Hardliner Jordan will Vorsitz im US-ReprÀsentantenhaus
14.10.2023 - 00:37:38Im turbulenten Rennen um den Vorsitz im US-ReprĂ€sentantenhaus haben die Republikaner bei einer internen Wahl knapp den Hardliner Jim Jordan zu ihrem neuen Kandidaten gekĂŒrt. Der Vertraute von Ex-PrĂ€sident Donald Trump erhielt bei der Abstimmung in der Fraktionssitzung hinter verschlossenen TĂŒren laut ĂŒbereinstimmenden US-Medienberichten 124 Stimmen.
Um tatsĂ€chlich Vorsitzender des ReprĂ€sentantenhauses zu werden, brĂ€uchte er bei einer Abstimmung im Plenum die Stimmen von 217 Abgeordneten. Nur wenige Stunden zuvor hatte der weithin unbekannte Austin Scott aus Georgia ĂŒberraschend seine Kandidatur erklĂ€rt. Er kam aus dem Stand auf 81 Stimmen in der Abstimmung.
Nachdem sich Jordan gegen Scott durchgesetzt hatte, stimmten die Parlamentarier darĂŒber ab, ob sie den strammen Konservativen bei einer Abstimmung im Plenum unterstĂŒtzen wĂŒrden. Dabei erklĂ€rten nur 152 Abgeordnete, fĂŒr ihn stimmen zu wollen, 55 stimmten gegen ihn, eine Person enthielt sich. Die Republikaner haben nur eine sehr knappe Mehrheit in der Kammer, weswegen eine Handvoll Abweichler reicht, um eine Kandidatur zu blockieren.
FĂŒhrungslose Kammer
Der vorherige Vorsitzende des ReprĂ€sentantenhauses, Kevin McCarthy, war vergangene Woche in einer historischen Abstimmung abgewĂ€hlt worden. Um fĂŒr das nach PrĂ€sident und VizeprĂ€sident drittwichtigste Amt im Staat gewĂ€hlt zu werden, braucht es eine absolute Mehrheit unter den anwesenden Abgeordneten des ReprĂ€sentantenhauses.
Damit brĂ€uchte es in der Parlamentskammer voraussichtlich 217 Stimmen, um auf den Chefposten gewĂ€hlt zu werden. ZunĂ€chst hatte die Partei den rechtskonservativen Steve Scalise als möglichen Nachfolger ausgekoren, aber weil auch er nicht auf die nötige Mehrheit kam, zog er am Donnerstagabend seine Kandidatur zurĂŒck.
Es ist unklar, wann eine Abstimmung im ReprĂ€sentantenhaus ĂŒber den Vorsitz stattfinden soll und ob die Republikaner bis dahin einen mehrheitsfĂ€higen Kandidaten finden werden. Solange die Kammer fĂŒhrungslos bleibt, gilt laut Beobachtern eine Abstimmung ĂŒber Hilfspakete fĂŒr die militĂ€rischen Konflikte in der Ukraine und in Israel als unwahrscheinlich.Â


