Viele Todesopfer bei Israels Angriff auf Hamas-MilitÀrchef
13.07.2024 - 15:11:44Israels Armee hat im Gazastreifens den AnfĂŒhrer des militĂ€rischen Arms der Hamas, Mohammed Deif, angegriffen und dabei Dutzende andere Menschen getötet. Ob auch Deif getötet oder verletzt wurde, teilte das MilitĂ€r zunĂ€chst nicht mit.Â
Der Angriff habe auĂerdem dem Kommandeur der Hamas-Brigade in der Stadt Chan Junis, Rafa Salama, gegolten, hieĂ es. Beide seien «Drahtzieher des Massakers vom 7. Oktober» auf israelischem Boden gewesen.
Die israelische Zeitung «Haaretz» hatte zuvor gemeldet, die Armee gehe davon aus, dass sich der Chef der sogenannten Kassam-Brigaden unter den Opfern befinde.Â
Die Hamas bestritt laut einer ErklĂ€rung einen israelischen Angriff auf ihre FĂŒhrung nahe der Stadt Chan Junis im SĂŒden des KĂŒstengebiets.
PalĂ€stinensischen Angaben zufolge wurden bei dem israelischen MilitĂ€reinsatz mindestens 71 Menschen getötet. Mindestens 289 weitere Menschen seien zudem in der humanitĂ€ren Zone Al-Mawasi verletzt worden, teilte die von der Hamas kontrollierte Gesundheitsbehörde mit.Â
Israels Armee: Keine Zelte in angegriffenem Gebiet
«Der Angriff wurde in einem eingezĂ€unten Gebiet durchgefĂŒhrt, das von der Hamas kontrolliert wird und in dem sich nach unseren Informationen nur Hamas-Terroristen und keine Zivilisten aufhielten», hieĂ es von der Armee. «Es war ein prĂ€ziser Angriff.» Es werde vermutet, dass die meisten Opfer ebenfalls Terroristen gewesen seien, so das MilitĂ€r.
Das getroffene Objekt sei in offenem GelĂ€nde, umgeben von BĂ€umen, mehreren GebĂ€uden und Baracken gewesen. Auf dem Areal gab es demnach keine Zelte. Ein Vertreter des MilitĂ€rs rĂ€umte in einem Online-Briefing fĂŒr Journalisten ein, dass das getroffene Objekt in der von Israel so deklarierten humanitĂ€ren Zone westlich von Chan Junis gelegen habe. «Es war aber eine abgezĂ€unte, bewachte Hamas-Basis, besetzt mit Terroristen», fĂŒgte er hinzu. Das MilitĂ€r sei sich auch sehr sicher, dass sich zum Zeitpunkt des Angriffs keine israelischen Geiseln in dem Objekt befunden hĂ€tten.
Dagegen hieĂ es von palĂ€stinensischer Seite, Israels Armee habe Zelte von Vertriebenen getroffen. Viele der bei dem Angriff verletzten PalĂ€stinenser schwebten in Lebensgefahr, hieĂ es aus medizinischen Kreisen im Gazastreifen.Â
Die Angaben lieĂen sich allesamt zunĂ€chst nicht unabhĂ€ngig verifizieren.Â
Lagebeurteilung der ArmeeÂ
Israelische Medien hatten unter Berufung auf die Armee berichtet, es sei unklar, ob sich in der Gegend des MilitĂ€reinsatzes auch Geiseln befunden hĂ€tten. Es wird davon ausgegangen, dass Hamas-FĂŒhrer einige der noch im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln als menschliche Schutzschilde missbrauchen.
Israels AuĂenministerium teilte mit, Verteidigungsminister Joav Galant habe «angesichts der Entwicklungen in Gaza» kĂŒrzlich eine Beurteilung der operativen Lage mit Generalstabschef Herzi Halevi sowie dem Chef des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet, Ronen Bar, durchgefĂŒhrt.
Ein Ziel Israels im Gaza-Krieg ist es, Deif sowie den Hamas-FĂŒhrer im KĂŒstengebiet, Jihia al-Sinwar, gefangenzunehmen oder zu töten. Sie gelten als die beiden wichtigsten AnfĂŒhrer der Organisation innerhalb des Gazastreifens. Im MĂ€rz hatte die Armee die Tötung des dritthöchsten Hamas-FĂŒhrers im Gazastreifen, Marwan Issa, gemeldet.
Krankenhaus kann nicht alle Verletzten versorgen
Nach Angaben der palĂ€stinensischen Nachrichtenagentur Wafa gab es am Morgen mehrere heftige Angriffe in der Gegend. Mitarbeiter im nahe gelegenen Nasser-Krankenhauses berichteten, dass es nicht mehr ausreichend Betten gebe, um die groĂe Zahl der Verletzten nach den Angriffen aufzunehmen.Â
In sozialen Medien verbreiteten sich Aufnahmen, die einen riesigen Krater nach dem Luftschlag zeigen sollen. Zu sehen sind auch Menschen, die im Sand und Schutt graben, vermutlich um nach Ăberlebenden zu suchen. Die Echtheit des Videos konnte zunĂ€chst nicht unabhĂ€ngig verifiziert werden.
Israels Armee hatte zuvor mitgeteilt, dass die EinsÀtze im gesamten Gazastreifen andauerten.





