Iran: Ehemaliger Atom-Verhandler soll AuĂenminister werden
11.08.2024 - 11:44:49 | dpa.de
Mit einem der frĂŒheren Hauptverhandler des Wiener Atomabkommens soll ein erfahrener Diplomat neuer AuĂenminister des Irans werden. PrĂ€sident Massud Peseschkian habe Abbas Araghchi fĂŒr das Amt nominiert, berichtete die Nachrichtenagentur Isna. Der 61-JĂ€hrige braucht noch die Zustimmung des Parlaments, die ist ihm laut Beobachtern aber sicher.Â
Araghchi war Botschafter in Finnland sowie Japan. SpĂ€ter wurde er VizeauĂenminister unter PrĂ€sident Hassan Ruhani (2013-2021) und damit die Nummer zwei des iranischen Atomteams. Nach Abschluss des Abkommens fĂŒhrte er bei Nachverhandlungen das iranische Verhandlungsteam an. Araghchi gilt als BefĂŒrworter besserer Beziehungen mit dem Westen und eines direkten, wenn auch kritischen Dialogs mit dem politischen Erzfeind USA. BezĂŒglich Israel vertritt er einen kritischen Standpunkt, auch wenn Beobachter vermuten, dass er gegen eine militĂ€rische Auseinandersetzung mit dem regionalen Erzfeind ist.Â
FĂŒr PrĂ€sident Peseschkian steht die Wiederaufnahme der Atomverhandlungen mit dem Westen weit oben auf der Agenda. Nur ĂŒber ein neues Abkommen könnten Sanktionen aufgehoben werden und das ölreiche Land damit aus der fast sechsjĂ€hrigen Wirtschaftskrise kommen.Â
Am Samstag hatte Peseschkian Mohammed Eslami als Leiter der iranischen Atomenergiebehörde (AEOI) bestĂ€tigt. Beobachter vermuten, dass Araghchi, der zum VizeprĂ€sidenten ernannte ehemalige AuĂenminister Mohammed-Dschawad Sarif und Eslami ein zukĂŒnftiges Trio fĂŒr mögliche Atomverhandlungen bilden könnten. Seit fast zwei Jahren stocken die BemĂŒhungen zur Wiederbelebung des Wiener Atomabkommens von 2015.
Damals hatte Teheran sich verpflichtet, sein Atomprogramm einzuschrĂ€nken. Im Gegenzug wurden UN-Sanktionen aufgehoben, die unter anderem den iranischen Ălexport und Bankensektor betrafen. Der Pakt sollte verhindern, dass das Land Atomwaffen entwickelt. Nachdem aber die USA 2018 unter dem damaligen PrĂ€sidenten Donald Trump aus dem Abkommen ausgestiegen waren, hielt sich Teheran auch nicht mehr an BeschrĂ€nkungen.Â
Peseschkian hat nach seinem Wahlsieg verkĂŒndet, dass der Iran keine Atombomben bauen wolle und beteuert, dass diese keine Rolle in der Verteidigungsdoktrin des Landes spielten.
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