Meloni-Ministerin tritt nach Referendum zurĂŒck
25.03.2026 - 19:31:27 | dpa.de
Italiens Tourismusministerin Daniela SantanchĂš hat nach dem Scheitern einer von der Regierung geplanten Justizreform in einer Volksabstimmung ihren RĂŒcktritt erklĂ€rt. Die Politikerin der Rechtspartei Fratelli d'Italia (BrĂŒder Italiens) kam damit einer Aufforderung von MinisterprĂ€sidentin Giorgia Meloni nach, die sie offen zum Amtsverzicht gedrĂ€ngt hatte. Am Montag hatte die in Rom regierende Koalition aus drei rechten und konservativen Parteien mit dem klaren Nein im Referendum eine schwere Schlappe hinnehmen mĂŒssen.Â
Gegen SantanchĂš laufen wegen AffĂ€ren aus ihrer frĂŒheren Zeit als GeschĂ€ftsfrau verschiedene Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Sie galt schon seit lĂ€ngerer Zeit als Belastung fĂŒr das rechte Lager. Die linke Opposition hatte im Parlament einen Misstrauensantrag eingebracht, um sie zu Fall zu bringen. Wegen der groĂen Bedeutung des Tourismus fĂŒr die nationale Wirtschaft hat Italiens Regierung ein eigenes Tourismus-Ressort.Â
Meloni lehnt RĂŒcktritt nach Niederlage ab
Zuvor hatten bereits die BĂŒroleiterin von Justizminister Carlo Nordio und ein Justiz-StaatssekretĂ€r ihre Ămter niedergelegt. Der Justizminister selbst lehnte ebenso wie Meloni alle Forderungen nach einem RĂŒcktritt ab. Ihr Vorhaben fĂŒr einen grundlegenden Umbau des Justizapparats war mit 53,7 Prozent Nein-Stimmen klar gescheitert.
Die Fratelli-Vorsitzende regiert in Rom bereits seit dreieinhalb Jahren - lĂ€nger als fast alle italienischen Regierungschefs zuvor seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Das Nein in der Volksabstimmung ist Melonis erste groĂe Niederlage seit Amtsantritt. Die nĂ€chste regulĂ€re Parlamentswahl wird voraussichtlich im Herbst 2027 stattfinden. In den Umfragen liegen Melonis Fratelli bislang klar vor allen anderen Parteien.
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