Iran, Regierung

Bericht: Bis zu 18.000 Tote nach Protesten im Iran

18.01.2026 - 12:54:43

Irans oberster FĂŒhrer Chamenei bestĂ€tigt erstmals Tausende Tote bei tagelangen Protesten im Iran. Je mehr Zahlen trotz einer Internetsperre nach außen dringen, desto höher fallen SchĂ€tzungen aus.

Bei den Massenprotesten im Iran sollen nach Informationen der Zeitung «The Sunday Times» 16.500 bis 18.000 Menschen getötet worden sein. Mitarbeiter in acht großen Augenkliniken und 16 Notaufnahmen im Land hĂ€tten die Zahlen zusammengestellt. Demnach sollen weitere 330.000 bis 360.000 Menschen verletzt worden sein. Mindestens 700 bis 1.000 Menschen hĂ€tten ein Auge verloren. Allein in der Noor-Klinik, einem Augenkrankenhaus in Teheran, seien 7.000 Augenverletzungen dokumentiert worden. 

Irans oberster FĂŒhrer Ali Chamenei hatte am Samstag erstmals eingerĂ€umt, dass es Tausende Tote wĂ€hrend der Proteste gegeben habe. 

Die Iran-Expertin Holly Dagres von der Denkfabrik Washington Institute erklĂ€rte auf X, ein Diplomat habe ihr bestĂ€tigt, seine Botschaft halte eine Zahl von 12.000 Todesopfern fĂŒr zutreffend.

Das in den USA ansĂ€ssige Aktivistennetzwerk Hrana berichtete auf X, 3.308 TodesfĂ€lle seien bestĂ€tigt. Weitere 4.382 wĂŒrden geprĂŒft. Mindestens 24.266 Menschen seien festgenommen worden.

Alle Angaben lassen sich derzeit nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen. 

Die Berichterstattung ĂŒber die Opfer nach dem gewaltsamen Vorgehen von SicherheitskrĂ€ften gegen Demonstrierende ist erschwert, weil die iranische FĂŒhrung am 8. Januar eine Internetsperre verhĂ€ngt hat. Eine der wenigen Möglichkeiten, die Blockade zu umgehen, bietet das Satelliten-Internet Starlink von Elon Musks Raumfahrtfirma SpaceX.

Aktivisten rechnen damit, dass die Opferzahlen weiter ansteigen, sobald mehr Informationen nach außen dringen. 

Die Proteste hatten Ende Dezember wegen der dramatischen Wirtschaftskrise und der sehr hohen Inflation begonnen. Sie weiteten sich jedoch schnell zu politischen Demonstrationen gegen das autoritÀre System der Islamischen Republik aus.

@ dpa.de