AnschlÀge, Terrorgruppe

AnschlÀge rechter Terrorgruppe in Portugal vereitelt

18.06.2025 - 12:15:12

In Portugal wird schon lÀnger vor einer Zunahme rechtsextremer AktivitÀten gewarnt. Der Polizei des Landes gelingt nun in diesem Zusammenhang ein Coup. Der löst Jubel aus, weckt aber auch Sorgen.

In Portugal ist eine mutmaßliche rechtsextreme Terrorzelle zerschlagen worden, die AnschlĂ€ge unter anderem auf das Parlament in Lissabon geplant haben soll. Bei 15 Durchsuchungen in der Hauptstadt und im Großraum Lissabon habe man sechs Personen festgenommen und Sprengstoff, Schuss- und weitere Waffen, Munition, IT-AusrĂŒstung und auch 3D-Drucker zur Waffenherstellung sichergestellt, teilte die Kriminalpolizei in Lissabon mit.

Die Festgenommenen wĂŒrden dringend verdĂ€chtigt, an der Bildung und UnterstĂŒtzung einer terroristischen Vereinigung beteiligt gewesen zu sein, hieß es. Zudem werde ihnen unter anderem die Verbreitung von Hassbotschaften, Aufruf zu Gewalt sowie unerlaubter Waffenbesitz zur Last gelegt.

«Es hat uns ĂŒberrascht, welche QualitĂ€t und Vielfalt das sichergestellte Material hat», sagte die Chefin der Anti-Terror-Einheit (UNCT) der Kriminalpolizei, Manuela Santos. Unter den Festgenommenen sei ein hochrangiger Polizeibeamter. Santos schloss nicht aus, dass weitere Angehörige von Polizei oder MilitĂ€r in die Gruppe verwickelt sein könnten.

VerstÀrkte AktivitÀten von Antisystemgruppen seit der Pandemie

Die Organisation namens «Movimento Armilar Lusitano» (MAL), (wörtlich so etwas wie «Lusitanische Armillarbewegung») habe sich bewaffnet, Mitglieder rekrutiert und «gezielte Aktionen geplant», darunter «AnschlÀge auf Institutionen» wie das Parlament, betonte die Antiterror-Chefin.

In Portugal wird seit LÀngerem vor einer Zunahme illegaler AktivitÀten von rechtsextremen und anderen Antisystemgruppen gewarnt. Santos erklÀrte, diese Entwicklung werde seit der Pandemie verstÀrkt registriert.

Der Polizeicoup wurde von Medien und Politikern gefeiert. Er weckt aber auch Sorgen. «Wir sind sehr besorgt ĂŒber die Zunahme rechtsextremer AktivitĂ€ten», sagte Kripo-Direktor LuĂ­s Neves. «Das ist sehr gefĂ€hrlich. Waffen, die mit 3D-Druckern hergestellt werden. Dass ich das jemals in Portugal sehen wĂŒrde, hĂ€tte ich nie gedacht», wurde die Forscherin CĂĄtia Moreira de Carvalho, Expertin fĂŒr gewalttĂ€tigen Extremismus und Radikalisierung, in der Zeitung «Diario de NotĂ­cias» zitiert. Mehr PrĂ€ventionsmaßnahmen seien dringend nötig.

@ dpa.de