Netanjahu, Geheimdienst

Netanjahu kritisiert Geheimdienst: Nicht vor Krieg gewarnt

29.10.2023 - 08:52:05 | dpa.de

Israels Premier war zuvor auf Dokumente angesprochen worden, die vor einer wachsenden Kriegsgefahr gewarnt haben sollen. Auch Soldatinnen meldeten vor dem Hamas-Überfall offenbar bedrohliche Bewegungen.

Am Samstag hatte Israels Premier Netanjahu eine seiner seltenen Pressekonferenzen gegeben - und musste sich kritische Fragen gefallen lassen. - Foto: Abir Sultan/Pool European Pressphoto Agency/AP/dpa
Am Samstag hatte Israels Premier Netanjahu eine seiner seltenen Pressekonferenzen gegeben - und musste sich kritische Fragen gefallen lassen. - Foto: Abir Sultan/Pool European Pressphoto Agency/AP/dpa

Israels MinisterprÀsident Benjamin Netanjahu hat dem Geheimdienst vorgeworfen, ihn nicht vor Kriegsabsichten der im Gazastreifen herrschenden islamistischen PalÀstinenserorganisation Hamas gewarnt zu haben.

In einem Post auf der Online-Plattform X hieß es: «Unter keinen UmstĂ€nden und zu keinem Zeitpunkt wurde der MinisterprĂ€sident vor kriegerischen Absichten der Hamas gewarnt. Im Gegenteil, alle Sicherheitsvertreter, einschließlich des MilitĂ€rgeheimdienstchefs und des Chefs von Schin Bet (Inlandsgeheimdienst) waren der EinschĂ€tzung, dass die Abschreckung gegen die Hamas wirkt und diese eine VerstĂ€ndigung anstrebt.»

Diese EinschĂ€tzung sei dem MinisterprĂ€sidenten und der Regierung immer wieder vorgelegt worden, bis zum Ausbruch des Kriegs, hieß es in dem X-Post weiter. Am Sonntagvormittag war der Post dann nicht mehr abrufbar.

Netanjau weigert sich, Mitverantwortung einzugestehen

Anders als fĂŒhrende ReprĂ€sentanten von MilitĂ€r, Geheimdienst und Verteidigungsminister Joav Galant weigert Netanjahu sich bisher beharrlich, eine Mitverantwortung fĂŒr das israelische Versagen am 7. Oktober einzugestehen.

Terroristen der Hamas und anderer Organisationen waren vor drei Wochen ĂŒberraschend auf israelisches Gebiet vorgedrungen und hatten dort Massaker unter Zivilisten verĂŒbt. Israel hat seitdem mehr als 1400 Tote zu beklagen.

Nach Medienberichten ist Hintergrund von Netanjahus X-Post wohl eine Frage, die ihm ein Journalist des Armeesenders bei einer seltenen Pressekonferenz gestellt hatte. Der Journalist hatte gesagt, Netanjahu habe vor dem Massaker von dem MilitÀrgeheimdienst und Schin Bet Dokumente erhalten, die vor einer wachsenden Kriegsgefahr gewarnt hÀtten. Er fragte den Regierungschef, ob er diese Briefe ignoriert habe.

Auch Soldatinnen, deren Aufgabe die stĂ€ndige Beobachtung des feindlichen Gebiets ist, hatten berichtet, sie hĂ€tten in den Wochen und Monaten vor dem Überfall bedrohliche Bewegungen im Gazastreifen bemerkt und davor gewarnt. Diese Warnungen seien jedoch von den Vorgesetzten ignoriert worden.

In dem X-Post Netanjahus ist nun von «lĂŒgnerischen Behauptungen» die Rede.

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
ausland | 64125588 |