Massud Peseschkian, UN-Generalversammlung

Iran-PrÀsident Peseschkian greift USA und Israel vor UN an

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 16:44 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Irans PrÀsident Massud Peseschkian hat die USA und Israel bei den Vereinten Nationen scharf angegriffen. Er verteidigte das iranische Nuklearprogramm, warf Israel Angriffe auf Iran und einen Völkermord in Gaza vor.

Irans PrÀsident vor UN: Wir sind Opfer von Terroristen
Masoud Pezeshkian am 23.09.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Irans PrĂ€sident Massud Peseschkian hat die USA und Israel in seiner Rede vor den Vereinten Nationen scharf angegriffen. Der letzte Vertreter der Vereinigten Staaten verließ das Plenum wenige Sekunden nach Beginn der Ansprache.

Peseschkian reagierte zunĂ€chst auf die Rede von US-PrĂ€sident Donald Trump vom Vortag, der Iraner als „Terroristen“ bezeichnet hatte. Iran selbst sei Opfer von Terrorismus und Aggression, sagte der PrĂ€sident und zeigte Bilder getöteter FĂŒhrungspersonen des iranischen Regimes sowie von Zivilisten.

VorwĂŒrfe gegen Israel und die USA

Israel ziele „auf jede Nachbarschaft in jeder Stadt, in jeder Provinz“ und begehe Attentate „wie ein wahrer Terrorist“, sagte Peseschkian. Zudem warf er Israel vor, ĂŒber Atom- und Nuklearbomben zu verfĂŒgen, wĂ€hrend internationale Inspektoren zur Kontrolle des Iran aufgefordert wĂŒrden.

Peseschkian kritisierte eine Doppelmoral gegenĂŒber seinem Land. Israel habe zehntausende Menschen in Gaza getötet, wĂ€hrend Iran bombardiert worden sei, als er am Verhandlungstisch gesessen habe, sagte der PrĂ€sident.

Iran beharrt auf ziviler Atomenergie

Das iranische Nuklearprogramm verteidigte Peseschkian als friedlich. Die Technologie diene unter anderem der medizinischen Behandlung, der ErnÀhrungssicherheit, der industriellen Entwicklung und der Stromversorgung.

Iran werde weder auf sein Recht auf friedliche Nukleartechnologie verzichten noch EinschrĂ€nkungen akzeptieren, die ĂŒber den Verzicht auf Nuklearwaffen hinausgingen, sagte Peseschkian. Zugleich beschuldigte er die USA und Israel, in Gaza einen „Genozid“ zu begehen, und sprach von mehr als 80.000 getöteten Zivilisten sowie Hunderttausenden Vertriebenen.

Aufruf zu gemeinsamer Sicherheit

PalĂ€stina sei eine „offene Wunde im Gewissen der internationalen Gemeinschaft“, sagte der iranische PrĂ€sident. Dauerhafter Frieden in Westasien sei ohne Gerechtigkeit fĂŒr PalĂ€stina unmöglich; der Widerstand werde fortbestehen, solange Besatzung, Aggression und Ungerechtigkeit anhielten.

Zum Abschluss rief Peseschkian zur internationalen Zusammenarbeit auf. Iran strecke der Welt die Hand entgegen, sagte er, dies geschehe jedoch nicht aus SchwĂ€che, sondern aus Überzeugung von der eigenen StĂ€rke und Standhaftigkeit.

Die Rede fÀllt in eine Phase verschÀrfter Konfrontation zwischen Iran, den USA und Israel. US-PrÀsident Donald Trump hatte am Vortag vor der UN-Generalversammlung den Iran scharf angegriffen und zugleich erklÀrt, nach den amerikanischen Kongresswahlen sei eine Vereinbarung mit Teheran möglich. Am Rande der Generaldebatte trafen Vertreter beider Staaten erstmals seit Monaten wieder zu GesprÀchen zusammen.

Atomprogramm bleibt zentraler Streitpunkt

Im Mittelpunkt des Konflikts steht neben dem Krieg im Nahen Osten das iranische Nuklearprogramm. Teheran besteht auf der zivilen Nutzung der Kernenergie und weist den Vorwurf zurĂŒck, Atomwaffen anzustreben. Die USA und ihre Partner verlangen dagegen ĂŒberprĂŒfbare Begrenzungen und eine Kontrolle durch internationale Inspektoren. Damit verbindet sich ein grundsĂ€tzlicher Streit ĂŒber die Reichweite des Nichtverbreitungsvertrags und ĂŒber den Zugang zu iranischen Nuklearanlagen.

Peseschkian stellte diesen Streit in einen grĂ¶ĂŸeren regionalen Zusammenhang: Er verknĂŒpfte die Forderungen nach Kontrollen mit Israels NuklearfĂ€higkeit und der militĂ€rischen UnterstĂŒtzung Israels. Die Rede zielte damit weniger auf einen unmittelbaren Kompromiss als auf die politische Deutungshoheit vor einem internationalen Publikum.

Gaza und GesprÀche mit Washington

Auch der Gazakrieg bleibt ein zentraler Bezugspunkt der UN-Generaldebatte. Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron kritisierte die Lage in Gaza ebenfalls deutlich, wĂ€hrend Israel solche VorwĂŒrfe zurĂŒckweist. FĂŒr die weitere Diplomatie dĂŒrfte entscheidend sein, ob die Kontakte zwischen Washington und Teheran trotz der öffentlichen GegensĂ€tze auf Fragen wie Atomprogramm, Sanktionen und regionale Sicherheit ausgeweitet werden können.

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