Philippinischer, Ex-PrÀsident

Philippinischer Ex-PrÀsident wird nach Den Haag geflogen

11.03.2025 - 19:16:51

Jahrelang hat der Internationale Strafgerichtshof gegen den philippinischen Ex-PrÀsidenten Rodrigo Duterte ermittelt. Jetzt wird Duterte nach Angaben seines Anwalts in die Niederlande gebracht.

  • Der ehemalige philippinische PrĂ€sident Rodrigo Duterte wird nach Angaben seines Anwalt nach Den Haag geflogen. - Foto: Aaron Favila/AP/dpa

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  • Duterte war am Dienstag am internationalen Flughafen der Hauptstadt Manila von der philippinischen Polizei festgenommen worden. (Archivbild) - Foto: Aaron Favila/AP/dpa

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Der ehemalige philippinische PrÀsident Rodrigo Duterte wird nach Angaben seines Anwalt nach Den Haag geflogen. - Foto: Aaron Favila/AP/dpaDuterte war am Dienstag am internationalen Flughafen der Hauptstadt Manila von der philippinischen Polizei festgenommen worden. (Archivbild) - Foto: Aaron Favila/AP/dpa

Der ehemalige philippinische StaatsprĂ€sident Rodrigo Duterte wird nach seiner Festnahme auf Grundlage eines Haftbefehls des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) nach Den Haag geflogen. Er befinde sich an Bord eines Flugzeugs, das ihn in die niederlĂ€ndische Stadt bringe, sagte sein Anwalt, Martin Delgra III, zu Journalisten. Duterte war von 2016 bis 2022 an der Macht und fĂŒhrte einen brutalen Krieg gegen die DrogenkriminalitĂ€t im Land. In dem Zusammenhang wird ihm vorgeworfen, fĂŒr systematische Tötungen verantwortlich zu sein. 

Duterte wurde am Dienstag auf dem Flughafen der Hauptstadt Manila festgenommen, wo er nach einem Aufenthalt in Hongkong gelandet war. Das Weltstrafgericht bestĂ€tigte am Nachmittag, dass gegen den 79-JĂ€hrigen ein Haftbefehl vorlag. Veröffentlicht wurde er noch nicht. Duterte dĂŒrfte nicht vor Mittwochmorgen in Den Haag ankommen. 

Tausende Tote bei Anti-Drogen-Krieg

WĂ€hrend Dutertes Amtszeit wurden nach Polizeiangaben bei Anti-Drogen-EinsĂ€tzen mehr als 6.000 Menschen getötet. Menschenrechtler sind ĂŒberzeugt, dass die Zahl in Wirklichkeit viel höher ist. Gegen VerdĂ€chtige wurde demnach oft nicht nach rechtsstaatlichen Prinzipien vorgegangen, sondern sie wurden ohne Festnahme, Anklage oder Verurteilung regelrecht hingerichtet. 

Der IStGH nahm 2018 Ermittlungen wegen mutmaßlicher Morde im Zuge des staatlich organisierten Anti-Drogen-Kriegs auf. Duterte hatte daraufhin den Austritt seines Landes aus dem Grundlagenvertrag des Gerichts verkĂŒndet. Doch das bleibt weiter zustĂ€ndig fĂŒr Verfolgung von Straftaten bis 2019, als der Austritt rechtskrĂ€ftig wurde. 

Duterte werde sich in Den Haag wegen des Verdachts verantworten mĂŒssen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen zu haben, sagte der amtierende PrĂ€sident Ferdinand Marcos Jr. Zugleich erklĂ€rte er, die Regierung bleibe bei ihrem Standpunkt, nicht mit dem Weltstrafgericht zusammenzuarbeiten. Interpol, nicht der IStGH, habe die philippinischen Behörden angewiesen, Duterte festzunehmen, und sie seien ihren Verpflichtungen nachgekommen. 

Human Rights Watch begrĂŒĂŸte Dutertes Festnahme - da war noch unklar, ob er an IStGH ĂŒbergeben wird. «Seine Festnahme könnte die Opfer und ihre Familien der Gerechtigkeit nĂ€her bringen und sendet die klare Botschaft, dass niemand ĂŒber dem Gesetz steht», teilte die Vize-Asien-Chefin der Menschenrechtsorganisation, Bryony Lau, mit.

Tochter sieht keine Grundlage fĂŒr Festnahme und Auslieferung

Dutertes Aufenthalt in Hongkong hatte zu Spekulationen gefĂŒhrt, dass er in China Asyl gesucht haben könnte. Die chinesische Botschaft in Manila Ă€ußerte sich bislang nicht dazu, ob Duterte tatsĂ€chlich Asyl beantragt hat und dies möglicherweise aufgrund des Haftbefehls abgewiesen wurde. 

Dutertes Tochter Sara ist VizeprĂ€sidentin unter seinem Nachfolger Marcos Jr. Unter anderem wegen einer Morddrohung gegen den derzeitigen Staatschef lĂ€uft gegen sie ein Amtsenthebungsverfahren. Sie wittert ein politisches Manöver hinter der Festnahme vor den Zwischenwahlen im Mai. Vor Journalisten sagte sie, es gebe keine rechtliche Grundlage dafĂŒr, dass ihr Vater ausgeflogen werde. «Das ist in Wirklichkeit eine Art staatliche EntfĂŒhrung. Das scheint es zu sein, was hier vor sich geht.»

@ dpa.de