RSF: Dieses Jahr starben mehr als 50 Journalisten bei Arbeit
12.12.2024 - 06:00:37 | dpa.de
Weltweit sind in diesem Jahr mindestens 54 Journalisten im Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden. Fast ein Drittel von ihnen wurde im Gazastreifen getötet. Das berichtet die Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen (RSF) in ihrer Jahresbilanz der Pressefreiheit.Â
Die Zahl der weltweiten Opfer - gezĂ€hlt wird fĂŒr die Zwischenbilanz bis Ende November - entspricht bis jetzt noch dem Vorjahresniveau. Allerdings erfĂ€hrt RSF jedes Jahr im Nachhinein von weiteren TodesfĂ€llen, die erst spĂ€ter in die Statistik einflieĂen. Es ist daher von einem Anstieg auszugehen.
«Besonders riskant war die Kriegsberichterstattung», erlĂ€uterte RSF. «Weltweit kamen in diesem Jahr 31 der 54 getöteten Journalistinnen und Journalisten in Kriegsgebieten ums Leben, so viele wie seit fĂŒnf Jahren nicht mehr.» Die mit Abstand gefĂ€hrlichste Region war demnach erneut der Gazastreifen, wo Israel gegen die islamistische Hamas kĂ€mpft.
Rechnet man zurĂŒck bis zum Kriegsbeginn am 7. Oktober 2023, kamen laut RSF im Gazastreifen bis Ende vergangenen Monats insgesamt mehr als 145 Medienschaffende ums Leben, darunter mindestens 35 mit klarem Bezug zu ihrer Arbeit. In Israel wurden demnach seit Kriegsbeginn zwei, im Libanon fĂŒnf Reporterinnen und Reporter wegen ihrer Arbeit getötet. RSF hat sich vor dem Internationalen Strafgerichtshof dafĂŒr eingesetzt, dass Tötungen von Medienschaffenden als mögliche Kriegsverbrechen untersucht werden.
Doch auch in anderen Weltregionen gerieten Reporterinnen und Reporter ins Visier. «In Pakistan kamen sieben Medienschaffende ums Leben, in Bangladesch wurden fĂŒnf Journalisten bei der Berichterstattung ĂŒber blutige Massenproteste getötet», so die Menschenrechtsorganisation.
Weltweit sitzen derzeit 550 Journalistinnen und Journalisten im GefĂ€ngnis, sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Unter anderem in Israel und Russland ist die Zahl der inhaftierten Medienschaffenden gestiegen. «Medienschaffende werden getötet, inhaftiert und entfĂŒhrt, und viel zu hĂ€ufig bleiben diese brutalen Verbrechen straffrei», sagt RSF-GeschĂ€ftsfĂŒhrerin Anja Osterhaus. «Wir mĂŒssen diejenigen schĂŒtzen, die uns informieren. Ihre mutige Arbeit macht menschliches Leid in Kriegen, Korruption und Machtmissbrauch sichtbar.»
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