USA, Kriminalität

Ex-FBI-Chef und Trump-Widersacher Comey angeklagt

26.09.2025 - 02:11:17

In seiner ersten Amtszeit feuerte Trump den FBI-Chef im Zusammenhang mit Ermittlungen zu russischer Einflussnahme auf die US-Wahlen. Jetzt ist Trump zurück an der Macht - und Comey wird angeklagt.

Nach massivem Druck von US-Präsident Donald Trump auf die Justiz hat eine Geschworenenjury den früheren FBI-Direktor James Comey unter anderem wegen Falschaussage angeklagt. Das Justizministerium teilte mit, dem 64-Jährigen werde zudem vorgeworfen, eine Untersuchung des Kongresses behindert zu haben.

Comey hatte in Trumps erster Amtszeit zu russischer Einflussnahme auf die US-Wahlen 2016 ermittelt und mögliche Verbindungen zwischen Moskau und Mitgliedern aus Trumps Wahlkampfteam untersucht. 2017 wurde Comey von Trump im Zusammenhang mit den damals noch laufenden Ermittlungen entlassen. 

Die Anklage folgt nur wenige Tage, nachdem Trump seine Justizministerin Pam Bondi über die sozialen Medien nachdrücklich dazu aufgefordert hatte, gegen Personen vorzugehen, die er als Feinde betrachtet. Der Präsident beklagte, dass viel geredet, aber nichts getan werde - und nannte explizit Comey.

Bondi schrieb nun auf der Plattform X, dass niemand über dem Gesetz stehe. Die heutige Anklage spiegele die Entschlossenheit des Justizministeriums wider, diejenigen zur Rechenschaft zu ziehen, «die ihre Machtposition missbrauchen, um das amerikanische Volk zu täuschen».

Trump feiert Anklageerhebung

Trump machte aus seiner Freude über die Anklage keinen Hehl - auf seinem Sprachrohr Truth Social schrieb der Republikaner: «GERECHTIGKEIT IN AMERIKA!» Er bezeichnete Comey als korrupt und «einen der schlimmsten Menschen, denen dieses Land jemals ausgesetzt» gewesen sei. 

US-Präsidenten legen traditionell großen Wert darauf, keinen Zweifel an der Unabhängigkeit der Justiz aufkommen zu lassen. Trump hat aber bereits mit vielen Gepflogenheiten gebrochen. Kritiker werfen ihm vor, die Justiz und Strafverfolgungsbehörden mit seiner Macht als Präsident zu beeinflussen und für politische Zwecke zu instrumentalisieren.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

US-Moderatorin Guthrie an Entführer: «Wir werden zahlen». Ihre Tochter, die Fernsehmoderatorin Savannah Guthrie, wendet sich in einer neuen Videobotschaft an die Entführer ihrer Mutter. Seit einer Woche wird die 84-jährige Nancy Guthrie vermisst. (Unterhaltung, 08.02.2026 - 03:55) weiterlesen...

Fall Epstein: Ermittlungen gegen französischen Ex-Minister. Hintergrund sind Informationen aus den Epstein-Akten. Der ehemalige französische Kulturminister Jack Lang und seine Tochter geraten ins Visier von Finanzfahndern. (Ausland, 07.02.2026 - 20:03) weiterlesen...

Fall Epstein: Ex-Premier fühlt sich von Mandelson «betrogen». Nun äußert sich der damalige Premier. Der britische Ex-Minister Peter Mandelson soll vertrauliche Informationen an Jeffrey Epstein weitergegeben haben. (Ausland, 07.02.2026 - 12:03) weiterlesen...

Londoner Epstein-Skandal: Durchsuchungen an zwei Adressen. Am Freitag handeln die Beamten an zwei Adressen. In Großbritannien ermittelt die Polizei wegen des Epstein-Skandals gegen den früheren Minister Peter Mandelson. (Ausland, 06.02.2026 - 17:28) weiterlesen...

Fall Epstein: Ermittlungen gegen Norwegens Ex-Regierungschef. Die Epstein-Akten bringen den Norweger in Bedrängnis. Thorbjørn Jagland war nicht nur Ministerpräsident, sondern auch Generalsekretär des Europarates und Chef des Nobelkomitees. (Ausland, 06.02.2026 - 10:00) weiterlesen...

FBI setzt 50.000 Dollar Belohnung im Fall Guthrie aus 50.000 Dollar Belohnung, neue Details – doch weiter keine Verdächtigen: Ermittler legen im Fall der verschwundenen Mutter von TV-Moderatorin Savannah Guthrie den aktuellen Stand offen. (Unterhaltung, 05.02.2026 - 21:16) weiterlesen...