Richterin, Verfahren

Richterin stellt Verfahren gegen Trump zu Dokumenten ein

15.07.2024 - 16:28:10

Juristischer Paukenschlag fĂŒr Donald Trump vor dem Start des Republikaner-Parteitags: Das Strafverfahren gegen ihn in der Dokumenten-AffĂ€re soll enden. Doch das letzte Wort ist nicht gesprochen.

In der AffĂ€re um die Mitnahme geheimer Regierungsdokumente hat die zustĂ€ndige Richterin das Strafverfahren gegen den frĂŒheren US-PrĂ€sidenten Donald Trump eingestellt. Das teilte Richterin Aileen Cannon in Miami im Bundesstaat Florida mit und begrĂŒndete die Entscheidung mit Zweifeln an der rechtmĂ€ĂŸigen Ernennung des Sonderermittlers in dem Fall. Sonderermittler Jack Smith kann Berufung gegen die Entscheidung einlegen. 

Trump war in der Dokumenten-AffÀre im vergangenen Jahr auf Bundesebene angeklagt worden. Ihm wird in diesem Fall die gesetzeswidrige Aufbewahrung höchst sensibler Informationen aus seiner Zeit als PrÀsident (2017 bis 2021) vorgeworfen. 

Hausdurchsuchung bei Trump vor zwei Jahren

Im August 2022 hatte die Bundespolizei FBI Trumps Villa in Florida durchsucht und mehrere als streng geheim eingestufte Dokumenten-SĂ€tze beschlagnahmt. Vorgeworfen wird Trump auch eine Verschwörung zur Behinderung der Ermittlungen: So soll er versucht haben, mithilfe von Mitarbeitern Material aus Überwachungskameras verschwinden und Kisten mit Dokumenten wegschaffen zu lassen. 

Trump plÀdierte bei der Vorstellung der Anklage in Miami im vergangenen Jahr auf «nicht schuldig». Seine AnwÀlte versuchten, das Verfahren mit diversen AntrÀgen zu stoppen. 

Die in dem Dokumenten-Verfahren zustÀndige Richterin Cannon wurde einst von Trump ernannt. Kritiker warfen ihr in den vergangenen Monaten vor, das Verfahren zu verschleppen und AntrÀge in Zeitlupe zu bearbeiten. 

Juristisches Hin und Her

Vor einigen Wochen konnte Trump in einem anderen Fall vor dem Supreme Court einen Erfolg einfahren. Das Oberste Gericht der USA entschied, dass Trump fĂŒr Handlungen im PrĂ€sidentenamt weitgehenden Schutz vor Strafverfolgung genießt. Diese Entscheidung hat erst mal nicht direkt etwas mit der Einstellung des Verfahrens in Miami zu tun - aber möglicherweise indirekt. 

Der Richter Clarence Thomas hatte in einer Stellungnahme zu dem ImmunitĂ€ts-Urteil geschrieben, dass der Sonderermittler Smith nicht rechtmĂ€ĂŸig ernannt sei und deshalb keine Befugnis habe, Trump anzuklagen. Aus dem Text von Thomas in dem Urteil gingen keine unmittelbaren rechtlichen Konsequenzen hervor. 

In der Anklage gegen Trump in Florida hatte Trumps Team aber genau dieses Argument, das von vielen Fachleuten zurĂŒckgewiesen wird, bereits vorgebracht. Die Stellungnahme von Supreme-Court-Richter Thomas gilt daher als höchst ungewöhnlich und wurde von vielen als Zeichen in Richtung Florida gewertet. 

 

 

@ dpa.de