Israel-Wahl, Likud

Israel-Wahl: Likud von Netanjahu liegt bei Prognosen vorn

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 21:02 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die rechtskonservative Partei des MinisterprÀsidenten liegt nach ersten Prognosen vorn. Die Mitte-Partei Jaschar mit ihrem Spitzenkandidaten Gadi Eisenkot folgt auf dem zweiten Platz.

Mehrheiten in der Knesset

  • Benjamin Netanjahus rechtskonservative Likud-Partei wurde laut Prognosen stĂ€rkste Kraft.
  • Die Mitte-Partei Jaschar des Ex-MilitĂ€rchefs Gadi Eisenkot kam auf Platz zwei.
  • Die Prognosen beziehen sich auf die Parlamentswahl in Israel.
Wahlplakate in Israel, auf denen der MinisterprÀsident Benjamin Netanjahu (r) und Oppositionskandidat Gadi Eisenkot zu sehen sind. (Archivbild) - Bild: Erik Marmor/dpa

Likud fĂŒhrt nach ersten Wahlprognosen

Bei der Parlamentswahl in Israel ist die rechtskonservative Likud-Partei von MinisterprÀsident Benjamin Netanjahu laut Prognosen stÀrkste Kraft geworden. Auf Platz zwei landete demnach die Mitte-Partei Jaschar des Ex-MilitÀrchefs Gadi Eisenkot.

Regierungsbildung dĂŒrfte im Mittelpunkt stehen

Das Ergebnis eröffnet zunĂ€chst die Frage, ob Netanjahus Likud eine Mehrheit fĂŒr die Bildung einer Regierung organisieren kann. Im israelischen Parlament, der Knesset, werden 120 Sitze vergeben.

Die Prognose allein entscheidet daher noch nicht ĂŒber die kĂŒnftige Regierung. Nach der Wahl mĂŒssen die Parteien Koalitionen aushandeln; dabei kann auch das Abschneiden kleinerer Gruppierungen ausschlaggebend sein.

Eisenkot fordert Netanjahu heraus

Mit Jaschar liegt eine Mitte-Partei auf dem zweiten Platz, die vom frĂŒheren MilitĂ€rchef Gadi Eisenkot gefĂŒhrt wird. Damit stehen Netanjahu und Eisenkot im Zentrum des politischen Wettbewerbs.

Die Wahl findet vor dem Hintergrund des Gaza-Kriegs und der politischen Folgen des Hamas-Angriffs vom 7. Oktober 2023 statt. Sicherheits- und Außenpolitik sowie die kĂŒnftige Ausrichtung Israels dĂŒrften die anschließenden KoalitionsgesprĂ€che prĂ€gen.

Die Prognose markiert den Auftakt zu einer voraussichtlich schwierigen Regierungsbildung. In der Knesset sitzen 120 Abgeordnete; fĂŒr eine stabile Koalition sind 61 Sitze erforderlich. Dass die stĂ€rkste Partei automatisch den Regierungschef stellt, ist im israelischen parlamentarischen System nicht vorgesehen.

Im Mittelpunkt steht deshalb nicht nur das Abschneiden des Likud, sondern die FĂ€higkeit der politischen Blöcke, anschließend Mehrheiten zu organisieren. Jaschar könnte als zweitstĂ€rkste Kraft eine zentrale Rolle bei Verhandlungen ĂŒbernehmen. Auch kleinere Parteien können entscheidend werden, wenn weder das rechts-religiöse Lager noch die Opposition allein auf 61 Mandate kommt.

Regierungsbildung im Fokus

Eine Pattsituation wĂŒrde die Regierungsbildung verlĂ€ngern und Koalitionen mit widersprĂŒchlichen politischen Positionen erzwingen. Möglich wĂ€ren Verhandlungen ĂŒber eine Minderheitsregierung, ein breites BĂŒndnis oder – falls keine Mehrheit zustande kommt – weitere politische InstabilitĂ€t.

Die Wahl findet vor dem Hintergrund des Gaza-Kriegs und der politischen Folgen des Hamas-Angriffs vom 7. Oktober 2023 statt. Sicherheitsfragen, der Umgang mit den PalĂ€stinensern und die Verantwortung fĂŒr das Versagen vor dem Angriff prĂ€gen die Auseinandersetzung. FĂŒr Israel und seine internationalen Partner wird deshalb entscheidend sein, welche Koalition entsteht und welche Linie sie in Sicherheits-, Justiz- und Außenpolitik verfolgt.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Frankfurter Rundschau: „Netanjahu oder Eisenkot: Wahl in Israel droht im Patt zu enden – welche Szenarien denkbar sind“ (27.10.2026)

Der Beitrag ordne die möglichen Wege nach der Wahl ein und nenne eine absolute Mehrheit von 61 der 120 Sitze als entscheidende HĂŒrde. Anders als die dpa-Prognose richte er den Schwerpunkt auf Koalitionsmodelle und die Möglichkeit eines Patts.

Euronews: „Schicksalswahl in Israel: Netanyahus nĂ€chster PrĂŒfstein“ (27.10.2026)

Der Artikel ordne die Abstimmung als erste Parlamentswahl seit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 ein und stelle Netanjahu und Eisenkot als zentrale Gegenspieler dar. ZusÀtzlich beleuchte er mögliche Auswirkungen auf Israels VerhÀltnis zur EuropÀischen Union.

Beide BeitrÀge stellten die enge politische Ausgangslage und Eisenkots Rolle als wichtigster Herausforderer heraus. Offen bleibe, ob Netanjahus Likud eine tragfÀhige Koalition bilden könne oder ob Jaschar und weitere Parteien eine alternative Mehrheit ermöglichten.

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