Israels Armee und die Hisbollah beschieĂen sich weiter
13.10.2024 - 04:41:14WĂ€hrend Israels politische FĂŒhrung nach dem Raketenangriff des Irans einen Vergeltungsschlag erwĂ€gt, kĂ€mpft die Armee mit unverĂ€nderter HĂ€rte gegen Teherans VerbĂŒndete im Libanon und Gazastreifen. Das MilitĂ€r teilte nach Ende des höchsten jĂŒdischen Feiertags Jom Kippur am Abend mit, es habe in den zurĂŒckliegenden Stunden Dutzende KĂ€mpfer der Hisbollah im Libanon und der Hamas in Gaza getötet. Insgesamt 280 Ziele seien wĂ€hrend des Feiertags angegriffen worden.
Derweil setzt die Hisbollah-Miliz ihrerseits den Beschuss des Nordens Israels fort. Auch in der Nacht heulten im Norden des jĂŒdischen Staates wieder die Sirenen. Das libanesische Gesundheitsministerium wiederum berichtete am Abend von mehr als einem Dutzend Toten sowie Dutzenden Verletzten bei israelischen Angriffen in dem Land. Die Angaben konnten zunĂ€chst nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒft werden.
Israels MilitĂ€r soll im SĂŒden des Nachbarlands nach dortigen Angaben unter anderem einen Markt angegriffen haben. Israelische Kampfflugzeuge hĂ€tten den Markt im Zentrum der Ortschaft Nabatija attackiert, berichtete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA. Israels Armee Ă€uĂerte sich zunĂ€chst nicht. In sozialen Medien kursierten Videos, die Zerstörungen nach dem Angriff zeigen sollen.Â
USA sorgen sich um UN-Soldaten im LibanonÂ
US-Verteidigungsminister Lloyd Austin sprach unterdessen mit seinem israelischen Kollegen Joav Galant und brachte dabei laut Pentagon «tiefe Besorgnis» ĂŒber Berichte zum Ausdruck, wonach israelische Soldaten UN-Posten im Libanon beschossen und zwei libanesische Soldaten ums Leben kamen. Austin habe betont, wie wichtig es sei, die Sicherheit der Blauhelmsoldaten der UN-Mission Unifil und der libanesischen StreitkrĂ€fte zu gewĂ€hrleisten. Er habe zudem die Notwendigkeit betont, so bald wie möglich von den militĂ€rischen EinsĂ€tzen im Libanon zu einem diplomatischen Weg ĂŒberzugehen.Â
Iran verbietet FunkgerĂ€te auf FlĂŒgen
Nach den offenkundig koordinierten Explosionen tausender Pager und Walkie-Talkies im Libanon haben die iranischen Behörden allen Passagieren die Mitnahme solcher FunkgerĂ€te auf FlĂŒgen verboten. Die neue Anordnung gelte sowohl fĂŒrs HandgepĂ€ck als auch fĂŒr aufgegebene Koffer, sagte ein Sprecher der iranischen Luftfahrtbehörde laut der Nachrichtenagentur Isna. FluggĂ€ste dĂŒrften nur noch ihre Handys mit an Bord nehmen.
Im September waren zahlreiche Pager und Walkie-Talkies der mit dem Iran verbĂŒndeten Hisbollah-Miliz explodiert. Dabei wurden mindestens 39 Menschen getötet und etwa 3.000 zum Teil schwer verletzt. Bei den Opfern handelte es sich ĂŒberwiegend um Hisbollah-Mitglieder. Die Islamische Republik Iran ist der engste VerbĂŒndete der Hisbollah im Kampf gegen den Erzfeind Israel. Beide machten den israelischen Geheimdienst Mossad fĂŒr die Pager-Angriffe verantwortlich.
Nach dem iranischen Raketenangriff auf Israel am 1. Oktober wird in Teheran befĂŒrchtet, dass eine Ă€hnliche Mossad-Operation auch gegen den Iran ausgefĂŒhrt werden könnte. Israel drohte nach dem Angriff mit rund 200 Raketen mit einer «tödlichen und prĂ€zisen» Vergeltung.Â
Israels Armee: Erneut Dutzende Geschosse aus dem LibanonÂ
Israels MilitĂ€r teilte am spĂ€ten Abend mit, es seien erneut etwa 40 Geschosse in mehreren Salven aus dem Libanon abgefeuert worden. Einige davon seien abgefangen worden, die ĂŒbrigen in offenem GelĂ€nde niedergegangen. Zuvor habe die Hisbollah am Jom-Kippur-Feiertag rund 320 Raketen und Drohnen auf Israel abgefeuert. Auch hier seien die meisten von der Luftabwehr abgefangen worden und der Rest in offenes GelĂ€nde gestĂŒrzt. Auch diese Angaben konnten unabhĂ€ngig nicht ĂŒberprĂŒft werden. Nahe der Stadt Akko erlitten zwei Israelis leichte Verletzungen durch Geschosssplitter, wie israelische Medien berichteten.
Israels Armee hat ihren Kampf gegen die Hisbollah-Miliz seit September deutlich verstĂ€rkt. Das schlieĂt massive Luftangriffe und eine Bodenoffensive im Libanon ein. Im Laufe des vergangenen Tages hĂ€tten die Truppen bei «prĂ€zisen» EinsĂ€tzen im SĂŒdlibanon 50 Terroristen im Nahkampf und mit Luftangriffen «eliminiert» teilte die Armee mit. Es seien unterirdische Tunnel, Waffenlager, Raketenwerfer, Mörser und Panzerabwehrraketen entdeckt worden. Die Luftwaffe habe zudem ein unterirdisches Waffenlager an der libanesisch-syrischen Grenze bombardiert.
Israels Armee geht auch in Gaza weiter vor
Gleichzeitig setzten die israelischen Truppen ihre EinsĂ€tze im gesamten Gazastreifen fort. Dutzende von Terroristen seien getötet worden, teilte das MilitĂ€r weiter mit. In der Gegend von Dschabalia im Norden des abgeriegelten KĂŒstengebiets seien im Laufe des Tages mehr als 20 Terroristen durch Panzerfeuer, Schusswechsel aus nĂ€chster NĂ€he und Luftangriffe «eliminiert» worden. Seit Beginn der laufenden EinsĂ€tze in diesem Gebiet habe man etwa 200 Terroristen «ausgeschaltet», hieĂ es. Auch im zentralen Abschnitt Gazas sowie im Raum Rafah im SĂŒden sei eine Reihe von Terroristen getötet worden.
US-Verteidigungsminister Austin wies nach Angaben des Pentagons in dem GesprĂ€ch mit seinem israelischen Kollegen Galant einmal mehr auf die katastrophale humanitĂ€re Lage im verwĂŒsteten Gazastreifen hin, die dringend verbessert werden mĂŒsse. Zugleich habe Austin das «standhafte, dauerhafte und eiserne Engagement» der Vereinigten Staaten fĂŒr die Sicherheit Israels bekrĂ€ftigt. Die USA sind der wichtigste VerbĂŒndete des jĂŒdischen Staates.









