Selenskyj, Russland

Selenskyj wirft Russland Angriff auf Rotes Kreuz vor

12.09.2024 - 15:27:54

Inmitten stĂ€ndiger russischer Angriffe auf die Ukraine fĂŒhrt der ukrainische PrĂ€sident Selenskyj in Kiew GesprĂ€che mit VerbĂŒndeten ĂŒber neue MilitĂ€rhilfe. Und er beklagt erneut schwere Kriegsfolgen.

Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj hat Russland ein weiteres Kriegsverbrechen vorgeworfen. Die Besatzer hĂ€tten in der Region Donezk ein Fahrzeug des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) angegriffen. Bei dem russischen Schlag seien drei Menschen getötet und zwei weitere verletzt worden. Selenskyj veröffentlichte dazu ein Foto von einem in Flammen stehenden Lastwagen des Roten Kreuzes. «In diesem Krieg ist alles absolut klar – Russland sĂ€t das Böse, die Ukraine verteidigt das Leben», teilte Selenskyj im sozialen Netzwerk X mit.

Das IKRK teilte mit, dass es sich bei den Toten und Verletzten um Mitarbeiter des Roten Kreuzes handelte. Die Verteilung der humanitĂ€ren GĂŒter, darunter Holz und Kohle zum Heizen im bevorstehenden Winter, hatte demnach noch nicht begonnen, deshalb seien keine Bewohner bei der Explosion zu Schaden gekommen. IKRK-PrĂ€sidentin Mirjana Spoljaric verurteilte den Angriff. «Es ist unverzeihlich, dass eine HilfsgĂŒterverteilungsstelle beschossen wird», sagte sie laut einer Mitteilung. Sie forderte eine Einhaltung des internationalen humanitĂ€ren Rechts. 

Selenskyj forderte einmal mehr eine Antwort der Staaten und internationalen Organisationen auf die Gewalt Russlands. «Nur gemeinsam kann die Welt Russland zwingen, diesen Terror zu beenden und Moskau zum Frieden zu bewegen», sagte er.

Kiew: Getreideschiff von Rakete getroffen

Bei X teilte der Staatschef auch mit, dass Russland in der Nacht ein mit Weizen fĂŒr Ägypten beladenes ziviles Frachtschiff nach dem Verlassen ukrainischer HoheitsgewĂ€sser im Schwarzen Meer mit einer Rakete angegriffen habe. Es habe keine Opfer gegeben. 

Selenskyj betonte einmal mehr die Bedeutung ukrainischer Getreideexporte fĂŒr die WelternĂ€hrung und forderte auch hier eine internationale Reaktion. «Weizen und Nahrungsmittelsicherheit sollten nie Ziele von Raketen sein», sagte er. Die Angaben waren von unabhĂ€ngiger Seite nicht ĂŒberprĂŒfbar.

Hilfe aus Estland und Lettland

Selenskyj empfing in Kiew auch den estnischen PrĂ€sidenten Alar Karis, dem er fĂŒr die RĂŒstungshilfe dankte. Das baltische EU- und Nato-Mitglied habe festgelegt, 0,25 Prozent seines jĂ€hrlichen Bruttoinlandsprodukts der Ukraine fĂŒr ihre Verteidigungserfordernisse zur VerfĂŒgung zu stellen. Bei den GesprĂ€chen sei es auch um den Wiederaufbau und den EU-Kurs des Landes gegangen. Auch die lettische Regierungschefin Evika Silina sicherte bei einem Treffen mit Selenskyj weitere Hilfe zu.

Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als zweieinhalb Jahren mit westlicher Hilfe gegen den russischen Angriffskrieg. Dutzende Staaten unterstĂŒtzen das Land beim Kampf gegen die russischen Besatzer.

@ dpa.de