Israel-Wahl: Netanjahu liegt mit 57 Sitzen vorn
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 06:17 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Sitzverteilung in der Knesset
- Netanjahus Likud liegt nach dem Zwischenstand mit 28 Sitzen vorne.
- Gadi Eisenkots Mitte-Partei Jaschar kommt auf 21 Mandate.
- Die arabischen Parteien erreichen zusammen 16 Sitze und könnten fĂŒr Mehrheiten entscheidend sein.
Zwischenstand bei der israelischen Parlamentswahl
Nach AuszÀhlung von gut 37 Prozent der Stimmen liegt der rechtsreligiöse Block von MinisterprÀsident Benjamin Netanjahu bei der Parlamentswahl in Israel vorn. Sein Lager kommt nach gegenwÀrtigem Stand auf 57 der 120 Sitze in der Knesset und verfehlt damit weiterhin die Mehrheit.
Likud stÀrkste Einzelpartei
Netanjahus Likud wurde den Angaben zufolge mit 28 Sitzen stĂ€rkste Kraft. Dahinter folgt die Mitte-Partei Jaschar des frĂŒheren MilitĂ€rchefs Gadi Eisenkot mit 21 Sitzen.
Das gegnerische Lager liegt damit zehn Sitze hinter Netanjahus Block. Die Regierungsbildung dĂŒrfte schwierig werden, weil fĂŒr eine Mehrheit mindestens 61 Mandate erforderlich sind.
Arabische Parteien als mögliche SchlĂŒsselfaktoren
Die arabischen Parteien kommen nach dem Zwischenstand zusammen auf 16 Sitze. Eisenkot wĂ€re fĂŒr die Bildung einer Regierung auf ihre UnterstĂŒtzung angewiesen; mehrere Oppositionsparteien lehnten dies bislang ab.
Netanjahu rief zur Bildung einer starken rechtsgerichteten Regierung ohne Beteiligung der arabischen Parteien auf. Damit bleibt offen, ob sein Lager weitere Partner gewinnen kann oder ob Eisenkot eine alternative Mehrheit organisiert.
Netanjahus Lager holt im Verlauf der Nacht auf
Nach SchlieĂung der Wahllokale hatten die drei groĂen Fernsehsender zunĂ€chst das Oppositionslager vor Netanjahus Koalitionsblock gesehen. Im Verlauf der Nacht Ă€nderte sich das Bild, und Netanjahus Lager machte Boden gut.
Seine Koalition, die sich zuletzt auf rechtsextreme und strengreligiöse Parteien stĂŒtzte, hatte bei der letzten Wahl Ende 2022 noch 64 Sitze erhalten. FrĂŒhere Wahlen zeigen, dass sich das KrĂ€fteverhĂ€ltnis bis zur AuszĂ€hlung aller Stimmen noch verschieben kann.
Die vorlĂ€ufige Sitzverteilung deutet auf ein Parlament ohne klare Mehrheitsachse hin. FĂŒr eine Regierungsmehrheit sind in der 120 Sitze umfassenden Knesset 61 Mandate nötig. Das Netanjahu-Lager liegt nach der dpa-Meldung bei 57 Sitzen und verfehlt diese Schwelle damit deutlich.
Entscheidend ist die Stellung der arabischen Parteien, die zusammen auf 16 Sitze kommen. Eine Zusammenarbeit mit ihnen lehnten mehrere Oppositionsparteien bislang ab, wĂ€hrend Netanjahu ausdrĂŒcklich eine Regierung ohne ihre Beteiligung anstrebt. Damit verlaufen die möglichen Koalitionslinien nicht nur zwischen Regierung und Opposition, sondern auch innerhalb der Lager.
Koalitionsverhandlungen im Mittelpunkt
Die Entwicklung der AuszĂ€hlung zeigt zugleich, wie vorlĂ€ufig frĂŒhe Prognosen sein können: Nach SchlieĂung der Wahllokale hatten Fernsehsender zunĂ€chst das Eisenkot-Lager vorn gesehen, bevor Netanjahus Block im Verlauf der Nacht aufholte. Bis zur vollstĂ€ndigen AuszĂ€hlung kann sich das KrĂ€fteverhĂ€ltnis weiter verĂ€ndern.
FĂŒr die Bevölkerung bedeutet das zunĂ€chst politische Unsicherheit. Eine Regierung mĂŒsste entweder zusĂ€tzliche Partner gewinnen oder auf eine parlamentarische UnterstĂŒtzung auĂerhalb des eigenen Blocks setzen. Gelingt keine tragfĂ€hige Vereinbarung, könnten langwierige Verhandlungen und ein erneutes Ringen um die Regierungsbildung folgen. Inhaltlich dĂŒrfte besonders die Frage prĂ€gen, ob eine kĂŒnftige Koalition die bisherige rechtsreligiöse Ausrichtung fortsetzt oder neue BĂŒndnisse mit Mitte- und arabischen Parteien ermöglicht.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau: âKeine klare Mehrheit bei Parlamentswahl in Israelâ (28.10.2026)
Der Beitrag ordnet die ersten Prognosen als Patt ohne klare Mehrheit ein und nennt mögliche Zugewinne arabischer Parteien. Anders als die dpa-Meldung beschreibt er den frĂŒhen Prognosestand, wĂ€hrend die endgĂŒltige Sitzverteilung offen bleibt.
BR24: âWahlprognosen sehen Eisenkot-Lager in Israel in FĂŒhrungâ (27.10.2026)
Der Bericht hebt die ersten Nachwahlbefragungen hervor, die Eisenkots BĂŒndnis zunĂ€chst bei etwa 53 und Netanjahus BĂŒndnis bei 50 Sitzen sahen. Gemeinsam ist beiden Berichten die Erwartung einer schwierigen Regierungsbildung; der Schwerpunkt unterscheidet sich vom spĂ€teren AuszĂ€hlungsstand der dpa-Meldung.
Die Berichte stimmen darin ĂŒberein, dass kein Lager die erforderliche Mehrheit erreicht. Offen bleibt, wie sich die laufende AuszĂ€hlung entwickelt und welche Parteien anschlieĂend eine Regierungsbildung ermöglichen.
