Frank-Walter Steinmeier, Elke BĂŒdenbender

Steinmeier und Bettel: Binnengrenzen mĂŒssen offen bleiben

10.07.2023 - 20:07:22

In seiner Rolle als BundesprÀsident ist Frank-Walter Steinmeier erstmals nach Luxemburg gereist. Dabei ging es viel um Geschichte, Demokratie und Europa. Eine Sache beeindruckte Steinmeier in Luxemburg besonders.

BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier und der luxemburgische Premierminister Xavier Bettel haben die Notwendigkeit von offenen Binnengrenzen innerhalb der EU auch fĂŒr die Zukunft betont. Steinmeier sagte in Luxemburg, die beim EU-Gipfel von Ungarn und Polen blockierte Einigung auf eine neue Migrationspolitik mĂŒsse kommen. Dies sei «zentral wichtig».

Die stĂ€rkere Kontrolle der Außengrenzen sei geplant, «weil man die Binnengrenzen gemĂ€ĂŸ der Tradition der EuropĂ€ischen Union frei halten will». Bettel fĂŒgte hinzu: «Wenn die EU-Außengrenzen funktionieren, dann brauchen wir keine Binnengrenzen.»

Steinmeier war mit seiner Frau Elke BĂŒdenbender zu seinem ersten offiziellen Besuch in Luxemburg eingetroffen. Zur BegrĂŒĂŸung im Palast von Luxemburgs Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa hatten sich zahlreiche Schaulustige eingefunden.

Steinmeier besuchte unter anderem eine Ausstellung zum 175. Jahrestag der Revolution und Verfassung von 1848 in Luxemburg und sprach mit Mitgliedern des Luxemburger Jugendparlaments. Beim Gang durch die Stadt hielt er immer wieder an und redete mit Passanten.

WĂŒrdigung der Zusammenarbeit in Krisenzeiten

WĂ€hrend der Corona-Pandemie hatte es wiederholt Kontrollen an den deutschen Grenzen zu Luxemburg und Frankreich gegeben, teilweise waren GrenzĂŒbergĂ€nge auch vorĂŒbergehend geschlossen. Steinmeier sagte, er habe die Aufregung darĂŒber zur Kenntnis genommen. «Wichtiger als jetzt danach zu fragen, ob das ein Fehler war, ist die Erinnerung daran, dass es uns gelungen ist, die Schwierigkeiten, die in der Tat eingetreten sind, auch wieder auszurĂ€umen.»

Steinmeier betonte: «Luxemburg ist eigentlich Herzkammer der EuropĂ€ischen Union und lebt dieses Europa wie kaum ein anderes Land in Europa.» An der Offenheit der Menschen in Luxemburg könne sich Deutschland «durchaus ein Beispiel nehmen». Er dankte auch den luxemburgischen RettungskrĂ€ften, die Deutschen im Ahrtal bei der Flutkatastrophe 2021 halfen. «Was sich in Krisenzeiten zeigt, ist der Wert der grenzĂŒberschreitenden Zusammenarbeit.» Der BundesprĂ€sident wurde beim Besuch von GĂ€sten aus Luxemburg begleitet, darunter Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar und Schauspielerin Vicky Krieps.

Steinmeier lobt Luxemburgs Offenheit und Mehrsprachigkeit

Bei einem Staatsbankett beim Großherzog sagte Steinmeier, man könne sich Luxemburg «als Vorbild nehmen: ein Land, das Mehrsprachigkeit und Offenheit lebt». Etwa die HĂ€lfte der rund 660.000 Einwohner des Großherzogtums sind AuslĂ€nder. «Menschen aus mehr als 170 verschiedenen Nationen leben hier, so viele wie in keinem anderen europĂ€ischen Land», sagte der BundesprĂ€sident.

Am Dienstag ist eine Visite des Geburtshauses von Robert Schuman (1886-1963) vorgesehen, der ein GrĂŒndervater der EuropĂ€ischen Union war. Luxemburg ist nach Malta das zweitkleinste Land der EU. Als Außenminister war Steinmeier frĂŒher oft in Luxemburg.

@ dpa.de