Israel-Wahl: Netanjahus Block fĂŒhrt mit 54 Sitzen
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 10:37 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Sitzverteilung in der Knesset
- Der Likud von Benjamin Netanjahu ist mit 27 Sitzen stÀrkste Einzelpartei.
- Gadi Eisenkots Mitte-Partei Jaschar kommt auf 20 Mandate.
- Die arabischen Parteien erreichen zusammen 19 der 120 Sitze.
Netanjahus Block fĂŒhrt nach TeilauszĂ€hlung
Nach der Parlamentswahl in Israel hat der rechtsreligiöse Block von MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu nach AuszĂ€hlung von mehr als 70 Prozent der Stimmen seinen Vorsprung gefestigt. Eine klare Mehrheit erreicht das Lager nicht, sodass offenbleibt, wer kĂŒnftig die Regierung stellen wird.
Likud stÀrkste Einzelpartei
Nach gegenwĂ€rtigem Stand kommt Netanjahus Lager auf 54 der 120 Sitze in der Knesset. Das gegnerische Lager von Ex-MilitĂ€rchef Gadi Eisenkot erreicht 47 Sitze; fĂŒr eine Mehrheit sind 61 Mandate nötig.
Netanjahus Likud wurde den Angaben zufolge mit 27 Sitzen stÀrkste Kraft. Dahinter liegt Eisenkots Mitte-Partei Jaschar mit 20 Mandaten.
Arabische Parteien als möglicher Faktor
Die arabischen Parteien kommen zusammen auf 19 Sitze. Eisenkot wĂ€re fĂŒr die Bildung einer Regierung auf ihre UnterstĂŒtzung angewiesen, doch mehrere Oppositionsparteien lehnen dies bislang ab.
Netanjahu rief zur Bildung einer starken rechtsgerichteten Regierung ohne Beteiligung der arabischen Parteien auf. Wer kĂŒnftig MinisterprĂ€sident sein wird, ist ebenso offen wie der Ausgang der Regierungsbildung.
Das vorlĂ€ufige Ergebnis zeigt ein vertrautes Problem des israelischen Wahlsystems: Nicht die stĂ€rkste Einzelpartei entscheidet ĂŒber die Regierungsbildung, sondern die FĂ€higkeit eines Lagers, mindestens 61 der 120 Sitze zu organisieren. Netanjahus Likud liegt mit 27 Mandaten vorn, doch sein rechtsreligiöser Block bleibt nach der AuszĂ€hlung von mehr als 70 Prozent unter der Mehrheit.
Damit gewinnen kleinere Parteien und mögliche BĂŒndnispartner entscheidendes Gewicht. Besonders relevant sind die arabischen Parteien, die zusammen auf 19 Sitze kommen. Eine Regierung unter Gadi Eisenkot wĂ€re auf UnterstĂŒtzung aus diesem Spektrum angewiesen; mehrere Oppositionsparteien lehnen eine solche Zusammenarbeit bislang ab. Netanjahu wiederum schlieĂt eine Beteiligung arabischer Parteien an einer von ihm gefĂŒhrten Regierung aus.
Regierungsbildung bleibt offen
FĂŒr die WĂ€hler bedeutet das Ergebnis zunĂ€chst politische Ungewissheit. Selbst wenn die noch ausstehenden Stimmen die Sitzverteilung verĂ€ndern, dĂŒrfte die Bildung einer stabilen Koalition Verhandlungen ĂŒber Parteigrenzen hinweg erfordern. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur die Lagerzugehörigkeit, sondern auch Fragen wie der Umgang mit arabischen Parteien, die kĂŒnftige Sicherheits- und Gaza-Politik sowie der Wehrdienst ultraorthodoxer Juden.
Die Wahlbeteiligung lag nach aktuellen Berichten bei 77,7 Prozent und damit auf dem höchsten Stand seit 1999. Das unterstreicht die politische Mobilisierung, Ă€ndert aber nichts an der rechnerischen HĂŒrde: Ohne zusĂ€tzliche Partner erreicht kein Lager die fĂŒr eine Regierungsbildung nötigen 61 Sitze.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
ZDFheute: âWahl in Israel: Netanjahu fordert starke rechte Regierungâ (28.10.2026)
Der Liveblog bestĂ€tigt den Vorsprung Netanjahus ohne klare Mehrheit und berichtet ĂŒber seinen Aufruf zu einer Regierung ohne arabische Parteien. ZusĂ€tzlich legt er den Schwerpunkt auf Reaktionen aus den Lagern sowie auf die hohe Wahlbeteiligung.
taz: âZwei Drittel der Stimmen ausgezĂ€hlt: Netanjahus Block weiterhin in FĂŒhrungâ (28.10.2026)
Der Artikel bestĂ€tigt die FĂŒhrung des rechtsreligiösen Blocks und die fehlende Mehrheit. Er ordnet die mögliche Rolle arabischer Parteien sowie zentrale Wahlthemen wie den Gaza-Krieg, Siedlergewalt und den Wehrdienst fĂŒr Ultraorthodoxe stĂ€rker ein.
Beide BeitrĂ€ge sehen Netanjahu vorne, betonen aber, dass die Sitzverteilung keine eigene Regierungsmehrheit ergibt. Unterschiede bestehen vor allem beim Schwerpunkt: Der ZDF-Liveblog verfolgt aktuelle politische Reaktionen, wĂ€hrend die taz die Koalitionsfrage und inhaltliche Konfliktlinien ausfĂŒhrlicher beleuchtet.
