Vance besucht Nationalgarde - Proteste in Washington
20.08.2025 - 21:25:47 | dpa.deUS-VizeprĂ€sident JD Vance und Verteidigungsminister Pete Hegseth haben unter Protest in Washington stationierte Nationalgardisten besucht. Die beiden Republikaner und andere Regierungsvertreter zeigten sich am Hauptbahnhof Union Station mit Soldaten, die auf Anordnung von PrĂ€sident Donald Trump unter anderem dort im Einsatz sind, und posierten mit ihnen in einem Schnellrestaurant.Â
Vance lobte die EinsatzkrĂ€fte, die seiner Darstellung nach binnen weniger Tage fĂŒr einen deutlichen RĂŒckgang der KriminalitĂ€t gesorgt hĂ€tten. WĂ€hrenddessen Ă€uĂerten Gegner der MaĂnahmen lautstark ihren Unmut und begleiteten den Besuch mit Buhrufen.
Bewohner demonstrieren
In den vergangenen Tagen waren im Stadtbild von Washington zunehmend Soldaten und andere EinsatzkrĂ€fte von Bundesbehörden prĂ€sent. Demonstrierende begegneten ihnen mit Transparenten und Sprechchören, Videos in sozialen Netzwerken zeigen teils hitzige Szenen.Â
Kritiker werfen der Trump-Regierung vor, mit der aus ihrer Sicht martialischen PrĂ€senz lediglich StĂ€rke demonstrieren und damit von innenpolitischen Problemen des Republikaners ablenken zu wollen. Zugleich gibt es Stimmen, die zwar ein hĂ€rteres Vorgehen befĂŒrworten, jedoch kritisieren, dass die Soldaten vor allem an symboltrĂ€chtigen Orten wie der National Mall eingesetzt werden - und nicht dort, wo die KriminalitĂ€t statistisch am höchsten ist.
Umstrittenes Dekret
Trump hatte vergangene Woche per Dekret verfĂŒgt, dass die Polizei im Hauptstadtbezirk vorerst Justizministerin Pam Bondi untersteht. Deren Versuch, den Chef der US-Drogenbehörde DEA an die Spitze der Polizei zu setzen, scheiterte jedoch juristisch - Polizeichefin Pamela Smith blieb im Amt. Zugleich ordnete Trump den Einsatz Hunderter Nationalgardisten in Washington an. Mehrere republikanisch gefĂŒhrte US-Bundesstaaten wollen ebenfalls Nationalgardetruppen in die Hauptstadt entsenden, um den Einsatz zu unterstĂŒtzen.
Offiziell begrĂŒndet Trump das Vorgehen mit angeblich ausufernder KriminalitĂ€t und Verwahrlosung des öffentlichen Raums - wobei Kriminalstatistiken seine Behauptung nicht bestĂ€tigen. Im Fokus der Strafverfolgungsbehörden stehen auch Migranten, die sich womöglich ohne Aufenthaltsgenehmigung im Land aufhalten, sowie Obdachlose auf den StraĂen und PlĂ€tzen der Stadt.Â
Die zum US-Heer gehörende Nationalgarde war schon hĂ€ufiger in der Hauptstadt aktiv. Zwar haben ĂŒblicherweise die Bundesstaaten die Kontrolle ĂŒber diese militĂ€rische Reserveeinheit. In besonderen Lagen - etwa bei Naturkatastrophen, Unruhen und NotfĂ€llen im Inneren - kann der PrĂ€sident sie aber unter Bundeskommando stellen. Im Sonderfall der US-Hauptstadt, die kein eigener Bundesstaat ist, untersteht die Nationalgarde ohnehin direkt dem PrĂ€sidenten.
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