Trump zu Netanjahu: Bestehe auf Verhandlungen mit dem Iran
12.02.2026 - 04:51:04US-PrĂ€sident Donald Trump hat nach einem Treffen mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu deutlich gemacht, dass er eine Einigung mit dem Iran militĂ€rischen Schritten zum jetzigen Zeitpunkt vorzieht. Er habe darauf «bestanden», dass die Verhandlungen mit Teheran weitergefĂŒhrt werden, um herauszufinden, ob ein Deal möglich sei, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. Netanjahu betonte beim siebten Treffen mit dem US-PrĂ€sidenten seit dessen Amtsantritt vor gut einem Jahr Israels SicherheitsbedĂŒrfnisse.Â
Israel warnt seit langem vor einem Abkommen mit dem Iran, das sich nur auf das Atomprogramm der Islamischen Republik beschrĂ€nkt. Der jĂŒdische Staat fordert, dass der Erzfeind auch das Arsenal ballistischer Raketen und die UnterstĂŒtzung seiner VerbĂŒndeten in der Region herunterfĂ€hrt. Er habe sich mit Trump auf eine «Fortsetzung der engen Koordination und des engen Kontakts» geeinigt, teilte Netanjahus BĂŒro im Anschluss an das Treffen in Washington mit.
Trump: «Hoffentlich werden sie dieses Mal vernĂŒnftiger»
Trump und Netanjahu hatten auch vor Israels Angriff auf den Iran im Juni 2025 unterschiedliche öffentliche ErklĂ€rungen abgegeben - bevor sich das US-MilitĂ€r knapp eine Woche spĂ€ter anschloss und Irans Atomanlagen bombardierte. Israels Angriff erfolgte damals nur einen Tag vor einer geplanten Runde weiterer Verhandlungen zwischen Washington und Teheran ĂŒber das iranische Atomprogramm.
Der Iran habe sich damals gegen ein Abkommen entschieden, schrieb Trump nach seinem jĂŒngsten Treffen mit Netanjahu und fĂŒgte hinzu: «Hoffentlich werden sie dieses Mal vernĂŒnftiger und verantwortungsbewusster sein.» Irans AuĂenminister Abbas Araghtschi schrieb auf der Plattform X: «Wir bevorzugen diplomatische Mittel». Eine Einigung ĂŒber das «friedliche Atomprogramm des Irans ist möglich, jedoch nur, wenn sie fair und ausgewogen ist», schrieb er. Der Iran werde «nicht davor zurĂŒckschrecken, seine SouverĂ€nitĂ€t zu verteidigen, koste es, was es wolle».
Einsatz fĂŒr zweiten FlugzeugtrĂ€ger-Verband?
Mehrere israelische Medien hatten zuvor berichtet, Netanjahus Regierung halte einen erneuten Krieg mit dem Erzfeind fĂŒr unvermeidlich und letztlich nur fĂŒr eine Frage der Zeit. Als Grund wurde eine unnachgiebige Haltung Teherans bei den Verhandlungen genannt.
Das «Wall Street Journal» berichtete unter Berufung auf drei US-Beamte, das Pentagon habe einen zweiten FlugzeugtrĂ€ger-Verband angewiesen, sich auf einen Einsatz in Nahost vorzubereiten. Trump habe aber noch keinen offiziellen Einsatzbefehl erteilt, die PlĂ€ne könnten sich auch noch Ă€ndern.Â
USA haben MilitÀrprÀsenz ausgebaut
Trump hatte zuvor dem US-Nachrichtenportal «Axios» gesagt, er erwĂ€ge, einen weiteren FlugzeugtrĂ€ger fĂŒr einen möglichen Angriff in die Region zu entsenden, sollten die Verhandlungen mit dem Iran scheitern. «Entweder wird es einen Deal geben oder wir werden wie beim letzten Mal zu sehr harten MaĂnahmen greifen mĂŒssen», wurde Trump zitiert. Angesichts der offenkundig erhöhten Kriegsgefahr hatten israelische Medien das Treffen zwischen Netanjahu und dem US-PrĂ€sidenten als wegweisend eingestuft.
Die USA haben in den vergangenen Wochen ihre militĂ€rische PrĂ€senz in der Region unter anderem mit dem FlugzeugtrĂ€ger «USS Abraham Lincoln» verstĂ€rkt. Der zweite FlugzeugtrĂ€ger-Verband wĂŒrde sich ihm anschlieĂen. Auch weitere Kriegsschiffe, Luftabwehrsysteme und Jagdgeschwader befinden sich nach Informationen des «Wall Street Journal» bereits in der Golfregion.Â
Noch kein Termin fĂŒr weitere VerhandlungenÂ
Trump begrĂŒndet sein Vorgehen auch damit, dass es im Januar Massenproteste im Iran gegeben hatte, die der staatliche Sicherheitsapparat brutal niederschlug. Das Treffen zwischen Trump und Netanjahu erfolgte wenige Tage, nachdem Vertreter der USA und des Irans vergangene Woche in Omans Hauptstadt Maskat neue Verhandlungen begonnen hatten. Trump stellte danach eine Fortsetzung in Aussicht â ein genauer Termin dafĂŒr steht aber bisher nicht fest.
Die zentrale Frage laute, was passiert, wenn die Verhandlungen scheitern, schrieb der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz auf X. «Was genau wĂŒrde Washington mit einem MilitĂ€rschlag erreichen wollen?» Ohne ein «klar definiertes politisches Endziel besteht die Gefahr, dass militĂ€rische MaĂnahmen zu einer Eskalation ohne strategische Lösung fĂŒhren könnten», warnte er. «Zwang ohne realistische Aussicht auf Kapitulation oder Zusammenbruch des Regimes erfordert ein sorgfĂ€ltig definiertes und begrenztes Ziel.» Andernfalls riskierten die USA «eine Konfrontation mit ungewissem Ausgang».
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