Amnesty: Demonstranten im Iran in Haft vergewaltigt
06.12.2023 - 01:36:22Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat iranischen SicherheitskrĂ€ften die Vergewaltigung von Demonstranten im Zusammenhang mit der Protestwelle im Herbst 2022 vorgeworfen. Die sexualisierte Gewalt hĂ€tte sich gegen Frauen, MĂ€nner und auch MinderjĂ€hrige gerichtet, mit dem Ziel, Protestierende einzuschĂŒchtern, heiĂt es in einem von Amnesty am Mittwoch veröffentlichten Bericht. Dieser stĂŒtzt sich nach Angaben der Organisation auf Aussagen von Betroffenen, Angehörigen, Psychologen und anderen Inhaftierten.
Die Proteste im Iran gegen den repressiven Regierungskurs im Vorjahr hatte die politische FĂŒhrung des Landes in eine der schwersten Krisen seit Jahrzehnten gestĂŒrzt. Die SicherheitskrĂ€fte gingen teils mit massiver Gewalt gegen die Demonstranten vor, mehrere Hundert wurden nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten getötet. Tausende Protestierende wurden festgenommen. Mittlerweile zeigt sich die politische und geistliche FĂŒhrung in Teheran wieder selbstbewusst.
In dem nun veröffentlichten Bericht schildert Amnesty teils schockierende Details zu den Vorkommnissen in Haft oder Polizeigewahrsam. So sollen bei den Vergewaltigungen zum Teil GegenstÀnde wie Glasflaschen oder Schlagstöcke zum Einsatz gekommen sein, auch sei es in einigen FÀllen zu Gruppenvergewaltigungen gekommen. Insgesamt habe die Organisation 45 FÀlle von sexualisierter Gewalt gegen Demonstranten nach Festnahmen in verschiedenen Teilen des Landes dokumentieren können, in 16 FÀllen sei es dabei zur Vergewaltigung gekommen.
«Sexualisierte Gewalt ist eine der brutalsten Waffen im Arsenal der iranischen Behörden, um Protestierende zu demĂŒtigen und Kritik zu unterdrĂŒcken und so um jeden Preis an der Macht zu bleiben», sagte Julia Duchrow, GeneralsekretĂ€rin von Amnesty International in Deutschland. Bisher sei kein einziger der TĂ€ter innerhalb der Geheimdienste und SicherheitskrĂ€fte angeklagt worden. Die groĂe Mehrheit der Betroffenen habe keine Anzeige erstattet, da sie kein Vertrauen in die Justiz hĂ€tten.


