moskau gebe «Hunderte von Millionen Euro» dafĂŒr aus, «um politische Parteien zu finanzieren, sogar um WĂ€hler zu bestechen oder junge Leute auszubilden, um DestabilisierungsaktivitĂ€ten zu organisieren», sagte Sandu weiter. In der kleinen Republik Moldau - seit 2022 EU-Beitrittskandidat - wird an diesem Sonntag ein neues Parlament gewĂ€hlt.Â
Umfragen lieĂen zuletzt erwarten, dass die Partei von Sandu, die aktiv von der EuropĂ€ischen Union unterstĂŒtzt wird, bei der Wahl wieder stĂ€rkste Kraft werden könnte, aber nicht mehr alleine regieren kann. Dem russlandorientierten BĂŒndnis Patriotischer Block werden Chancen auf ein gutes Wahlergebnis eingerĂ€umt.Â
Sandu bezeichnete die anstehenden Wahlen auf der Plattform X als die folgenreichsten fĂŒr die Zukunft des Landes. «Ihr Ausgang wird darĂŒber entscheiden, ob wir unsere Demokratie festigen und der EU beitreten oder ob Russland uns zurĂŒck in eine Grauzone zieht und uns zu einem regionalen Risiko macht.» Ăber die Zukunft mĂŒssten die Moldauer entscheiden, nicht Moskau.
Die PrĂ€sidentin sieht ihr Land auf einem guten Weg in die EU. «Wir haben in den vergangenen drei Jahren groĂe Fortschritte gemacht. Ich glaube wirklich, dass die Republik Moldau bis zum Ende des Jahrzehnts EU-Mitglied sein kann», sagte sie dem Nachrichtenportal «ZDFheute.de».
Auch wenn das proeuropĂ€ische Lager die Wahl am Sonntag verlieren sollte, will Sandu weiter fĂŒr die Demokratie kĂ€mpfen. «Weil wir an die Freiheit glauben. Und nicht unter Putins Regime leben wollen», sagte sie mit Blick auf den russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin.
In dem verarmten Agrarland zwischen EU-Mitglied RumÀnien und der Ukraine streiten seit Jahrzehnten prorussische und proeuropÀische KrÀfte um den Kurs. In Moldau leben rund 2,4 Millionen Menschen.


