Meloni, Lagern

Meloni hÀlt an Lagern in Albanien fest

19.10.2024 - 09:07:15

Italiens MinisterprĂ€sidentin gibt sich trotz einer Niederlage vor Gericht nicht geschlagen. Ihre Rechtsregierung möchte die PlĂ€ne zur PrĂŒfung von AsylantrĂ€gen außerhalb der EU jetzt nachjustieren.

Italiens rechte MinisterprĂ€sidentin Giorgia Meloni hĂ€lt trotz einer juristischen Niederlage an den PlĂ€nen zur PrĂŒfung von AsylantrĂ€gen von Mittelmeer-FlĂŒchtlingen außerhalb der EU fest. Auf Beschluss eines Gerichts in Rom mĂŒssen an diesem Samstag zwölf Migranten, ĂŒber deren AntrĂ€ge eigentlich in Albanien entschieden werden sollte, nach Italien gebracht werden. Die Regierung kĂŒndigte an, dagegen in Berufung zu gehen. Am Montag soll es dazu eine Sondersitzung des Kabinetts geben. Italien ist der erste Staat der EU, der FlĂŒchtlinge in Lagern im Ausland unterbringen will. 

Das Gericht hatte seinen Beschluss damit begrĂŒndet, dass die zwölf MĂ€nner aus LĂ€ndern stammen, die keine sicheren HerkunftslĂ€nder seien. Sie kommen aus Ägypten und Bangladesch. Daraufhin kĂŒndigte Meloni an, von ihrer Koalition aus drei Rechtsparteien weitere Regelungen verabschieden zu lassen. «Ich denke nicht, dass es an der Justiz ist, darĂŒber zu entscheiden, welche LĂ€nder sicher sind, sondern Aufgabe der Regierung», sagte die Vorsitzende der Rechtspartei Fratelli d'Italia (BrĂŒder Italiens).

Mit einem Schiff der Marine aus Albanien nach Italien

Die zwölf MĂ€nner werden nun mit einem Schiff der italienischen KĂŒstenwache aus Albanien ĂŒber die Adria in die sĂŒditalienische Hafenstadt Bari gebracht. Sie gehörten zu einer ersten Gruppe von 16 Migranten, die auf der Flucht ĂŒbers Mittelmeer von den italienischen Behörden aufgegriffen worden waren. Vier der Migranten durften bereits weiter nach Italien, weil sie minderjĂ€hrig sind oder erhebliche Gesundheitsprobleme haben. 

Die Opposition bezeichnete Melonis Vorhaben, kĂŒnftig ĂŒber AsylantrĂ€ge außerhalb Italiens und der EU entscheiden zu lassen, bereits als gescheitert. 

In Albanien sollen ihre AntrĂ€ge von italienischen Beamten im Schnellverfahren geprĂŒft werden: Wer Anspruch auf Asyl hat, darf weiter nach Italien. Alle anderen mĂŒssen zurĂŒck. In den Lagern sollen zugleich bis zu 3.000 Asylbewerber unterkommen können. 

Aufgenommen werden sollen aber nur erwachsene MĂ€nner aus als sicher eingestuften HerkunftslĂ€ndern. FĂŒr Kinder, Frauen, Kranke und Folteropfer gilt die Regelung nicht - sie können gleich weiter nach Italien. Das umstrittene italienische Vorhaben wird von anderen EU-Staaten aufmerksam verfolgt.

@ dpa.de