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Biden rÀumt ein: Politik nicht immer gut verkauft

17.01.2025 - 05:57:51

In wenigen Tagen scheidet Joe Biden aus dem Amt. In seinem letzten Interview vor dem Abschied gibt der Demokrat einen Hauch Selbstkritik zum Besten.

In seinem letzten Fernseh-Interview vor dem Abschied aus dem Weißen Haus hat US-PrĂ€sident Joe Biden eingerĂ€umt, seine Politik nicht immer gut verkauft zu haben. Er und seine Partei hĂ€tten den Fehler gemacht, nicht ausreichend zu erklĂ€ren, fĂŒr welche Erfolge sie verantwortlich gewesen seien, sagte Biden dem US-Sender MSNBC. Wenn zum Beispiel irgendwo eine neue BrĂŒcke mit Milliardenwert gebaut worden sei, hĂ€tten er und seine Demokraten nicht klar genug gemacht, dass der Bau ihnen zu verdanken sei.

«Ich bin kein sehr guter VerkĂ€ufer», rĂ€umte der 82-JĂ€hrige ein. Er habe sich mitunter zu sehr mit den politischen Inhalten beschĂ€ftigt als mit der Frage, wie die nach außen zu tragen seien.

Biden hatte in seinen vergangenen Regierungsjahren unter anderem die Wirtschaft nach der Corona-Pandemie wieder angekurbelt und beispiellose Investitionen in Klimaschutz und Infrastruktur angestoßen. Doch bei den BĂŒrgern drang er damit nicht wirklich durch und hatte mit miesen Beliebtheitswerten zu kĂ€mpfen. 

Vor allem aber wiederkehrende Aussetzer und peinliche Patzer hatten ihm öffentlich zugesetzt und Zweifel an seiner mentalen Fitness aufgebracht. Erst nach immensem Druck aus seiner eigenen Partei zog sich Biden im vergangenen Sommer aus dem Wahlkampf fĂŒr eine zweite Amtszeit zurĂŒck und ĂŒberließ seiner VizeprĂ€sidentin Kamala Harris in letzter Minute das Feld. 

Kritik, dass er sich zu lange an die Macht geklammert und durch seinen spĂ€ten RĂŒckzug den Weg fĂŒr den Wahlsieg des Republikaners Donald Trump geebnet habe, weist Biden bis heute zurĂŒck. Er sagte erst vor wenigen Tagen, er sei ĂŒberzeugt, dass er Trump hĂ€tte schlagen können.

Der Wahlsieger Trump ĂŒbernimmt am Montag die AmtsgeschĂ€fte von Biden. Sein Abschiedsinterview gab der Demokrat passenderweise in einer Sendung mit dem Titel «Das letzte Wort».

@ dpa.de