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AP und Sender: Donald Trump gewinnt US-PrÀsidentschaftswahl

06.11.2024 - 11:49:43

In seiner ersten Amtszeit hielt Donald Trump die USA und die Welt in Atem. Auch danach folgten Skandale und Provokationen. Die Amerikaner wÀhlen ihn dennoch wieder zum PrÀsidenten.

  • Der Ex-PrĂ€sident zieht damit im Januar erneut ins Weiße Haus ein. (Archivbild) - Foto: Evan Vucci/AP/dpa

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  • Erhebungen und Prognosen amerikanischer Medien zufolge steht Trump als Sieger der US-PrĂ€sidentschaftswahl fest. - Foto: Evan Vucci/AP

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  • Trumps erste Amtszeit war von Chaos und internationalen Verwerfungen geprĂ€gt. (Archivbild) - Foto: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

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Der Ex-PrĂ€sident zieht damit im Januar erneut ins Weiße Haus ein. (Archivbild) - Foto: Evan Vucci/AP/dpaErhebungen und Prognosen amerikanischer Medien zufolge steht Trump als Sieger der US-PrĂ€sidentschaftswahl fest. - Foto: Evan Vucci/APTrumps erste Amtszeit war von Chaos und internationalen Verwerfungen geprĂ€gt. (Archivbild) - Foto: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

Der Republikaner Donald Trump hat die PrĂ€sidentschaftswahl in den USA gewonnen. Das berichteten die Nachrichtenagentur AP und mehrere Sender, darunter Fox News, CNN und NBC, ĂŒbereinstimmend unter Berufung auf Erhebungen und Prognosen. Sie sahen den 78-JĂ€hrigen bei mehr als 270 Wahlleuten und damit uneinholbar vor seiner demokratischen Kontrahentin Kamala Harris. 

Die Republikaner sicherten sich bei der parallelen Kongressauswahl außerdem die Mehrheit im Senat. Trump hat damit Aussicht darauf, dass er womöglich «durchregieren» kann - falls seine Partei auch die Kontrolle ĂŒber das ReprĂ€sentantenhaus verteidigen kann.

Eine chaotische erste Amtszeit

Trump war zwischen 2017 und 2021 bereits PrĂ€sident der Vereinigten Staaten gewesen. Seine Amtszeit war geprĂ€gt von Chaos und Skandalen. Er brach mit zahllosen politischen Konventionen, stellte jahrzehntealte BĂŒndnisse infrage und sorgte fĂŒr diverse internationale Verwerfungen. Auch innenpolitisch verfolgte der Republikaner eine radikale Agenda, etwa in der Migrationspolitik oder mit einem isolationistischen «America First»-Kurs. 

Auch Trumps zweite Amtszeit verspricht innen- wie außenpolitisch eine Politik der Extreme. Der Republikaner hat unter anderem damit gedroht, die militĂ€rische UnterstĂŒtzung der Ukraine einzustellen.

In den USA kann jemand zwei Amtszeiten lang PrĂ€sident sein, egal ob diese aufeinanderfolgen oder nicht. Es gab in der US-Geschichte bislang nur einen PrĂ€sidenten, der nach Unterbrechung ein zweites Mal zurĂŒck ins Weiße Haus gewĂ€hlt wurde: Grover Cleveland - im 19. Jahrhundert. 

Trump hat bereits Geschichte geschrieben

Trump hat sich schon mit anderem einen Eintrag in GeschichtsbĂŒchern gesichert: unter anderem als erster US-PrĂ€sident, gegen den wĂ€hrend seiner Regierungszeit gleich zwei Amtsenthebungsverfahren im Kongress eingeleitet wurden. Und als erster Ex-PrĂ€sident in der US-Geschichte, der in mehreren Strafverfahren angeklagt und in bislang einem auch verurteilt wurde. 

Trump hatte außerdem auf dĂŒstere Weise Geschichte geschrieben, indem er seine Niederlage gegen den Demokraten Joe Biden bei der PrĂ€sidentschaftswahl 2020 nie einrĂ€umte, sondern damals mit allen Mitteln versuchte, den Wahlausgang umzukehren und seinen Auszug aus dem Weißen Haus abzuwenden. 

Ein atemloses Wahljahr

Auch im Wahlkampf gegen Harris hatte er in den vergangenen Monaten immer wieder mit Wahlbetrugsbehauptungen, Provokationen und verbalen Attacken gegen seine Gegner Schlagzeilen gemacht. Harris war erst wenige Monate vor der Wahl ins Rennen eingestiegen, nachdem der 81 Jahre alte demokratische Amtsinhaber Biden auf Druck seiner Partei seine Wiederwahlkampagne aufgegeben hatte. 

Trump war Mitte Juli Opfer eines Attentats geworden. Er wurde durch einen Schuss leicht am Ohr verletzt. 

Die Besonderheiten des Wahlsystems

In den USA wird der PrĂ€sident indirekt vom Volk gewĂ€hlt. Die Stimmen der WĂ€hler entscheiden ĂŒber die Zusammensetzung des Wahlkollegiums, das den PrĂ€sidenten dann im Dezember wĂ€hlt. Jeder Bundesstaat hat eine bestimmte Zahl von Stimmen in dem 538-köpfigen Gremium aus Wahlleuten zu vergeben. Deren Zahl richtet sich nach der GrĂ¶ĂŸe eines jeden Staates. FĂŒr einen Sieg braucht ein Kandidat nicht die höchste absolute Stimmenzahl, sondern die Mehrheit der 538 Wahlleute - also mindestens 270. Die erreichte Trump nun.

Da es in den USA keine zentrale Wahlleitung gibt, kommt großen MedienhĂ€usern bei der Ausrufung der Ergebnisse aus den einzelnen Bundesstaaten eine besondere Rolle zu - vor allem der Nachrichtenagentur AP. Die Agentur unterhĂ€lt ein Netz von Tausenden Helfern, die gemeldete Ergebnisse von lokalen Wahlhelfern zusammenfĂŒhren. Die Agentur wird zudem fĂŒr ihre UnabhĂ€ngigkeit und Genauigkeit geschĂ€tzt. Sobald AP den Gewinner vermeldet, gilt die Wahl als entschieden. 

Der Schatten der Vergangenheit

Die Resultate aus allen Bundesstaaten mĂŒssen auf verschiedenen Ebenen offiziell zertifiziert werden - letzter Schritt ist die BestĂ€tigung durch den US-Kongress am 6. Januar. Trump hatte nach seiner verlorenen Wahl 2020 auch bei diesem Anlass noch versucht, die formale BestĂ€tigung des Wahlergebnisses zu sabotieren. AnhĂ€nger Trumps stĂŒrmten damals wĂ€hrend der laufenden Parlamentssitzung gewaltsam das US-Kapitol. Der Republikaner hatte seine UnterstĂŒtzer zuvor bei einer Rede durch seine unbelegten Wahlbetrugsbehauptungen aufgewiegelt. Infolge der Krawalle kamen fĂŒnf Menschen ums Leben. Die beispiellose Attacke wirkt bis heute nach.

Am 20. Januar 2025 wird der neue PrĂ€sident mit der Vereidigung ins Amt eingefĂŒhrt.

@ dpa.de